Feucht-fröhlich feierte Prunksitzung

Dreggsagg packte aus

Die Mädels der Garde zeigten ihr Können.2013/01/feuchtfroehlich_garde.jpg

NÜRNBERGER LAND – Die Prunksitzung des Faschingsvereins Feucht-fröhlich füllte nicht nur die Kasse der Lebenshilfe Nürnberger Land, sondern Gäste wie der Dreggsagg Michl Müller sorgten für einige Erheiterung.

Dieter Quast, zweiter Bürgermeister von Röthenbach und Schirmherr der Veranstaltung, betonte in seiner Begrüßung die Freude über dieses Ereignis und die zahlreichen Besucher und übernahm im Namen der Stadt die Kosten der Hallenmiete.

Angeführt von Gardemädchen und musikalisch begleitet von Wolfgang Deinzer zogen Präsident Werner Zobel und seine Elferräte in die Halle ein. Auf Grund einer Wette im vergangenen Jahr konnte Zobel dann fünf Elferrats-Plätze an politische Prominenz vergeben, die dafür eine Spende an die Lebenshilfe geleistet hatten. Landrat Armin Kroder, Dr. Bernd Eckstein, Mitglied im Vorstand der Lebenshilfestiftung, Kreisrätin Inge Jabs, MdL Angelika Weikert und der Geschäftsführer der Lebenshilfe und stellvertretende Bezirkstagspräsident Norbert Dünkel sorgten dafür, dass Werner Zobel seine Wette verlor und deshalb einen Tag lang der Lebenshilfe unterstützend zur Verfügung steht.

Neben diesen Politikern konnte der Präsident viele weitere Prominente begrüßen („Man merkt, dass Wahlen anstehen“). MdB Marlene Mortler, Alt-Landrat Helmut Reich, Rüdiger Pompl, Altbürgermeister aus Lauf, Andreas Kögel, stellvertretender Landrat, hatten sich ebenso eingefunden wie viele Bürgermeister benachbarter Gemeinden, Kreisräte und Vorstands- und Ehrenmitglieder der Lebenshilfe Nürnberger Land, angeführt vom ersten Vorsitzenden Gerhard John. Zu den Ehrengästen gehörten aber auch Sponsoren sowie Ehrenpräsident Mecki Binder, der diese Veranstaltung einst initiiert hatte, Ehrenvorstand Erwin Peter, Senator Peter Apel und „meine Freunde von der Lebenshilfe“, die Werner Zobel besonders begrüßte.

Die Juniorengarde mit ihrem Marschtanz, Selina Siegl, das Aktiven-Tanzmariechen, und Pascal Czerwek als Nachwuchs-Präsident eröffneten das Programm schwungvoll und brachten das Publikum gleich in Stimmung, um die erste Rakete „abzufeuern“.

Heinz Haffki als „Franke unterwegs“ amüsierte sich mit den Besuchern über die verschiedenen Dialekte und die Schlagfertigkeit der Franken. Aber auch die neueren Errungenschaften der Technik, wie das Facebook, hatten es ihm angetan. Die Beschwerden seiner Frau über seine „erotische Nutzfläche“ Bauch und die Möglichkeit, Frauen zum Schweigen zu bringen, wenn man sie nacheinander reden lassen würde und die Älteste anfangen sollte, fanden viel Anklang beim Publikum.

Die Faschingsgesellschaft Bretonia Nürnberg hatte ihre Majorettgruppe „Bretonia Lightnings“ geschickt, die bei Schwarzlicht tolle Farbenspiele auf die Bühne brachte. Die weiteren Darbietungen durften die „politischen Elferräte“ dann wieder aus dem Saal verfolgen, Werner Zobel bedankte sich bei ihnen mit Unikat-Tassen, die nur für sie hergestellt wurden. Sophie Renner, das Junioren-Tanzmariechen, wirbelte über die Bühne und leitete zum Auftritt des „Rappers“ Jochen Burk über. Er wunderte sich nicht nur über das Anlegen italienischer Schiffe direkt an Land und über das Vorglühen mit einem Sixpack Krawallbrause vor dem Chillen, sondern auch über Mucki-Bude, Assi-Toaster und Sideout-Frisur, wenn man heutzutage „in“ sein will. Den vergangenen Zeiten trauerte er mit dem Lied „Bei uns wars a schee“ 
nach.

