Artensterben

Die Retter des Dürer-Vogels

Der Wiedehopf liebt Streuobstwiesen, Sandgruben und trockene Waldränder. | Foto: Thomas Greiner2019/05/NL-Wiedehopf.jpg

FEUCHT – Der Wiedehopf ist in Bayern vom Aussterben bedroht. Mit Nistkästen versucht eine Gruppe Feuchter Vogelschützer, die letzten Paare zu retten.

Mehr als 70 spezielle Brutkästen haben Mitglieder der Ortsgruppe des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) inzwischen im Landkreis und in der angrenzenden Oberpfalz aufgestellt: von Kirchröttenbach bis Burgthann, von Schwaig bis Pommelsbrunn.

Bei Gesprächen mit Grundstücksbesitzern habe sich gezeigt, dass es zumindest mehr Sichtungen des Wiedehopfs gibt, als bekannt war, berichtet Bernd Michl, Vorsitzender des LBV Feucht. „Es ist wichtig, dass wir dort ansetzen, wo noch ideale Strukturen vorliegen. Beispielsweise auf alten Streuobstwiesen oder in einer der vielen Sandgruben dieser Gegend. An diesen Standorten stellen wir Nistkästen für den Wiedehopf auf. Zudem beraten wir die Eigentümer der Flächen, was sie zusätzlich machen können, um diese besondere Vogelart zu fördern“, erläutert Michl.

Der Wiedehopf war früher in Bayern weit verbreitet, man konnte den Vogel mit der markanten Federhaube und dem langen Schnabel häufig eifrig im Boden stochern sehen. Auch Albrecht Dürer zeigte den charmanten Vogel in seinen Werken.

Die letzten zehn Paare Bayerns

Heute ist es schon eine große Besonderheit, wenn man diesen Vogel bei uns auf dem Durchzug zu sehen bekommt. In Bayern ist er vom Aussterben bedroht – es brüten nur noch rund zehn Brutpaare. Ein Juwel unter den Vögeln ist er schon aufgrund seines extravaganten Aussehens: langer, gebogener Schnabel, aufrichtbare Federhaube, orange-rotes Federkleid und dazu kontrastreich schwarz-weiß gebänderte Schwingen. Der lateinische Namen Upupa epops ahmt lautmalerisch seinen Balzruf, ein sehr sanftes „huphuphup“ nach.

Bevorzugter Lebensraum des Wiedehopfes sind offene Landschaften, extensive Weideflächen, Streuobstwiesen, Sandgruben und trockene Waldränder. Wichtig ist ein offener Boden, da hier seine Hauptnahrung zu finden ist: große Insekten, Schmetterlingsraupen, Engerlinge und Spinnen.

Als Bruthöhlen nutzt er große Spechthöhlen oder bodennahe Hohlräume. Infolge der industrialisierten Landwirtschaft und der Zerstörung seiner Lebensräume sind sowohl das Nahrungsangebot als auch die Bruthöhlen so rar geworden, dass der Wiedehopf kaum noch optimale Brutbedingungen findet.

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