Bürgermeister machen Ferien

Den Dienstkopf ausknipsen

Bürgermeister Konrad Rupprecht und seine Frau Ursula im Juni in Gibraltar. | Foto: privat2019/08/IMAGE-1.jpg

NÜRNBERGER LAND – Ein Bürgermeister ist rund um die Uhr im Dienst. Und gerade deshalb ist es wichtig, dass auch die Gemeindechefs wenigstens einmal im Jahr das Dienstliche beiseite lassen können, um ein paar Wochen nur Mensch zu sein und die Batterien aufladen zu können. Wie urlauben die Rathauschefs im Bote-Verbreitungsgebiet? Wir haben uns umgehört.

„Die Mischung macht‘s“

Feuchts Bürgermeister Konrad Rupprecht liebt die Abwechslung. Er kann sich zwar auch ein paar Tage Ruheurlaub vorstellen, aber das Wichtigste ist ihm, seinen Horizont zu erweitern. „Die Mischung ist das Reizvolle“, findet er und reist gern in die Ferne. Wiederholt Südostasien oder Lateinamerika standen bei ihm schon auf dem Flugticket. Südafrika ist heuer im Dezember an der Reihe. Im Juni war Rupprecht mit seiner Frau in Spanien und ist ab Barcelona an der Küste entlang gefahren. So ganz lässt ihn die Politik dabei aber auch nicht los. „Da müsste man investieren“, durchfährt es ihn, wenn er die Umweltsünden in Myanmar oder Mexiko sieht. Die beste Erholung ist für ihn aber immer noch eine inspirierende Rundreise mit anschließender Entspannungsphase.

„Bestimmt 15 mal“

Auch der Winkelhaider Bürgermeister hat sich dieses Jahr schon eine Auszeit genommen. Über Pfingsten hat Michael Schmidt für zwei Wochen im Süden der Türkei seine Seele baumeln lassen. Sonne, Meer und Strand locken den Rathauschef zum wiederholten Mal in die Türkei, „bestimmt 15 Mal habe ich hier schon meinen Urlaub verbracht.“ Aber nicht immer zieht es ihn in die Ferne – seine nächste freie Zeit will das Gemeindeoberhaupt zuhause bleiben. Dabei ist es gar nicht so einfach, den Arbeits-Kopf abzuschalten, wenn das Büro nebenan ist.

Der Leinburger Bürgermeister Joachim Lang während eines Ostseeurlaubs auf Usedom. Foto: privat2019/08/Leinburg-Lang-Urlaub.jpg

„Morgens schon aktiv“

Bernd Ernstberger, erster Bürgermeister in der Gemeinde Schwarzenbruck, ist ein Aktiv-Urlauber. Jedes Jahr sucht er sich neue Urlaubsziele, die er mit Wohnwagen und Fahrrädern im Gepäck anstrebt. Und warum weit weg, wenn man quasi eine Urlaubsregion vor der Haustür hat? Eine Woche verbrachte er gemeinsam mit seiner Frau in Langlau am Brombachsee, genießt es dort zu schwimmen und zu radeln. Auch in Meran hat er dieses Jahr schon zehn freie Tage genossen, und für September steht noch der Gardasee auf der Liste. Sportliche Aktivitäten wie wandern oder Fahrrad fahren genießt er, denn „wenn ich morgens schon aktiv war, kann ich am Nachmittag mit einem besseren Gefühl nichts tun.“

„Abstand mit gutem Buch“

Für Leinburgs Bürgermeister Joachim Lang spielt das Lesen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, Abstand vom Alltag zu gewinnen. Zeit für Bücher ist ihm daher ganz wichtig, wobei es der Familie eigentlich egal ist, ob es in den Süden oder den Norden geht. Im Juli dieses Jahres war es die griechische Insel Kos, auf der sich der Rathauschef erholte. Hoch im Kurs stehen aber auch die deutschen Nord- beziehungsweise Ostseeinseln Sylt, Föhr, Wangerooge und Usedom. Auch er liebt die Kombination aus Sightseeing und Entspannung. „Aber am besten Abstand gewinnen kann ich mit einem guten Buch“, bekennt er. Und nach einiger Zeit gelingt es ihm auch, nicht mehr so oft aufs Diensthandy zu schauen.

Bevorzugte Wandergegend bei Heinz Meyer: die Südtiroler Bergwelt. Foto: privat2019/08/Burgthann-Urlaub-Meyer.jpg

„Ruhe und Frieden im Piemont“

Zwei Wochen zum Abschalten reichen auch dem Burgthanner Bürgermeister Heinz Meyer. Er hat heuer noch ein paar Wochen Freizeit vor sich: Zunächst im August gibt es eine Woche Arbeitsurlaub zu Hause, in den ersten zwei Septemberwochen geht es dann nach Italien. Zunächst sucht er eine Woche „Ruhe und Frieden“ im Piemont, danach geht es noch eine Woche zum Mountainbiken nach Süditirol, einer Gegend, in der er die schönste Zeit im Jahr schon öfter beim Wandern und Klettern verbracht hat. Auch Schwimmen liebt er, aber einen reinen Strandurlaub hält er nicht aus. „Das war schon immer so“, erinnert er sich.

„Alltag ausblenden“

Um ausnahmsweise mal „Alltag und Arbeit auszublenden“, geht Erich Odörfer, Bürgermeister der Stadt Altdorf, in die Berge zum Wandern. Besonders angetan hat es ihm – wie seinem Burgthanner Kollegen – Südtirol, die nördlichste Provinz Italiens. Seit Jahren fährt er dort hin und bewandert die Berge von den Ötztaler Alpen bis zum Naturpark Drei Zinnen. Auch dieses Jahr hat er dort schon eine Woche mit seinen Enkeln verbracht, eine weitere soll noch im Herbst folgen.

Von Gisa Spandler und Ella Distel

N-Land Gisa Spandler
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