Krankenhaus Lauf baut Fachbereich aus

Der Schilddrüse geht es an den Kragen

Radiologe Dr. Wolfgang Langlouis, Chefrärztin Dr. Susanne Rudisch und der neue Oberarzt für Schilddrüsenchirurgie am Laufer Krankenhaus, Dr. Rüdiger Jacob vor dem Diagnosegerät des radiologischen Zentrums Lauf. | Foto: Krieger2019/08/Schilddruse.jpg

LAUF. Erkrankungen der Schilddrüse gehören zu den sogenannten Volkskrankheiten. Bei etwa jedem dritten Erwachsenen in Deutschland, so schätzt die Deutsche Liga, bildet sich im Laufe des Lebens eine krankhafte Veränderung des Organs. Das Laufer Krankenhaus baut nun den Bereich Schilddrüsenchirurgie aus. Zum Juli ist es Mitglied im Deutschen Schilddrü-
senzentrum geworden.
Die Aufnahme in den deutschlandweiten Verbund von Kliniken, die sich um besonders hohe Qualitätsstandards in der Schilddrüsenchirurgie, im Fachjargon Viszeralchirurgie, bemühen, hat der neue Oberarzt des Fachbereichs, Dr. Rüdiger Jacob, vorangetrieben.

Der 57-jährige Schilddrüsenspezialist ist seit März am Laufer Krankenhaus und verstärkt das Team um Chefärztin Dr. Susanne Rudisch, das schon seit Jahren auch Schilddrüsenerkrankungen operiert. Allerdings gehörte der Bereich mit etwa 60 Operationen im Jahr bisher nicht zu den Schwerpunkten des Laufer Krankenhauses.

Das soll sich nun ändern: Mit der Verpflichtung von Dr. Rüdiger Jacob, der bislang am Theresien-Krankenhaus in Nürnberg den Bereich Viszeralchirurgie mit rund 250 Eingriffen im Jahr verantwortete, will Lauf den Fachbereich ausbauen und zu einem regionalen Zentrum für die Behandlung dieser Erkrankung werden. Dazu gibt es seit kurzem auch eine regelmäßige Schilddrüsensprechstunde, in der der neue Facharzt nach Voranmeldung Patienten möglicher operativen Eingriffe berät.

Mit der radiologischen Praxis Langlouis (RNZ), die am Laufer Krankenhaus angesiedelt ist, soll es eine noch engere Zusammenarbeit geben. Dort werden nicht nur Untersuchungen mit dem Ultraschall, sondern auch Szintigrafien von Schilddrüsen durchgeführt. Diese nuklearmedizinische Untersuchung ermöglicht es, Erkrankungen des Organs zu diagnostizieren. Ob eine Operation notwendig ist, weil ein kalter oder warmer Knoten außer Kontrolle geraten ist, oder eine engmaschige Kontrolle und Substitution des Körpers mit Medikamenten ausreicht, wird dann im Dialog zwischen Radiologe und Operateur abgeklärt.

„Viele Menschen haben große Angst vor einem Eingriff an der Schilddrüse“, weiß Dr. Rüdiger Jacob. „Das Beratungsgespräch vor einer Operation ist deshalb sehr wichtig.“ Gerade bei Schilddrüsenerkrankungen, die sehr unterschiedlich und mit verschiedensten Symptomen verlaufen können, gelte es im Vorfeld „viele Puzzleteilchen zusammenzusetzen“ und über Risiken aufzuklären.

Fällt die Entscheidung für eine Operation, so steht den Operateuren in Lauf laut Jacob das gesamte medizinische Spektrum zur Verfügung. So sind etwa bei Verdacht auf bösartige Tumore, die allerdings nur in zwei bis vier Prozent der Fälle auftreten, Schnellschnitte möglich, die vom Klinikum Nürnberg noch während des Eingriffs analysiert werden und dann über die Frage entscheiden, wie viel des Organs entfernt wird. Auch das Neuromonitoring des Stimmbandnervs gehöre zum Standard, betont Jacob. Dessen Beeinträchtigung gehört zu den häufigsten Komplikationen der Operation.

Standard sei auch eine ausführliche Dokumentation, die beim deutschen Schilddrüsenzentrum, in dem die Laufer nun anerkanntes Mitglied sind, regelmäßig eingereicht und geprüft werde. „Wir können so kontrollierte Qualität bieten.“

Für seine Kollegin Dr. Susanne Rudisch, seit vielen Jahren Chefärztin des Laufer Krankenhauses, ist die Verstärkung des Fachbereichs durch den Schilddrüsenspezialisten aus Nürnberg ein absoluter Glücksgriff. „Es ist nicht selbstverständlich, dass wir als Kreiskrankenhaus so eine Spezialisierung anbieten können. Das ist ein Schritt in die Zukunft.“

Anmeldung zur Schilddrüsen-Sprechstunde unter 09123/180278.

N-Land Isabel Krieger
Isabel Krieger