Kulturareal in Feucht

Der Startschuss für die Umgestaltung ist gefallen

Darum geht‘s: Die Nutzung der Gebäude Zeidelmuseum, Bücherei, Raumfahrtmuseum und Pfinzingschloss soll neu geordnet werden. Foto: Kappes2013/07/kulturareal_pfinzingschloss.jpg

FEUCHT – Sowohl im Haupt- als auch im Sozial- und Kulturausschuss wurde am Dienstag mehrheitlich beschlossen, dem Marktgemeinderat nahezulegen, im Zuge der Diskussion um ein künftiges Kulturareal in der Pfinzingstraße die Verwaltung der Marktgemeinde in der Hauptstraße zu bündeln. Ferner empfahl der Kulturausschuss, Nutzungsalternativen für den betreffenden Bereich, einschließlich einer Kostenschätzung zu erarbeiten. Im vergangenen Gemeinderat hatte man sich noch nicht auf einen Grundsatzbeschluss zu der in erster Linie von Zeidel- und Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum gewünschten Kulturmeile einigen können. Nun drängten vor allem der Bürgermeister und die CSU auf ein Fortkommen in der Angelegenheit.

Um die Möglichkeiten der Museen zu erweitern, könnte man die Einrichtungen in der Pfinzingstraße umgestalten bzw. neu dazu bauen. Ein Mammutprojekt wäre das und müsste auf etliche Jahre hin angelegt sein. Zudem gibt es noch keinerlei Kostenrahmen. Genau das veranlasste SPD, Grüne und FDP, im Ausschuss darauf hinzuweisen, dass man den vom Bürgermeister jetzt gewünschten Grundsatzbeschluss nicht für sinnvoll halte. Skeptisch, was die Zusammenlegung der Verwaltungsabteilungen in der Hauptstraße angeht, äußerten sich Manfred Dauphin (FDP) und Lothar Trapp für die SPD.

Dem Vorschlag, die Finanzierung der umfangreichen Umgestaltung zu eruieren, werde er dagegen zustimmen, so Trapp. Den Grundsatzbeschluss lehnte auch er ab: „Das hieße den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen.“ Allerdings wollte er den Beschlussvorschlag dahingehend ergänzen, dass man vorläufig schon mal dem Oberth-Museum das Erdgeschoss des Schlosses für Ausstellungszwecke zur Verfügung stellt.

Wie berichtet, würde die große Lösung folgende Maßnahmen umfassen: Das Zeidelmuseum übernimmt die Räume der benachbarten Bücherei. Für die ist ein Neubau auf einem Grundstück vorgesehen, das dem Raumfahrtmuseum gehört. Dieses könnte sich in das Pfinzingschloss ausdehnen. Die Kämmerei und das Bauamt, die seit zwei Jahren ihre Büros dort haben, könnten ins Metzhaus neben dem Bauamt wandern.

Trapps Vorschlag, die Markt-Verwaltung im Schloss zu belassen, stieß bei Bürgermeister Konrad Rupprecht auf wenig Gegenliebe: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bürger erst durch die Ausstellung laufen, um dann in die Ämter zu gelangen.“ Er legte noch einmal seinen Standpunkt klar, warum man erst signalisieren müsse, dass man das Umgestaltungspaket angehen wolle. „Die Verwaltung braucht erst den Auftrag vom Marktgemeinderat, bevor die verschiedenen Varianten und Kosten ermittelt werden können.“

Hermann Hagel (Grüne) hatte bereits im vorangegangenen Hauptausschuss den Antrag gestellt, den er jetzt wiederholte: Er wollte durchsetzen, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nichts entschieden werden sollte, da man im Augenblick zum Beispiel mit Kindertagesstätten, Schulzentrum und dem noch fehlenden Pflegeheim genügend wichtige und kostspielige Projekte zu verwirklichen habe, die Vorrang hätten. Generell wurde die Idee auch von ihm nicht verworfen, sollte aber nicht mehr in dieser Sitzungsperiode angegangen werden. Mit 4:5 Stimmen wurde der Antrag abgelehnt.

Man habe schließlich schon für 2015 Mittel eingeplant, konterte der Bürgermeister, der auch argumentierte, dass Bezirk, Landratsamt und Staatsregierung bereits grundsätzliche Bereitschaft gezeigt hätten, sich finanziell zu beteiligen: „Um an die Mittel zu gelangen, müssen wir aber erst ein Konzept beschließen, zwar ohne Hektik, aber nicht erst im neuen Marktgemeinderat.“

Wie Hagel ging es am Ende auch Lothar Trapp, der ebenfalls einen Antrag stellte, der nicht durchging. Er wollte erreichen, dass man zwar die Verwaltung beauftragt, entsprechende Nutzungsalternativen und Kostenschätzungen für den Bereich Pfinzingstraße zu ermitteln, nicht aber, dass dafür die Zusammenlegung der Verwaltung in der Hauptstraße Bedingung ist. Da sich dies nicht durchsetzen ließ, stimmte auch er im Anschluss für die ursprünglich vorgesehene Empfehlung an den Marktgemeinderat. Entscheidet der nächste Woche ebenso, wird sich das Rathaus mit diversen Umgestaltungsalternativen, deren Kosten und der Verlegung der Ämter in die Hauptstraße beschäftigen müssen.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler