Bauwerk bei Schnaittach wieder eingehoben

Die Autobahnbrücke ist zurück

Die renovierte Stahlbrücke für Fußgänger und Radfahrer über die A9 wurde am Wochenende wieder an ihrem alten Standort zwischen Schnaittach und Kleinbellhofen eingesetzt. | Foto: Udo Schuster2021/12/neue-autobahnbrucke-a9-schnaittach-us1-scaled.jpg

Schnaittach – Zwischen Schnaittach und Kleinbellhofen überspannt seit dem dreispurigen Ausbau der A9 eine schmale Stahlbogenbrücke für Radfahrer und Fußgänger die Berliner Autobahn. Die Niederlassung Nordbayern der Autobahn GmbH des Bundes musste nun nach rund 23 Jahren das imposante Bauwerk ertüchtigen. Bereits vor über sechs Jahren, bei der letzten Hauptprüfung der Brücke, hatte sich dies abgezeichnet. Das Hauptproblem waren die Hängeranschlüsse, berichtet ein Sprecher der Autobahn GmbH.


Die rund 90 Tonnen schwere Brücke wurde so konstruiert, dass sie in einem Stück ausgehoben und wieder eingesetzt werden kann. Beim Ausheben Anfang Juli hatte es bereits einige Problemen gegeben (die PZ berichtete). Und so blieb die Autobahn zwischen den Anschlussstellen Schnaittach und Lauf rund zwölf Stunden länger als geplant gesperrt, was zu einem Verkehrsinfarkt im Schnaittachtal führte.


Auch der eigentlich für Ende Oktober geplante Einhub musste verschoben werden. Doch am Wochenende war es nun also soweit, dass die Brücke, die monatelang neben der Autobahn saniert worden war und einen modernen grauen Anstrich bekommen hatte, wieder auf ihre Lager gehoben werden sollte.


Bereits vor zwei Wochen wurde mit dem Abbau der Einhausung der Brücke mit dem Gerüst begonnen. Nach der Sperrung der Autobahn in beide Richtungen, begann die Deggendorfer Kranfirma am Samstag mit den Vorbereitungen. Sie war mit massivem Personaleinsatz, zwei Autokränen und Spezialfahrzeugen vor Ort. Allein bis der riesige selbstfahrende Schwerlastkran mit den Standfüßen stabil stand, um das Gewicht der Brücke überhaupt heben zu können, dauerte es Stunden. Vor dem Einsatz mussten zunächst diverse Anbauteile montiert werden, da sonst zu viel Gewicht auf den Kranwagen gekommen wäre.


Der größte Autokran Bayerns


Der neunachsige Autokran ist der größte Bayerns. Er ist 43 Meter lang, kann bis zu 800 Tonnen heben und wiegt, inklusive der Gewichte, die vor dem Einhub angebracht wurden, über 220 Tonnen. Da er auf sogenanntem Flüsterasphalt stand, mussten großflächige Unterlagen eingebracht werden, um den Druck, den die auf zwölf Meter ausgefahrenen Stützfüße des Krans auf den Untergrund ausüben, zu verteilen. Außerdem wurden Stahlseile mit dem Durchmesser eines Unterarms montiert, an deren Enden wiederum ein sogenannter Schlupf am Kran befestigt wurde, der später um das dicke Stahltragrohr an der Brücke gelegt wurde.


Aufgrund technischer Probleme wurde kurzzeitig in Erwägung gezogen, den Hebevorgang abzubrechen, erzählte einer der Arbeiter. Die Störung konnte beseitigt werden, hatte aber wiederum Zeit gekostet. Und so startete der Hebevorgang, der ursprünglich kurz nach Mitternacht geplant war, erst gegen drei Uhr morgens. Endlich hing die rund 90 Tonnen schwere Stahlbrücke am Kran. Knapp eine Stunde dauerte es, bis sie auf ihren Lagern ausgerichtet worden war.


Mit der Morgendämmerung floss auch der Verkehr in Richtung Berlin wieder; die Verkehrsteilnehmer in Richtung Nürnberg mussten sich noch bis 10.30 gedulden, berichtet Klaus Anser von der Autobahnmeisterei Fischbach.
Wenige Zuschauer, darunter zwei junge Männer aus Schwabach, waren gekommen, um das Spektakel hinter dem Bauzaun live mitzuerleben. Doch das nasskalte Wetter und die Verzögerungen waren dann doch zu viel. Die letzten brachen zwei Stunden nach Mitternacht ihre Beobachtungen ab.

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