Werner Zobel erinnerte an die Anfänge der „Little Kings“, die sich inzwischen zu „Wild Boys“ gemausert haben und mit ihren Vorträgen das Publikum begeisterten. Zwei Zugaben wurden gefordert und gern gewährt. Man sieht den Jungs an, wie viel Spaß sie dabei haben.

Den neuen Berliner Flughafen nahm Philipp Simon Goletz, bekannt als Frankensima, musikalisch aufs Korn. Aber auch die Banken und die Manager mit ihren Boni und die neuen Rundfunkgebühren bekamen ihr Fett weg bei einer „Unterhaltung“ zwischen Reich-Ranicki, Franz-Josef Strauß und Honecker.

Tod durch Nordic Walking

Nachdem die Juniorengarde die Puppen tanzen ließ, warteten alle auf den Höhepunkt des Abends: den Dreggsagg von der Rhön, Michl Müller. Und er enttäuschte seine Fans nicht. Mit der Geschichte von der Fleischerei-Fachverkäuferin, die jetzt bei Lidl an der Kasse sitzt und nebenbei als Heilpraktikerin Globoli für alles ausgibt, heizte er schnell die Stimmung an. Diese steigerte sich dann beim Bericht über Männer, die zum Einkaufen geschickt werden und nichts finden oder sich per Handy von zuhause aus steuern lassen. Besonders angetan haben es ihm die Paare, die statt eines Urlaubs einen Tag im Supermarkt verbringen.

Das Kreuz mit dem Kreuz bei der Wahl und die unbekannten Politiker kamen dann an die Reihe. Und den geplanten Franken-Tatort würde er in Röthenbach („Rainbow City“) ansiedeln, mit Hauptkommissar Lothar Matthäus und Assistent Günther Beckstein, der den Wagen so lange holt, bis der Tatort zu Ende ist. Den Drehort würde er in einen Vorgarten verlegen, in dem eine ältere Frau steht und Laub recht, ihr Mann mit dem Laubsauger hinter ihr. Sie schauen über das Gartentor und entdecken eine männliche Leiche mit 298 Messerstichen.

Die Lösung des Falls: Der Mann wurde nicht niedergestochen, sondern ist in eine Nordic Walking-Gruppe geraten. Abschließend stellte er sein neues Lied „Und dann machen wir uns eine Heringsdose auf“ vor und sang als Zugabe gemeinsam mit den begeisterten Besuchern das Lied von der „Fleischerei-Fachverkäuferin“ und vom „Vollwärmeschutz der Liebe“.

Nach dem Marschtanz der Aktivengarde zeichnete Präsident Zobel Ehrengäste mit dem diesjährigen Sessionsorden aus. Zum ersten Mal auf der Bühne waren anschließend die Feuchter Hexen mit ihrem „Synchron-Schwimmen“ vom Ordensfest, das sich der Präsident für die Sitzung gewünscht hatte.

Bevor das Männerballett seinen Flug zum Mond startete, zog das Nürnberger Prinzenpaar mit Garde und Gefolge ein und verlieh an Gerhard John und Norbert Diehl den Festausschuss-Orden. Der „fränkische Mundwerker“ Sven Bach war auf der Suche nach einer Hymne für Mittelfranken und fand sie in seinem Lied „Is des net der allerschönste Dialekt“, in dem er die schönsten fränkischen Ausdrücke aus dem Alltag zusammenführte und sich damit in die Herzen der Besucher sang.

Auf der „Abnehmfarm“ wurde diesen dann von den Mädels der Aktivengarde in ihrem Schautanz vorgeführt, wie man so einen durchtrainierten Körper formen kann. Viel zu lachen gab es danach wieder bei Bauchredner Marcelini und seinem Hund Oskar, die aus dem Herrchen-Hund-Alltag berichteten.

Zum guten Schluss kündigte Werner Zobel die „Grand Dame“ Jacky Dumée an, die aus dieser Veranstaltung nicht wegzudenken ist. Ihr war auch der letzte Auftritt beim Finale vorbehalten, nachdem der Präsident sich bei allen Besuchern, Aktiven auf und hinter der Bühne, den Technikern und Künstlern bedankt hatte. „Lebt euer Leben“ rief er Behinderten und Nichtbehinderten zu und Jacky Dumée bekräftigte dies mit „It`s my way“.

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