Sein Lebenswerk wird in dritter Generation weitergeführt

EuWe Firmengründer Eugen Wexler ist tot

Auch so kannte man Eugen Wexler: mit einem Weizen, seinem Lieblingsgetränk, in der Hand. Das Foto entstand 2016. | Foto: privat2020/04/eugen-wexler-sen-EUWE_0002.jpg

LAUF/RÖTHENBACH. Eugen Wexler sen., der Gründer und Namensgeber der EuWe Eugen Wexler Unternehmensgruppe mit weltweit 1900 Mitarbeitern, ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Die Beerdigung fand diese Woche im engsten Familienkreis statt.

Eugen Wexler wurde am 18. Dezember 1929 in Stadeln bei Fürth geboren. Seine Kindheit war durch den 2. Weltkrieg und die Nachkriegszeit mit Entbehrungen verbunden. 1952 heiratete er seine Frau Anni, es folgte die Geburt der Kinder Eugen und Isabella. 1948 schloss Eugen Wexler sen. eine Ausbildung als Werkzeugmacher, später als Meister, bei der Faun ab.

Kein Klischee, sondern Tatsache: In seiner Garage in Röthenbach startete Wexler 1968 in die Selbstständigkeit. Anfänglich produzierte der Zweimannbetrieb, die Eheleute Wexler, diverse Metall-Produkte für Quelle und Grundig. Die Palette erweiterte sich um Kunststoffartikel für die Elektro- und Spielwarenindustrie.

Der Durchbruch

Mit dem ersten Auftrag aus der Automobilindustrie für den Audi 50 gelang 1973 nach vielen Rückschlägen der eigentliche Durchbruch. Wexler entwickelte für Audi ein innovatives Verbindungskonzept für ein Wasserabweisprofil.

Von da an ging es zügig bergauf und es kamen neue Kunden wie Opel und VW dazu. Das frühe Erfolgsgeheimnis und damit die eigentliche Leistung, die bis heute zu den Stärken der Firma zählt, ist die Entwicklung und der Bau eigener Produktionsanlagen. 1978, zehn Jahre nach Firmengründung, wurde der heutige Standort in der Industriestraße in Lauf eröffnet.

Neue Herausforderungen

Eugen Wexler sen. stellte sich immer wieder neuen technischen Herausforderungen. Dies führte dazu, dass der heutige Produktionsschwerpunkt der Firmengruppe – der damals neuartige Prozess des Kunststoffspritzgießens – in den frühen 1980er Jahren bei EuWe Einzug hielt, ebenso wie das technische Schäumen. Heute produziert Wexler hochkomplexe Kunststoffteile für Pkw vieler Marken.

Als gelernter Werkzeugmacher verbrachte Wexler viel Zeit mit Tüfteln und seinem Steckenpferd, dem firmeneigenen Werkzeugbau. Seit den 80er Jahren wurde er durch Sohn Eugen Wexler jun. in der Geschäftsführung unterstützt. 1993 erfolgte mit Standorten in Mexiko und Tschechien der nächste Schritt.

Auch als Rentner engagiert

Eugen Wexler sen. blieb auch als „Rentner“ seinem Unternehmen und den Mitarbeitern tief verbunden. Bis 2015 war er regelmäßig in der Firma anzutreffen. Nach dem Tod seiner Frau 2016 verbrachte er die letzten Jahre hauptsächlich am Altersruhesitz am Wolfgangsee.

Eugen Wexler sen. war als Unternehmer bei seinen Mitarbeitern als sehr hilfsbereiter Mensch geschätzt, worüber er aber nie viel Aufhebens machte. Er war auch stolz auf sein Lebenswerk, ist aber nie abgehoben.

Als Privatmann war der gläubige Christ vor allen ein Familienmensch, sagt der Enkel Alexander Wexler, der heute mit seinem Bruder Matthias die Geschäfte führt. Dass sie die Nachfolge in der dritten Generation antraten, darüber hat sich Eugen Wexler sen. sehr gefreut. Wie nach seinem Ausscheiden noch darüber, dass auch in den USA ein Werk entstand und dass seit zehn Jahren auch Mercedes zu den Wexler-Kunden zählt.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren
N-Land Clemens Fischer
Clemens Fischer