125 Jahre Posaunenchor Großengsee

Ein Jubiläum mit Bläsern und Festgottesdienst

Nach dem Gottesdienst versammelten sich rund 200 Bläser zu einem Konzert auf dem Kirchplatz. | Foto: Escherich2018/05/posaunenchor-st-helena-blasertag.jpg

ST. HELENA —Mit einem großen Festgottesdienst zelebrierte der Posaunenchor Großengsee in St. Helena sein 125-jähriges Bestehen. Der Verein zählt somit zu einem der ältesten Chöre Deutschlands. 14 Vereine mit insgesamt rund 200 Bläsern feierten gemeinsam mit den Jubilaren und stimmten musikalisch in das Fest ein. Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm übernahm die Sonntagspredigt.

Nachdem große Feste, auch wegen der Weltkriege Anfang des 20. Jahrhunderts des Öfteren ausgefallen waren, konnte der Posaunenchor aus Großengsee sein 125-jähriges Jubiläum nun mit den Worten von Dekanin Berthild Sachs „mit Trompeten und Posaunen“ angemessen feiern. Die aufwendigen und umfangreichen Vorbereitungen gipfelten in einem großen Festgottesdienst in St. Helena. Neben dem Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm waren rund 200 Bläser aus der Region zu Gast. Und vor allem sie bereicherten die Veranstaltung musikalisch.

Auf Grund des großen Interesses konnten Besucher, die in der vollen Kirche keinen Platz mehr fanden, den Gottesdienst via Liveübertragung auf einer Leinwand in der Scheune der Familie Sperber verfolgen. Dieses Angebot wurde bereitwillig angenommen.

Der Gottesdienst begann mit einer durch ihre Klangfülle sehr beeindruckenden gemeinsamen Darbietung aller Bläser unter der Direktion von Landesposaunenwart Sven Menhorn. Pfarrerin Thurn begrüßte anschließend die zahlreich erschienenen Gäste zum Gottesdienst, wies auf die große Bedeutung der Musik für die Verbindung mit Gott hin und dankte dem Jubiläumschor für die Übernahme dieser wichtigen Aufgabe sowie das langjährige Engagement.

Predigt des Landesbischofs

Einen besonderen Höhepunkt stellte die Predigt von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm dar. Der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutsch-land war hierzu extra aus München angereist. Für ihn stellen solche Chöre, insbesondere der Großengseer mit seiner langen Geschichte, ein Stück Heimat dar. Er freute sich ferner über das große Engagement, das die Bläser überall im Land in ihren Vereinen an den Tag legen.

Der Landesbischof beschäftigte sich in seiner Predigt mit den Worten des Vater Unsers. Das allbekannte Gebet solle den Menschen Halt und Orientierung bieten und vor allem in schweren Situationen, in denen oft die passenden Worte fehlen, die Möglichkeit zur Kommunikation mit Gott bieten, sagte er. Für Bedford-Strohm zählt allgemein weniger der konkrete Inhalt eines Gebets, als vielmehr die Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit, mit der das Gesagte vor Gott vorgetragen wird.

Zum Ende hin kehrte der Bischof noch einmal zum Heimatbegriff zurück. Heimat findet sich für ihn im Reich oder einem Raum Gottes wieder. Teile von Heimat offenbarten sich bereits im alltäglichen Leben, in Vertrauen und Vergebung der Menschen untereinander. Aspekte, die sich, wie der Bischof betonte, mit Sicherheit auch in der Gemeinschaft des Großengseer Chors wiedergefunden haben.

Auf die Predigt folgten Grußworte von Bezirksobmann Pfarrer Maul sowie Landesposaunenwart Sven Menhorn stellvertretend für den Verband. Beide gratulierten den Großengseeern zu ihrem langjährigen Bestehen und hoffen auf viele weitere Jahre des gemeinsamen Musizierens.

65 Jahre im Posaunenchor

Neben dem Posaunenchor wurde insbesondere Heinrich Deinzer für seine 65-jährige Mitgliedschaft im Verein geehrt. Landesbischof Bedford-Strohm überreichte ihm die Urkunde und lobte seinen Einsatz für die Gemeinschaft. Er betonte, Freiwillige, die sich ehrenamtlich einbrächten, seien „Säulen“ der Kirche und der Gemeinschaft.

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm überreichte Heinrich Deinzer die Urkunde für 65 Jahre Mitgliedschaft im Posaunenchor Großengsee. | Foto: Escherich2018/05/Bedford-StromBischof-Ehrung.jpg

Nach dem Gottesdienst zogen die Bläser gemeinsam aus und versammelten sich auf dem Vorplatz der Kirche. Die gesamte Ortsdurchfahrt war bereits seit dem frühen morgen von der Freiwilligen Feuerwehr Großengsee, die sich um die verkehrstechnische Absicherung des Festes kümmerte, gesperrt worden.

Bei bestem Wetter präsentierten alle Chöre noch einmal unter der Leitung von Sven Menhorn ihr musikalisches Können, wobei sich auch der Nachwuchs mit einer Solodarbietung beweisen konnte.

Glückwünsche überbrachte auch Landrat Armin Kroder, der auch im Namen des Simmelsdorfer Bürgermeisters Perry Gutmann sprach. Der Landkreis unterstützt die Arbeit des Chors mit einer Geldspende.

Nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung lud der Posaunenchor noch zum gemeinsamen Mittagessen ein. Auf Spendenbasis gab es Schweinebraten und andere traditionelle Gerichte. Nach dem Essen ließen alle Beteiligten und Besucher das Fest in lockerer Atmosphäre ausklingen, wobei selbst der Landesbischof die entspannte Stimmung noch eine ganze Weile genoss.

N-Land Niklas Escherisch
Niklas Escherisch