Reichswaldhalle soll modernisiert werden

Seit mehreren Jahren sind die Reichswaldstuben im ersten Stock geschlossen. Die Gastronomie soll nach Ansicht der Experten und des Ortsmarketingbeirats aber aufrecht erhalten werden. Unter anderem sollen die Theke (im Bild) und das weitere Mobiliar modernisiert werden. Foto: Rüsing2012/03/thekerwh_New_1332084302.jpg

FEUCHT – Montag bis Donnerstag ist die Halle fast immer ungenutzt, das Restaurant im ersten Stock ist seit mehreren Jahren geschlossen. Daher will man in Feucht wieder mehr Leben in die knapp 30 Jahre alte Reichswaldhalle bringen, sie soll modernisiert werden. Fachleute machten dafür konkrete Vorschläge, im Ortsmarketingbeirat und seinem Arbeitskreis Image diskutierte man intensiv darüber. Am Dienstag wird der Hauptausschuss empfehlende Beschlüsse für den Marktgemeinderat fassen.

Die Firma Symbios hatte in einer Studie festgestellt, dass die Halle mit Messen und Ein-Tages-Seminaren und -Tagungen besser ausgelastet werden könnte. Derzeit finden dort zumeist freitags und am Wochenende Kabarettveranstaltungen, Theateraufführungen und Konzerte statt. An den übrigen Tagen herrscht zumeist Leere. Die Experten rieten außerdem dazu, das Restaurant wieder zu verpachten.

Dazu erstellte die Firma ingoWessel aus München ein Gastronomiekonzept, das den Marktgemeinderäten und Mitgliedern des Ortsmarketingbeirats bereits ausführlich vorgestellt wurde. Wessel ist ein bundesweit anerkannter Experte auf diesem Gebiet. Unter anderem beriet er bei der Gastronomie im Kulturzentrum Gasteig in München und in den Museumslandschaften Hessen Kassel.

Sein Fazit für die Reichswaldstuben in Feucht: Der Standort im Feuchter Zentrum ist bekannt und wird mit hohen Erwartungen an die Gastronomie verbunden. Die Ausgabesituation zur Bewirtung im Foyer ist nicht ausreichend. Es fehlt eine wertige funktionierende Bar oder Theke. Die Einrichtung in der Gastronomie ist nicht mehr zeitgemäß. Die bereits vor wenigen Jahren modernisierte Terrasse mit Blick aufs Pfinzingschloss ist ein Alleinstellungsmerkmal für Lokale in Feucht. Für regionale Küche auf gutem Niveau sieht Wessel eine Marktlücke.

Mittags wird es sich seiner Ansicht nach nicht rentieren, das Restaurant zu öffnen. Er rät zu einer Kombination mit Barbetrieb, der ab 17.30 Uhr läuft. Tagsüber könnte bei Tagungen Business Lunch angeboten werden.

Der Erfolg hängt stark vom Pächter ab. Dieser müsse so gut sein, dass Gäste gezielt die Reichswaldstuben aufsuchen. Wessel wird den Markt Feucht bei der Suche unterstützen und dabei seine deutschlandweit guten Kontakte nutzen.

Der Pächter soll ein Exklusivrecht zur Bewirtschaftung der Reichswaldhalle bekommen – allerdings sind gegen einen finanziellen Ausgleich für ihn auch ganz vereinzelt Ausnahmen möglich. Das ist eine der Empfehlungen des Ortsmarketingbeirats für den Marktgemeinderat.

Außerdem halten dessen Mitglieder es für sinnvoll, das Restaurant zu modernisieren. Der Zugang zum Restaurant soll durch einen besseren Aufzug und einen direkten Treppenzugang vom Inneren oder vom Windfang der Halle ermöglicht werden. Der Thekenbereich und die Möbel sollen erneuert werden.

Den Eingangs- und Cateringbereich im Foyer möchte man umgestalten lassen. Die Kegelbahn im Untergeschoss soll rückgebaut werden. Die Räume könnten künftig als Lager genutzt werden.

In der Reichswaldhalle hält man es für nötig, die Technik zu erneuern. Konkret sollen die Beleuchtung und die Elektrik modernisiert werden. Soweit wie möglich soll die Halle behindertengerecht umgebaut werden – allerdings nicht um jeden Preis. „Es wird kein neues Gebäude werden“, fasst 1. Bürgermeister Konrad Rupprecht im Pressegespräch die Pläne zusammen. „Daher müssen wir schauen, was machbar ist.“

Die Reichswaldhalle wird nicht energetisch saniert, war man sich im Ortsmarketingbeirat einig. Ihr Erscheinungsbild soll nicht verändert werden, sie soll innen saniert werden. Die vorhandene Sitzplatzanzahl – zirka 400 Personen im großen Saal – hält man für ausreichend.

Schließt sich der Marktgemeinderat am 29. März diesen Vorgaben an, wird ein Architekt mit einer konkreten Planung beauftragt. Dann wird auch absehbar, wie lange die Bauarbeiten dauern. Fest steht schon jetzt, wann es losgeht: Am Aschermittwoch 2014 könnte man beginnen, informiert Anja Maurischat, die beim Markt Feucht für die kommunalen Liegenschaften zuständig ist. Bis dahin können in der Halle Veranstaltungen stattfinden. Als Übergangsquartier während der Bauzeit kann verstärkt auf die Moosbacher Bürgerhalle ausgewichen werden. Wenn die Reichswaldhalle modernisiert ist, will man sie intensiver vermarkten. Denn auch unter der Woche soll hier mehr Betrieb herrschen.

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