NN-Wanderreporter unterwegs von Lauf nach Eckental

Ein Guinness als Muntermacher

Ordentlich Radau machte NN-Wanderreporter Martin Müller mit Daniela Hengl-Beck und ihrem Vater Charly von der Marching Band des TSV Lauf. | Foto: Müller2018/08/wanderreporter-martin-muller.jpg

NÜRNBERGER LAND — Die 31. Etappe der NN-Wanderreporter führte Martin Müller, Redakteur der Regionalredaktion in Nürnberg, heute von Lauf nach Eckental. Morgen geht es für ihn weiter nach Simmelsdorf.

Ordentlich Radau haben wir gleich zum Auftakt des Tages in Lauf gemacht – mit Daniela Hengl-Beck und ihrem Vater Charly von der Marching Band des TSV Lauf. Getroffen habe ich die beiden vor dem Gasthaus zur Post. Im vollen Ornat spielten sie mir auf der Trommel und auf der Piccoloflöte „Seven Nation Army“ von den „White Stripes“ vor.

Anschließend durfte auch ich noch ein bisschen trommeln. Die beiden begleiteten mich in Richtung Dehnberg bis zum Laufer Ortsausgang. Dort erfuhr ich, dass die Trommel, die Charly mit sich herumschleppt, satte 9,25 Kilo wiegt. Die Marching Band überlegt aktuell, sich leichtere Exemplare anzuschaffen.

Dorfladen im ehemaligen Kuhstall

In einem ehemaligen Kuhstall werden in Simonshofen seit 2010 Brötchen, Wurst, Käse, Getränke und vieles mehr verkauft. Mehr als zehn Jahre lang gab es in dem 740-Einwohner-Dorf keinen Bäcker, keinen Metzger und kein Lebensmittelgeschäft, bevor sich die Dorfbewohner zusammenschlossen und in Seminaren lernten, wie man einen Dorfladen führt. Mit Erfolg: Das Geschäft wird erweitert, bald ist auch der angrenzende Saustall ausgebaut, dann gibt es noch mehr Platz für Getränke. Eröffnung ist am 20. Oktober.

Margit Pabst im Dorfladen in Simonshofen. | Foto: Müller2018/08/NN-Wanderreporter-Margit-Pabst-Dorfladen-Simonshofen-Foto-Muller.jpeg

Margit Pabst verkauft auch Renekloden und Marillen aus Simonshofen – die Pfirsiche sind sogar in ihrem eigenen Garten gewachsen. Von halb sieben Uhr morgens bis halb sieben Uhr abends hat der Laden dank der neun Mitarbeiterinnen offen, nur dienstags und samstags schließt er schon um 13 Uhr.

Als Maurer ist der Ire Noel Donovan 1992 nach Franken gekommen – und dort hängengeblieben. Zehn Jahre lang hat er ein Pub am Laufer Marktplatz betrieben, mittlerweile schenkt er sein Guinness im „Irish Times“ in Simonshofen aus. Dort gibt es zwischen September und April zwei- bis dreimal im Monat Live-Musik, manchmal mischt dann auch Donovan selbst mit.

Noel Donovan mit seiner Frau Ute im „Irish Times“ in Simonshofen. | Foto: Müller2018/08/NN-Wanderreporter-Noel-Donovan-und-seine-Frau-Ute-Irish-Times-Simonshofen-Foto-Muller.jpeg

Er hat die Franken ins Herz geschlossen, die manchmal etwas Zeit brauchen, bis sie sich öffnen, dann aber richtig „konkret“ werden, wie Donovan sagt. Einige Freunde fürs Leben hat er hier gefunden. Seine Frau fürs Leben heißt Ute Donovan. Sie organisiert im Pub Fish‘n‘Chips- oder Burger-Abende, tischt aber auch irische Pot Pies mit verschiedenen Füllungen auf. Mittlerweile sind sie eine echte Institution, auch aus Nürnberg oder Forchheim kommen die Gäste.

In Eckenhaid, da steht ein Hochzeitshaus – und zwar das von Judith Ihl-Lange. Bis oben hin ist es vollgestopft mit Hochzeitsdekoration, mit Tortenfiguren, Luftballons oder Gästebüchern. 100 bis 150 Päckchen pro Tag verlassen das Wohnhaus in den stressigsten Zeiten, fünf Mitarbeiterinnen sind damit beschäftigt. Schon bald wird es aber etwas komfortabler zugehen. Ende Oktober zieht das Hochzeitshaus um nach Laipersdorf, wo sich Judith Ihl-Lange dann auf 350 Quadratmetern ausbreiten kann.

Judith Ihl-Lange im Hochzeitshaus in Eckenhaid. | Foto: Müller2018/08/wanderreporter-hochzeitshaus.jpg

Bei ihrer eigenen Hochzeit vor zwölf Jahren hat sie erfahren, wie schwierig es ist, eine Hochzeit zu organisieren – deshalb ist sie selbst zur Hochzeitsplanerin geworden. Mittlerweile ist sie auf Hochzeiten in Thailand spezialisiert. Um die zehn Trauungen pro Jahr organisiert sie dort, von der Reise über die Dokumente bis hin zur Traurede und natürlich der Location.

Bewertung der Etappe

Verpflegung: 4 von 5
Die Müsliriegel und das Wasser konnten im Rucksack bleiben, weil mir erst die Donovans im Irish Pub in Simonshofen ein leckeres Guinness serviert haben, bevor mir die Damen vom Dorfmarkt ein Leberkäsweggla, eine Quark-Tasche und einen Kaffee spendiert haben. Mit einer Flasche Wasser hat mich dann noch Michael Grebe im Kolerschloss in Neunhof vor der Hitze gerettet und schattiges Schreib-Asyl gewährt.

Schnappschussfaktor: 4 von 5
Meine Tour hat gleich mit einer fotografischen Königsetappe begonnen. Dehnberg, Simonshofen und Neunhof sind wunderhübsche Dörfchen mit Schlössern, einem berühmten Theater in Dehnberg und altehrwürdigen Bauernhöfen. Dazu gibt es idyllische Waldwege zwischen Lauf und Dehnberg und zwischen Simonshofen und Neunhof. Nur die Wiesen sind natürlich verbrannt wie überall.

Schwierigkeitsgrad: 3 von 5
Am schwierigsten war die Rückkehr der Sommersonne, die unerbittlich herunterbrannte. Ansonsten gab es ein paar ordentliche Steigungen, die zum Glück aber meist abgemildert wurden durch den Schatten der Bäume. 14 Kilometer waren gut machbar.

Videos und Bilder von Martin Müllers Etappe gibt es hier.

 

N-Land Pegnitz-Zeitung
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