Lebensraum bedroht

Die kleine Pechlibelle steht 2022 im Fokus

Das Weibchen der Kleinen Pechlibelle hat einen orange gefärbten Körper. | Foto: Michael Post GdO2022/01/PechlibelleMichaelPostGdO.jpeg

NÜRNBERGER LAND – Der Bund Naturschutz (BN) kürt zusammen mit der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (GdO) die kleine Pechlibelle zur Libelle des Jahres 2022. Doch die Insekten stehen vor einem großen Problem: Ihr Lebensraum wird immer geringer.

„Die kleine Pechlibelle gilt in Bayern als nach der Roten Liste als gefährdet. Ihre oft nur pfützenartigen Lebensräume sind selten geworden oder treten nur unregelmäßig auf“, so Herbert Barthel, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Nürnberger Land. „Eine tiefgreifende Renaturierung der Fließgewässer und Auen und das Zulassen von Breit- statt Hochwasser und mehr Überschwemmungsflächen in den Fluß- und Bachauen würde dieser ungezählten anderen Arten dauerhaft helfen“, ist er sich sicher.

Klimawandel als Problem

Zur Begründung für diese Libelle des Jahres erklären BUND und GdO: „Die kleine Pechlibelle ist auf sich verändernde Lebensräume angewiesen, wie wir sie in naturnahen Auen vorfinden. Der Klimawandel beschleunigt jedoch die Austrocknung kleinerer Gewässer immer stärker und zerstört so immer mehr wertvollen Lebensraum. Die kleine Pechlibelle führt uns die Krise des Klimawandels immer wieder vor Augen.“

Die Kleine Pechlibelle wechselt während ihres Lebens genau wie ihre Schwesterart, die Große Pechlibelle, mehrfach ihr Aussehen. Vor allem die Weibchen durchlaufen während ihrer Reifung nach dem Schlüpfen deutliche Farbwechsel. Junge Weibchen sind durch eine lebhaft orange Färbung unverkennbar. Dies ist unter anderem wichtig, weil dadurch die Männchen sofort erkennen können, mit wem sie sich paaren können.

Libellen leben bunter

„Libellen als Augentiere haben ein viel differenzierteres Farbensehen als wir Menschen. Sie haben viel mehr Farbrezeptoren und können so Farben, die für uns einheitlich aussehen, noch nuanciert und gut unterscheiden und auf diese Weise auch miteinander kommunizieren“, erklärt Barthel.Leben in Auen

Naturnahe Auen sind ein klassischer Lebensraum der Kleinen Pechlibelle. Dort lassen Fließgewässer in Hochwasserzeiten sehr regelmäßig geeignete Lebensräume entstehen. Renaturierungen von größeren Bächen und Flüssen fördern diese Art. In naturnahen Auen vorkommende oft offene, gut sonnenexponierten Kleingewässer weisen wenig Konkurrenz durch andere Arten auf. So kann die Kleine Pechlibelle neben ihrem einjährigen Entwicklungszyklus unter günstigen Bedingungen auch eine zweite Generation im Jahr hervorbringen.

Der Klimawandel führt allerdings häufig dazu, dass kleine Gewässer sehr schnell und zu rasch für Pionierarten wieder austrocknen oder verlanden. Die Förderung nachhaltig-dynamischer Prozesse in der Landschaft an Bach und Fluss ist daher ein wichtiger Schutzansatz. Der BUND Naturschutz hilft Arten wie der Kleinen Pechlibelle mit seinen Projekten für lebendigere Flüsse und Auen.

Quelle: BN

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