Feiern ohne Festzelt

Das neue Konzept der Schnaittacher Kirchweih stand auf dem Prüfstand

Erstmals fand in Schnaittach die Kirchweih ohne Festzelt statt. | Foto: Schuster2022/07/a473646522i0018_max1024x.jpeg

SCHNAITTACH – „Endlich wieder Kirchweih“, so die Stimmen der feiernden Gäste in Schnaittach. Der Platz am Bürgerweiher und neben der ehemaligen Hopfensiegelhalle verwandelte sich in einen riesigen Biergarten. Erstmals fand in Schnaittach die Kirchweih nämlich ohne Zelt statt, jedoch standen genau so viele Biertische im Freien.

Der Bieranstich am Freitagabend mit dem vorherigen Einschießen der Kirwa ging leider an den vielen Gästen, die in den lauen Abendstunden an den Biertischgarnituren unter den Schirmen sitzen blieben, fast unbemerkt vorüber. Der Grund dafür: Die Bühne für die Musiker stand weit vom geschotterten Platz am Bürgerweiher und damit vom Zentrum der Kirwa entfernt. Auf diesem Podium zapfte Bürgermeister Frank Pitterlein mit Unterstützung von Festwirt Denny Morawski das erste Fass an.

Bands im Freien

In seiner Begrüßung erwähnte der Bürgermeister auch das 50-jährige Landkreisjubiläum. Die Böllerschützen waren ohne die Kanone gekommen und feuerten ihre Böllergeräte hinter der Bühne ab, während die Musikband „Dorfbengel“ die Gäste unterhielt. Bei der „Kirchweih ohne Zelt“ gingen zwar die Meinungen etwas auseinander, aber mehrheitlich wurde dieses Konzept begrüßt, wenngleich die Bands im Freien einen schwereren Stand hatten. Einige schlossen sich der Meinung des Festwirts an, der von „einem wunderschönen Ambiente mit dem Weiher im Hintergrund und der Festung in der Ferne“ sprach.

Gut frequentiert war der Autoscooter.
Gut frequentiert war der Autoscooter. / Foto: Schuster

Auch aus den Ortsteilen und Nachbargemeinden kamen die Gäste nach Schnaittach. Einigen war jedoch nicht ganz klar, welches Bier ausgeschenkt wird. Denn überall standen grüne Sonnenschirme mit einem Aufdruck, der nicht zwangsläufig auf die Brauerei Schaffer schließen ließ, deren Bier zum Ausschank kam. Der Festwirt kann, laut Gemeinderatsbeschluss vom letzten Jahr, selbst seinen Bier- und Getränkelieferanten wählen.

Als großen Vorteil sah Hanne Hönicke aus Lauf, dass man weit auseinander sitzen konnte. Mit unzähligen „Hallos“ wurde die langjährige Kassenfrau des Schnaittacher Freibads begrüßt. Unvergessen sind auch Eveline und Karin Melchior, die mit der Familie jahrzehntelang in Schnaittach als Schausteller mit ihren Buden vertreten waren. Zuletzt waren die Seniorinnen mit einen Süßigkeitenstand 2019 auf der Schnaittacher Kirwa. Jetzt kamen die beiden rüstigen Rentnerinnen als Gäste mit vielen guten Erinnerungen im Gepäck zur Kirchweih, auch, um frühere Schaustellerkollegen zu treffen.

Das Wichtigste an der Kirchweih waren aber die Kinder, die sich in den Nachmittagsstunden am Festplatz vergnügten. Auch wenn man den Eindruck hatte, dass weniger Fahrgeschäfte und Buden aufgebaut waren – dem war nicht so. Sebastian Röhrich war mit seinen beiden Töchtern am Samstag am Festplatz. Seine Kinder testeten fast alle Fahrgeschäfte, von den Mini-Fliegern über Autoscooter bis hin zum Kinderkarussell. Schnell waren da Ausgaben von deutlich über 50 Euro zusammen.

Weiteres Thema: Die Preise

Die Preise generell waren ein weiteres Thema unter den Gästen, wobei diese natürlich auch die „Durststrecke“ der Schausteller über die letzten Jahre sowie die aktuellen Preissteigerungen anerkannten. Neben den sonst auch anwesenden Buden war heuer zum ersten Mal Roland Bezold aus Speikern mit seiner Fischbraterei vertreten.

Am Samstagnachmittag hatte die Gemeinde zum Neubürgertreffen am Festplatz eingeladen, wo sich auch einige Vereine präsentierten. Rund 50 Neubürger folgten der Einladung und konnten an einem kleinen Ortsrundgang mit Kellerführung teilnehmen. Organisiert hatte dies der Museums- und Geschichtsverein. Zusätzlich spendierte die Gemeinde Getränkegutscheine. Am Sonntag kamen die Senioren zum Zug. Beim „Seniorenkaffee“ am Nachmittag finanzierte der Markt den Kuchen und der Festwirt den Kaffee dazu.

Kiwastimmung war am Wochenende auch im „Westend“ angesagt. Hier sorgte ein DJ für die Feierlaune auf der großen Terrasse , die nach Einbruch der Dunkelheit mehr als gut besucht war.

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