Am Schnaittacher Marktplatz

Demo gegen Gewerbegebiet

Rund 80 Menschen protestierten auf dem Schnaittacher Marktplatz gegen das geplante Gewerbegebiet Hormersdorf. | Foto: Dorn2021/05/demo-gewerbegebiet-hormersdorf-schnaitt-scaled.jpg

Schnaittach. Ein gemeinsames Zeichen wollen sie setzen, sagte Meike Schüttrich von der Ortsgruppe Schnaittachtal des BUND Naturschutz, und deswegen hat sie gemeinsam mit der Bürgerinitiative (BI) Hormersdorf eine besondere Form des Protestes gewählt. Die Mitglieder beider Organisationen „umzingelten“ am Samstagvormittag den Schnaittacher Marktplatz, um gegen das geplante Gewerbegebiet an der Autobahnausfahrt Hormersdorf zu demonstrieren.

Der Marktplatz, so haben die Organisatoren ausgerechnet, entspricht nämlich ziemlich genau einem Zwanzigstel des geplanten Areals, und so könne man sich besser vorstellen, welche Fläche das Vorhaben beansprucht.

Weil es in einem Landschaftsschutzgebiet liegt, hatten die Protestierenden Plakate mitgebracht, auf denen von dem Vorhaben bedrohte Tierarten – insbesondere Vögel, Schmetterlinge und Insekten – abgebildet waren, und die mit prägnanten Sprechblasen auf die Gefährdung hinwiesen.

Schüttrich betonte, dass aus ihrer Sicht das Landschaftsschutzgebiet erhalten werden muss und die Planung gegen das Gewerbeflächenkonzept des Landkreises verstößt. Das Vorgehen der Marktgemeinde-Verwaltung sei kaum verständlich, sei das Vorhaben doch vor zwei Jahren schon abgelehnt worden. Ihr ist wichtig, dass sich auch etliche betroffene Landwirte an der Protestaktion beteiligen und die Schnaittacher Bürger durch die Demo ausführlich informiert würden. Beide Organisationen hätten auch vor, an die Kreisräte zu appellieren, gegen das Vorhaben zu stimmen. In das gleiche Horn stieß auch Christian Nüsslein von der BI Hormersdorf.

Bis 10.30 Uhr schlossen sich die Reihen; zu den gut 80 Demonstranten zählten auch mehrere Schnaittacher. Wie vorgesehen blieben die Teilnehmer auf ihren Plätzen. Da sie aber kleine diskutierende Grüppchen bildeten, gelang die Umzingelung des Marktplatzes nicht ganz.

Johanna und Thomas waren aus Hormersdorf hergekommen, weil sie der Meinung sind, dass in Bezug auf die Flächenversiegelung ein Wandel, ein Umdenken stattfinden müsse und sei es auch nur im Kleinen. Erst einmal sollte, wo möglich, der vorhandene Leerstand genutzt werden, bevor die Bagger anrollen, denn „…der Hut brennt uns schon“.

Wie versprochen gab es während der Aktion tatsächlich nur minimale Störungen des Verkehrs auf dem Marktplatz. Die Polizei rückte bereits nach wenigen Minuten wieder ab. Die nächste gleichartige Demo ist für den 29. Mai geplant.

Vinzenz Dorn

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