Architekturbüro präsentiert Planvorstellungen zur Kita an der Sternstraße

Das Lieblingsplatz-Konzept findet Gefallen

Modell der neuen Kita „Lieblingsplatz“, die aus mehreren Gebäuden besteht und ein markantes Dach hat. | Foto: privat2016/05/kiga_sternstrasse_modell.jpg

FEUCHT – Angesichts der einstimmigen Empfehlung aus der gemeinsamen Sitzung des Bau- und Sozial- und Kulturausschusses ist die Zustimmung des Feuchter Marktgemeinderates zum Bebauungskonzept Kindertageseinrichtung an der Sternstraße, vorgestellt vom Architekturbüro Graf und Kellner, nur noch reine Formsache. Einen Namen hat man auch schon gefunden: „Lieblingsplatz“. Das vorgestellte Konzept, das in enger Abstimmung mit dem ASB, der die Einrichtung betreibt, erstellt wurde und bereits mit der Fachaufsicht beim Landratsamt abgestimmt ist, überzeugte. Die Kosten sind auf 3,3 Millionen Euro veranschlagt.

Wer als Bauherr auftreten wird hängt vom Ergebnis der Grundstücksverhandlungen ab. Es hat sich nämlich dahingehend eine Änderung ergeben, dass der Freistaat Bayern anscheinend doch nicht darauf beharrt, dass das Grundstück beim Markt Feucht verbleibt und deswegen der ASB – wie ursprünglich geplant als Bauherr auftreten kann.

Einstimmig wurde Bürgermeister Konrad Rupprecht ermächtigt, entsprechende Verhandlungen zu führen.  Grundlage sind vier Realisierungsvarianten, die entsprechend der Reihenfolge priorisiert wurden. Favorit ist, dass der ASB die Kita baut und das Grundstück erwirbt oder einen Erbbaurechtsvertrag mit dem Freistaat Bayern oder dem Markt Feucht. abschließt.

Bauamtsleiter Andreas Brandmann  machte deutlich, dass der Beschluss für das Konzept dringend ist, damit bis 30. Juni der notwendige Förderantrag gestellt werden kann.

Stadt für Kinder

Die Architekten Arndt Keller und Reinhard Graf erörterten dann  ihr Konzept, das vier eingeschossige und ein zweigeschossiges Gebäude für Krippe, Kindergarten und Hort für insgesamt 110 Kinder vorsieht, mit großuügigen Freiflächen und einem überdachten Innenhof.

Die künftige Einrichtungsleiterin Grau verwies auf den Leitgedanken einer Stadt für Kinder, in der man wächst und sich in den einzelnen Gebäuden entwickelt, „möglichst attraktiv und vielfältig aber trotzdem in den einzelnen Bereichen vernetzt, deren Wege die Kinder bewusst gehen und jeder seinen Lieblingsplatz findet und gerne zu uns kommt.“

So sei jeder Altersbereich für sich ungestört, keiner komme sich in die Quere, aber trotzdem bilde sich eine Gemeinschaft. „Es ist sehr wichtig, dass die Kinder wissen wo sie hingehören.“

Die neue Kita im Grundriss (lins unten beginnend im Uhrzeigersinn): die Krippe, ein Mehrzweckraum, Kindergarten, Hortgebäude, Verwaltungstrakt und Mehrzweckraum (Mensa).
Die neue Kita im Grundriss (lins unten beginnend im Uhrzeigersinn): die Krippe, ein Mehrzweckraum, Kindergarten, Hortgebäude, Verwaltungstrakt und Mehrzweckraum (Mensa). | Foto: privat2016/05/kiga_sternstrasse.jpg

 

Sinn der großen Freiflächenbereiche – jedem Gebäudeteil individuell zugeordnet und als überdachter Gemeinschaftsbereich im Innenhof – ist es, bei jeder Witterung den Naturgedanken zu vermitteln.

Entsprechend diesem Leitgedanken gibt es für Kinderkrippe und Kindergarten ebenerdige Baukörper, lediglich der Hort bekommt ein Stockwerk aufgesetzt. In einem weiteren Gebäude ist ein Mehrzweckraum untergebracht, der von allen genutzt werden kann. Architekt Kellner zeigte anhand des Modells und der Pläne die architektonischen Details auf.

Reinhard Graf ging auf die filigrane Dachkonstruktion ein, die sowohl als Witterungsschutz gedacht ist und als verbindendes Element dient.

Die Kosten

Dass gerade dieses Element „eine schöne Stange Geld kostet“ sprach Gerd Steuer an. Reinhard Graf stellte das nicht in Abrede, verwies aber darauf, dass das Dach ins Gesamtkonzept eingepasst sei, andererseits aber die Verbindungsflächen, die sonst Kosten verursachzen wegfallen. Zudem würden angesichts der Anordnung der verschiedenen Gebäude keine teueren Brandschutzmaßnahmen notwendig sein.

Bauamtsleiter Andreas Brandmann verwies auf das Ernestine Melzer Haus, das vergleichbar sei und 3,5 Millionen Euro gekostet habe. Und Bürgermeister Konrad Rupprecht merkte an,  dass vom gleichen Architekturbüro der Kindergarten am Walburgisheim gebaut und der veranschlagte Kostenrahmen sogar leicht unterschritten wurde. „Wir gehen davon aus, dass die Kosten eingehalten werden.“

Lothar Trapp äußerte Befürchtungen, es könne unter dem Dach angesichts der kleinen Luken zu dunkel sein. Hier, so Reinhard Graf, könne man eine Lichtsimmulation durchführen und die Öffnungen entsprechend ausführen.

Karin Reiwe sprach von einem guten Konzept, bei dem sich Architekten und Betreiber etwas gedacht hätten. „Ich kann mich mit diesem etwas anderen Konzept anfreunden.“

Sabine Meindl gab die Anregung, das Dach teilweise zu begrünen, was seitens des Architekturbüros durchgerechnet werden soll.

Egel nach welcher Variante das Vorhaben nun verwirklicht wird, die Förderung bleibt in allen Fällen die gleiche.

N-Land Lorenz Märtl
Lorenz Märtl