Baumfällung in Röthenbach

Eine Genehmigung, die keine war

Was mit der Fläche am westlichen Ortsrand von Röthenbach passiert, auf der bisher Kiefern standen, ist nicht bekannt. Die zuständige Immobilien GmbH äußerte sich auf Nachfragen der PZ bisher nicht. | Foto: Buchner-Freiberger2021/10/Baumf_llung_Obi_R_th_neu-crop-scaled.jpg

Röthenbach – Die Fällung der Bäume neben dem Röthenbacher Obi-Markt an der Staatsstraße (die Pegnitz-Zeitung berichtete) geht auf ein „missverständliches“ Genehmigungsschreiben durch die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamts zurück. Diese hätte eigentlich gar nicht entscheiden dürfen, weil die Stadt Röthenbach zuständig gewesen wäre.

„Es ist unglücklich gelaufen“, räumt Rolf List ein, der Pressesprecher des Landratsamts. Zunächst hatte die Behörde auf PZ-Anfrage mitgeteilt, dass über die Rodung der Bäume in Röthenbach im Amt nichts bekannt sei, jetzt musste er zurückrudern. Es habe tatsächlich ein Antrag der Baumarkt Röthenbach Immobilien Verwaltungs-GmbH vorgelegen. Allerdings ging es darin hauptsächlich um zwei dürre Kiefern, die die Sicherheit auf der angrenzenden Staatsstraße gefährdet hätten. In solchen Fällen greift die Baumschutzverordnung nicht.

Das Antwortschreiben der Unteren Naturschutzbehörde habe man dann aber so lesen können, als ob alle Bäume entfernt werden dürften, erklärt List. Und vor allem: Der zuständige Mitarbeiter habe versäumt, darauf hinzuweisen, dass für die Genehmigung eigentlich die Stadt Röthenbach zuständig ist. Denn hier gilt eine Baumschutzverordnung. Grundstücksbesitzer müssen einen Antrag einreichen, wenn sie Bäume fällen wollen. Im Zweifel werden diese dann von einem Mitarbeiter des Bauhofs begutachtet, die Entscheidung trifft der zuständige Ausschuss.

Laut Josef Hailand, dem Leiter des Röthenbacher Stadtbauamts, hatte die Baumarkt Röthenbach Immobilien Verwaltungs-GmbH ein Gutachten über das Wäldchen anfertigen lassen und bei der Unteren Naturschutzbehörde um die Erlaubnis gebeten, „die maroden, schadhaften Bäume“ entfernen zu lassen, was aus Gründen der Verkehrssicherheit auch zulässig sei.

Stadtbauamt: Bäume meist vital

Der überwiegende Teil der Kiefern in dem kleinen Wäldchen, das halbkreisförmig von der Staats- zur Speckschlagstraße hin verlief, sei jedoch „vital und geschützt“ gewesen, so Hailand. Eine Geldbuße hält er aufgrund der Vorgeschichte für unwahrscheinlich, möglicherweise müsse die GmbH aber eine Ersatzaufforstung vornehmen.

Was mit der gerodeten Fläche passieren soll, ist nach wie vor nicht bekannt. Die Geschäftsführung der zuständigen Baumarkt Röthenbach Verwaltungs-GmbH äußerte sich trotz mehrmaliger Nachfragen bisher nicht zu der Angelegenheit.

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