Auf dem Neuen Friedhof in Feucht

Bestattung unter Bäumen

Ein Andachtsplatz bietet auf dem Neuen Friedhof den Hinterbliebenen einen würdevollen Ort der Trauer. | Foto: privat2016/05/Feucht-Friedhof.jpg

FEUCHT – Es ist ein deutlicher Trend, der auch in Feucht zu verzeichnen ist: die Urnenbeisetzung. So waren im Jahr 2015 bereits zwei Drittel aller Beisetzungen auf den beiden Feuchter Friedhöfen ebensolche Urnenbeisetzungen. Sie finden in Urnenerdgräbern, einer Urnenwand, aber auch in klassischen Erdgräbern statt. Seit kurzem bietet der Markt Feucht am Neuen Friedhof nun auch die Möglichkeit einer Bestattung unter Bäumen.

Ziel war es, dem Wunsch der Bürgerinnen und Bürger nach einer naturnahen und pflegefreien Baumbestattung in der Heimatgemeinde nachzukommen und hierfür einen würdevollen Rahmen zu schaffen.

Die naturnahe Bestattung unter Bäumen findet am Neuen Friedhof im neu ausgewiesenen Grabfeld C ihren Raum. Ein Andachtsplatz bietet hier den Hinterbliebenen einen würdevollen Ort der Trauer. Die Namen der Verstorbenen sind an Stelen am Rande des Andachtsplatzes angebracht.

Der Platz wurde in Zusammenarbeit von Bauamt und Friedhofsverwaltung des Marktes Feucht sowie dem Landschaftsarchitekturbüro Lorenz, dem freien Bildhauer und Steinmetzmeister Günter Lang aus Eichstätt und dem Steinmetzmeister Christian Vestner aus Altdorf b. Nürnberg im Herbst 2015 errichtet.

Blick zur „Grünen Mitte“

Als Oval mit einer Sitzbank orientiert er sich in Richtung der „Grünen Mitte“ des Neuen Friedhofs. Ein Sichtschutz aus verschiedenen Rhododendren vermittelt eine gewisse Intimität, ermöglicht aber dennoch den Blick vom Andachtsplatz gen Süden zur zentralen Wiesenfläche des Friedhofes.

Mit zwei Wegen bestehen für die Friedhofsbesucher zwei Alternativen zum Betreten und Verlassen des Grabfeldes und des Andachtsplatzes. So ist ein Begegnen, aber auch ein Ausweichen zwischen Besuchern und Trauernden möglich.

Im Vergleich zum Andachtsplatz war die Entwicklung und Umsetzung der Stelen eine weitaus größere Herausforderung, wollte man doch unbedingt eine Klingelschild-Optik vermeiden. Man hatte aber gleichzeitig das Ziel, auf begrenztem Raum Daten von vielen Verstorbenen unterzubringen. Auch sollte das Material dem Charakter des Friedhofs und des Andenkens an einzelne Persönlichkeiten gerecht werden.

Stelen aus Dolomit

Der Gemeindeverwaltung war es ein Anliegen, dass die Stelen aus einem heimischen oder zumindest europäischen, witterungsbeständigen und hellen Gestein sein sollen. Damit fiel die Wahl auf den Wachenzeller Dolomit, welcher in der Nähe von Eichstätt abgebaut wird.

Nach der Idee und den Plänen des Sakralkünstlers Günter Lang fertigte das Kelheimer Natursteinwerk die ersten sechs Stelen, die durch den Steinmetzbetrieb Vestner errichtet wurden. Weitere drei Stelen sind bereits eingeplant, um der erwartenden Nachfrage in den nächsten Jahren nachkommen zu können.

Die nach dem Entwurf von Günter Lang gefertigten Namenstafeln aus wertiger Walzbronze mit den Daten der Verstobenen werden in zwei bronzenen Führungsschienen eingeführt, so dass die Stelen im Laufe der Zeit von unten nach oben befüllt werden können. Die Tafeln werden so geborgen vom Stein aufgenommen.

Die Kosten der Baumaßnahme zur Anlage des neuen Grabfeldes „Bestattung unter Bäumen“ betrugen 132.000 Euro. Die Grabnutzungsgebühr beträgt für zehn Jahre 500 Euro. Eine bronzene Namenstafel in einer der Stelen kostet 423,64 Euro, wobei es den Hinterbliebenen freigestellt ist, ob sie solch eine Namenstafel anbringen lassen möchten.

Mit dem Andachtsplatz, der bei Bedarf auch für Beisetzungsfeiern genutzt werden kann, hat nicht nur die Baumbestattung einen würdevollen und ansprechenden Rahmen erhalten. Neben dem neuen Grabfeld C gibt es übrigens weitere Neuerungen an den Außenanlagen am Neuen Friedhof, dessen Waldfriedhof-Charakter durch gezielte Maßnahmen aufgewertet wird.

So werden bestimmte Pflanzen gesetzt, die in die Jahre gekommen Bänke werden ausgetauscht und die Brunnenanlagen werden durch benutzerfreundlichere Brunnen ersetzt.

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