Elegante Variante vom Rat bevorzugt

Der elliptische Jakob – neue Kita für Feucht

Für diese Variante entschied sich der Gemeinderat am Ende der Diskussion. | Foto: Grafik: Lemkearchitektur2019/12/Feucht-Kindergarten-Altdorfer-Strasse-Varainte-1.jpg

FEUCHT – Ausgefallen mit ovalem Turm oder doch lieber quadratisch, praktisch gut? Die Gebäudeform des neuen Kinderhauses in Feucht sorgt für Diskussionsstoff im Marktgemeinderat.

Die Marktgemeinde steht vor einem weiteren Millionenprojekt. Denn dass das Kinderhaus „Der kleine Jakob“ in der Altdorfer Straße kommt, ist bereits Fakt. Diskussionen hat es nun im Gemeinderat über die geplante Form des neuen Gebäudes gegeben.
Der Neubau einer weiteren Kindertageseinrichtung in Feucht ist unausweichlich. Das Grundstück dazu stellt am Ortsende der evangelische Gemeindeverein zur Verfügung, der auch die Betriebsträgerschaft übernimmt.

Sechs bis sieben Millionen Euro Baukosten

Die Baukosten von sechs bis sieben Millionen trägt der Markt Feucht. „Das können wir nur schaffen, wenn die bislang gewährten großzügigen Zuschüsse weiter fließen“, sagte Bürgermeister Konrad Rupprecht. Die beauftragten Architekten haben zwei Planungsvarianten vorgelegt, für die nach deren Auskunft vergleichbare Baukosten entstehen: einen elliptischen und kastenförmigen Bau. Auch die Bedingungen seien ähnlich, hieß es ursprünglich: In beiden Varianten könnten insgesamt 148 Kinder in vier Krippen-, zwei Kindergarten- und zwei Hortgruppen untergebracht werden.

Kita in Feucht : Weitere Gruppe möglich

Allerdings, erklärte Hauptamtsleiter Schmidt, habe sich kürzlich in einer Besprechung mit dem Landratsamt herausgestellt, dass in der elliptischen Variante durch das Verschieben dreier Wände zusätzlicher Platz für eine weitere Gruppe von 18 Kindergartenkindern geschaffen werden könnte.

Hingucker am Ortsteingang

CSU-Bürgermeisterkandidat Oliver Siegl und Parteikollege Herbert Bauer freuten sich über den potentiellen Hingucker am Ortseingang.
Einzig die Fenster sollten größer werden, fand Susanne Flesch von der CSU. Auch Ines Stelzer von der SPD begrüßte das Vorhaben. „Ich bin sehr froh, dass wir hier endlich alle Kinder angemessen versorgen können. Wenn wir die Möglichkeit auf neun Gruppen bekommen, ist das umso besser“, sprach sie sich für die elliptische Variante aus.
Grünenfraktionssitzende Rita Bogner schloss sich dieser Meinung an. Beide Varianten seien preismäßig fast identisch, beide in Holzbauweise geplant und auch der Freiplatz für die Kinder sei ähnlich groß. „Warum sollten wir also nicht die Variante nehmen, bei der eine Gruppe mehr rein passt?“, fragte sie in die Runde.

Kritische Kleine

Die Kleinen standen Variante eins hingegen kritisch gegenüber. Sie befürchten, dass elliptische Bauweise mehr Risiken zur nachträglichen Kostensteigerung birgt. „Ich möchte einen Nutzbau und kein städtebauliches Highlight“, erklärte Gerd Steuer von den Unabhängigen.  Auch Frank Flachenecker warnt vor Experimenten „wie in der Sternstraße“. Siegl konterte, die Gebäudeformen und die damit verbundene Innenarchitektur hätten durchaus ihren Nutzen, dahinter stünden pädagogische Konzepte.

Elegant ist nicht gleich teuer

Bauamtsleiter Andreas Brandmann warnte außerdem davor, sich nicht blenden zu lassen. Nur weil ein Gebäude elegant oder außergewöhnlich aussehe, bedeute das nicht automatisch, dass es auch teurer sei. „Ich kann mit dem gleichen Geld etwas Schönes bauen, oder etwas, das 0-8-15 aussieht“, erklärte er.  Teuer würde es hauptsächlich dann, wenn Planungsfehler den Bau zum Stocken brächten und umdisponiert werden müsste. Das sei eben beim Kindergarten Lieblingsplatz in der Sternstraße der Fall gewesen. Hauptamtsleiter Schmidt gab außerdem zu bedenken, dass bei einer zusätzlichen Gruppe auch mehr Fördergelder fließen.
Der Gemeinderat entschied sich mit 19 zu vier Stimmen für die elliptische Bauweise und beauftragte Bürgermeister Rupprecht mit dem evangelischen Gemeindeverein Einzelheiten zur Finanzierung des Baus und zum Betrieb der Einrichtung zu erarbeiten.

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N-Land Magdalena Gray
Magdalena Gray