Bund Naturschutz warnt

Der Garten wird im Herbst zur Todesfalle für Amphibien und Reptilien

Schächte an Kellerfenstern und Treppenabgänge sind oft tödliche Fallen für Amphibien und Reptilien. | Foto: Andreas Zahn2022/10/a494761716i0008_max1024x.jpeg

NÜRNBERGER LAND – In vielen Gärten stellen Kellerfensterschächte und Treppenabgänge eine Gefahr für Frösche und andere Kleintiere dar. Der Bund Naturschutz Kreisgruppe Nürnberger Land gibt Tipps, wie man den Tieren helfen kann.

Wenn Amphibien an Hausmauern entlangwandern, purzeln sie in Fallen, wie Kellerschächte, und oft gibt es kein Entkommen. Ist es am Grund der Schächte feucht, können die Tiere dort zwar lange überdauern. Strenger Frost bedeutet für die Gefangenen aber meist den Tod.

„Jetzt vor dem Winter ist es höchste Zeit, solche Tierfallen im Garten zu kontrollieren“, erklärt Herbert Barthel, Vorsitzender der Bund Naturschutz Kreisgruppe Nürnberger Land. „Amphibien wie Erdkröte, Grasfrosch, Berg- und Teichmolch sind seit der vergangenen Regenperiode sehr aktiv. Auf der Suche nach Nahrung und neuen Verstecken werden ihnen Schächte und Treppenabgänge schnell zum Verhängnis“. Betroffen sind auch andere Arten wie Spitzmäuse, Eidechsen, Blindschleichen oder Laufkäfer.

Schächte kontrollieren

„Je nach Tiefe und örtlicher Situation kann man eine Abdeckung aus Metall-Gaze anbringen oder auch Rampen aus Steinen bauen“, erklärt Barthel. Dennoch sei eine regelmäßige Kontrolle der Schächte und Abgänge ratsam. So können sich junge Amphibien durch Spalten quetschen und so an Schutzgittern vorbei in die Falle geraten.

Tagsüber verbergen sich viele der Gefangenen unter Laub oder in Spalten, so dass man sie nicht leicht entdeckt. Am Abend werden sie aktiv und versuchen dann, einen Ausweg zu finden. Um die hineingefallenen Tiere zu retten, rät der BUND Naturschutz zu einer mehrmaligen Kontrolle nach Einbruch der Dunkelheit mit einer Taschenlampe.

„Am besten ist es, wenn man im Garten an mehreren Stellen Haufen aus Ästen und Zweigen anlegt“ weiß Barthel. Sie dienen als „Hotel“ für viele Arten. Amphibien können sich hier verstecken und überwintern. Frisch angelegte Haufen sollte man im ersten Herbst noch mit einer schützenden Laubschicht überdecken. In den Folgejahren sammelt sich ein Bodensatz aus Mulm und verrottendem Astmaterial an, in dem sich die Tiere verbergen können.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren