DAV Kletterzentrum

Dritter Klettermarathon in Feucht

Elke Handel an der Kletterwand in Aktion. | Foto: Gottschalk2019/02/Feucht-Wettklettern-Elke-Handel.jpg

FEUCHT – Dass es mehr als nur einen Weg zum Ziel gibt, wussten die 32 Teilnehmer, die am Samstag beim dritten Klettermarathon des DAV Feucht zur offenen Vereinsmeisterschaft antraten. Im Feuchter Kletterzentrum, das mit etwa 600 Quadratmetern Kletterfläche zu einer der größten Kletterhallen im Nürnberger Land zählt, konnten sich die antretenden Sportler ihren persönlichen Weg zum Erfolg aus insgesamt 100 verschiedenen Kletterrouten selbst zusammenstellen.

Ziel war es, während der 4,5-stündigen Wertungszeit des Klettermarathons möglichst viele Punkte zu sammeln. Gemessen wurden hierbei Anzahl und Schwierigkeitsgrad der gemeisterten Routen, wobei jede Route nur zweimal geklettert werden durfte.

Um gute Ergebnisse zu erzielen, waren für die Teilnehmer die richtige Technik und eine gute körperliche Fitness ebenso wichtig wie taktisches Geschick bei der Streckenplanung, um über die gesamte Zeit genügend Kraftreserven zur Verfügung zu haben.

„Spaß steht im Vordergrund“

Die Teilnehmer, die immer in Zweier-Teams an den Start gingen, bestritten bei dem mehrstündigen Kletterwettkampf immer abwechselnd eine Route, wobei am Ende nicht die Teamleistung, sondern der Erfolg jedes Einzelnen zählte. Die gekletterten Strecken trugen die Teilnehmer selbst auf den Wertungsblättern ein. „Hier gilt die Fairness. Der Spaß steht im Vordergrund“, erklärte Kletterhallenleiter Wolfgang Stolzenberg, fügte jedoch hinzu, dass die anwesenden Sportler durchaus mit Ernsthaftigkeit und großem Ehrgeiz bei der Sache seien.

Nach dem Läuten der Startglocke erklommen die teilnehmenden Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen die Kletterwände und hangelten sich an den Griffen und Tritten stellenweise bis zu 13 Meter in die Höhe. Die beiden jüngsten Teilnehmerinnen, Nora Neumann (10) und Alba Buchholz (11), die beide zur Sektion Erlangen gehören, präsentierten sich als eingespieltes Team und waren am Ende des Marathons sehr zufrieden mit ihrer Leistung von jeweils 25 gekletterten Routen. Unter den vier Mädchen der Klasse Kinder/Jugend bis 17 Jahre belegte Neumann Platz 4, Buchholz Platz 3, Lena Rittner landete auf dem 2. Platz und Meike Junge sicherte sich Platz 1 (42 Routen/224,33 Punkte).

Nora Neumann war die jüngste Teilnehmerin des Wettkampfs. | Foto: Gottschalk2019/02/Feucht-Wettklettern-Nora-Neumann.jpg

Nicht ganz so zufrieden mit ihrer Leistung war Iva Squillace aus der Sektion Feucht, die zweimal pro Woche zum Klettern in die Halle kommt und im Vorfeld für den Wettkampf gezielt trainiert hatte. „Ich bin überrascht, dass ich jetzt eigentlich nicht kaputt bin und noch weitermachen könnte. Somit war meine Einteilung wahrscheinlich nicht ganz so gut. Es ist auf jeden Fall noch Kraft übrig.“

Am Ende war die Leistung der ehrgeizigen Sportlerin allerdings völlig ausreichend, denn sie belegte mit ihren insgesamt 41 gekletterten Routen und 220,39 Punkten den ersten Platz bei den Frauen der Altersklasse 18-44 Jahre. Neben ihr standen Carolin Deisenroth (2.) und Yvonne Spörkel (3.) auf dem Treppchen.

Leistung gut eingeschätzt

Obwohl Elke Handel zum ersten Mal über eine so lange Zeitspanne geklettert war, konnte sie ihre Leistung ganz gut einschätzen. „Ich habe mir im Vorfeld eine Strategie überlegt und bin heute nicht zu viele schwere, dafür mehrere leichtere Routen im 6er-Bereich geklettert, um möglichst viele Punkte zu sammeln.

Die Taktik der Schnaittacherin ging auf, denn sie erzielte mit ihrer Leistung von 42 gekletterten Routen und 218,34 Punkten den Sieg bei den Frauen der Altersklasse ab 45 Jahren. Auf Platz 2 landete Susanne Zeilhofer, gefolgt von Ulrike Hünefeld auf Platz 3.

In der Klasse Kinder/Jugend bis 17 Jahre der Jungen teilten sich Niklas Neumann und Frederik Balke punktgleich den 4. Platz. Ebenfalls platziert waren Markus Beier (3.) und Marco Achammer (2.). Den Sieg erkletterte sich Silvan Voß mit 42 zurückgelegten Routen und 224,33 Punkten.

1202 Routen erklettert

Herausragender Sieger des Tages war Christof Bothor aus der Sektion Feucht. Mit der beachtlichen Leistung von 65 erkletterten Routen und 328,35 Punkten landete er mit großem Abstand vor Davis Mathé (2.) und Niklas Eichenseer (3.) auf dem ersten Platz der Männer in der Altersklasse 18-44 Jahre und nahm unter lautstarkem Jubel freudestrahlend seinen Preis entgegen.

Die drei Sieger der Männergruppe ab 45 Jahren mit Monika Blümm | Foto: Gottschalk2019/02/Feucht-Wettklettern-Maenner-ab-45.jpg

„Ich habe mir bereits zwei Wochen vorher Strategien überlegt und auch ein Probeklettern absolviert. 4,5 Stunden durchgeklettert bin ich vorher aber noch nie“, sagte Bothor, der zum ersten Mal bei einem solchen Wettkampf an den Start ging. Er bedankte sich auch bei seinem Teampartner Jürgen Holz, der vor Thomas Brunner und Christian Foos, die sich den zweiten Platz teilten, mit beachtlichen 65 Routen den Sieg bei den Männern ab 45 Jahren ergatterte und dabei 324,02 Punkte erzielte.

Monika Blümm, stellvertretende Vorsitzende des Vereins, gratulierte am Ende allen Teilnehmern, die zusammen sage und schreibe 1202 Routen erklommen hatten. Sie verteilte Sachpreise an die Sieger und Platzierten und bedankte sich für das faire Klettern und die mitgebrachten Kuchenspenden.

Im Großen und Ganzen waren alle Teilnehmer mit ihren Leistungen sowie der guten Organisation zufrieden, so auch Franz Thumann, der mit 63 Jahren der älteste Teilnehmer in der Runde war. „Die Atmosphäre war super und es geht ja auch immer um den Spaß an der Sache“, sagte Thumann, der mit 35 erkletterten Routen durchaus stolz auf diese besondere Leistung sein konnte.

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