Weichenstellung für neue Senioreneinrichtung

Altenpfleger für Feucht

Werner Schmidt, Leiter des Altenhilfeverbundes Rummelsberg. | Foto: Malik2017/01/Werner-Schmidt_Foto_Simon-Malik.jpg

FEUCHT – 2020 soll die neue Senioreneinrichtung in Feucht eröffnet werden. Doch wie gelingt es in Zeiten des Fachkräftemangels dafür 90 gute Mitarbeiter zu finden? Werner Schmidt (57), Leiter des Altenhilfeverbundes Rummelsberg, erklärt’s.

Herr Schmidt, für die neue Senioreneinrichtung in Feucht müssen Sie in drei Jahren 90 Mitarbeiter finden – ist das überhaupt zu schaffen?

Werner Schmidt: Das ist nicht einfach, aber möglich. Die Rummelsberger Diakonie hat Erfahrung in der strategischen Personalgewinnung und -entwicklung. Und die muss in so einem Fall frühzeitig beginnen. Als großer örtlicher Träger haben wir einen Vorteil: An unserer Altenpflegeschule in Nürnberg Langwasser bilden wir selbst Altenpfleger aus. Unter dem Motto „Fit für Feucht“ möchten wir dort ab Herbst mindestens zehn Fachkräfte ausbilden, die anschließend in der neuen Senioreneinrichtung in Feucht arbeiten. Wer sich in der Ausbildung bewährt, bekommt später einen sicheren Job.

Wer ist geeignet für die Ausbildung zur Pflegefachkraft?

Schmidt: Ein guter Altenpfleger braucht Einfühlungsvermögen und Respekt vor der Person, die er pflegt. Man muss lernen, sich in die Welt der Frauen und Männer mit Demenz einzudenken und braucht Geduld. Bei der Pflege in einer Senioreneinrichtung kommt man Menschen sehr nahe, zum Beispiel beim Waschen. Und man begleitet die Bewohner auch wenn sie im Sterben liegen. Eine Pflegefachkraft braucht viel Fachwissen, etwa über Wundversorgung, die Vermeidung von Stürzen, über Medikamente und Pflegetheorien. Und sie muss mit stressigen Situationen umgehen können. Ein anspruchsvoller Job also – aber was viele nicht wissen: Die angehenden Altenpfleger verdienen im ersten Ausbildungsjahr über 1.000 Euro im Monat. Im dritten Jahr liegt die Vergütung nach dem Tarifvertrag, der ab 1. Mai 2017 gilt, bei 1.182,85 Euro.

Die künftigen Pflegefachkräfte für Feucht drücken an der Berufsfachschule für Altenpflege/-hilfe in Langwasser die Schulbank – wo findet die praktische Ausbildung statt?

Schmidt: Die Azubis werden im Stephanushaus in Rummelsberg ausgebildet, das mit der Senioreneinrichtung in Feucht eng zusammenarbeiten wird. Die angehenden Pflegekräfte lernen die Arbeitsabläufe im Unternehmen kennen, sowie einige Kollegen und Vorgesetzte, mit denen sie ab 2020 in Feucht dann weiter zusammenarbeiten werden. Im Stephanushaus können sie viel lernen, denn die Einrichtung wurde zum Beispiel für ihre Hospizarbeit und Palliative Care mit dem Siegel PallExcellence ausgezeichnet.

Sie suchen insgesamt etwa 50 Mitarbeiter für die stationäre Pflege und die Tagespflege in Feucht. Dafür müssen Sie auch Pflegekräfte gewinnen, die derzeit woanders arbeiten. Warum sollten die zur Rummelsberger Diakonie wechseln?

Schmidt: Die Rummelsberger Diakonie ist ein fairer, zuverlässiger und attraktiver Arbeitgeber. In der Region ist bekannt, dass es bei uns viele Sozialleistungen und eine zusätzliche Altersvorsorge gibt. Neben einem betrieblichen Gesundheitsmanagement bieten wir den Mitarbeitern kostenlose Beratung und Hilfe bei persönlichen Problemen. Daneben versuchen wir, zum Beispiel bei der Dienstplangestaltung, die Wünsche der Mitarbeiter zu berücksichtigen, denn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist uns wichtig.

Und was, wenn es in der Region einfach nicht genug Fachkräfte gibt?

Schmidt: Die Rummelsberger Diakonie hat mit einem Mitarbeitergewinnungsprojekt in Serbien positive Erfahrungen gemacht. Zehn medizinisch ausgebildete Kräfte wurden durch entsprechende Vorbereitung und muttersprachliche Begleitung innerhalb von relativ kurzer Zeit auch in Deutschland als Fachkräfte anerkannt und in Oberbayern integriert. Ein ähnliches Projekt mit Fachkräften aus einem EU-Land können wir uns auch für Feucht vorstellen.

Abgesehen von der Pflege – für welche weiteren Arbeitsbereiche suchen Sie für die künftige Senioreneinrichtung noch Personal?

Schmidt: Wir brauchen Reinigungskräfte und Mitarbeiter in der Hauswirtschaft und der Küche; aber natürlich auch einen Hausmeister und Mitarbeiter in der Verwaltung. Wir werden auch ganz gezielt um Ehrenamtliche aus der Gemeinde werben, die sich zum Beispiel als Besuchsdienst, bei Veranstaltungen oder Freizeitaktivitäten einbringen wollen. Denn die Senioreneinrichtung soll ja schließlich ein Ort der Bürger von Feucht werden.

Interview: Bettina Nöth

Weitere Infos zur Ausbildung zum Altenpfleger und Pflegefachhelfer bei der Rummelsberger Diakonie erhalten Sie bei Kathrin Eibisch, Pflegedienstleiterin des Stephanushauses, Telefon 09128 502366, [email protected] sowie unter rummelsberger-diakonie.de/stephanushaus.

N-Land Der Bote
Der Bote