Diebe kamen in der Nacht

Wer klaut 800 Kilo Bio-Heu?

Hier lagen mal 800 Kilo Bio-Heu. Diebe haben in der vergangenen Woche auf Stefan Igelhauts Wiese zugeschlagen. „Am Ende des Winters ist das besonders bitter“, klagt der Oberferriedener Landwirt. | Foto: Blinten2019/04/Oberferrieden-Igelhaut.jpg

OBERFERRIEDEN. „Am Ende des Winters ist das besonders bitter“, klagt der Oberferriedener Bio-Landwirt Stefan Igelhaut. Unbekannte haben ihm in der vergangenen Woche rund 800 Kilo Heu von seiner Wiese weggestohlen. Jetzt muss er, wenn seine eiserne Reserve nicht reicht, möglicherweise Futter nachkaufen. Nicht irgendeins, sondern als Biobetrieb Demeter-Heu, das erheblich teuerer ist als konventionelles Heu.

Bemerkt hat der Oberferriedener Landwirt den Diebstahl am vergangenen Samstag, als er für seine Schafe und Ziegen einen seit dem Sommer vergangenen Jahres auf einer Wiese in der Lach zwischen Ober- und Unterferrieden gelagerten Heuballen holen wollte. „Da lag nichts mehr“, erzählt er. Bei näherem Nachschauen fand Igelhaut dann am Waldrand einen Ballen, den die Diebe entweder übersehen oder beiseite geräumt und liegen gelassen hatten.

Wer stiehlt Futter von der Weide? Kleintierzüchter sicher nicht. Für die ermittelnden Polizeibeamten der Altdorfer Polizeiinspektion ist der Täterkreis jedenfalls ausgesprochen überschaulich.

Polizei hofft auf Zeugen

Mit Hinweisen aus der Bevölkerung hoffen die Ermittler nun, den Dieben auf die Spur zu kommen. Vielleicht haben Jogger oder Jäger etwas ungewöhnliches beobachtet. Igelhaut vermutet, dass die Täter entweder in den frühen Morgenstunden oder am Abend vorgefahren sein müssen, wahrscheinlich mit einem Traktor mit Ladevorrichtung.

Am frühen Morgen oder am Abend deshalb, weil in Ober- und Unterferrieden vielen Leuten bekannt ist, wem die Wiese in der Lach gehört, von der das Heu verschwand. Zeugen hätten sich sicher bei Igelhaut gemeldet. Deshalb auch sein Verdacht, dass die Diebe nicht über den Wirtschaftsweg zum Tatort kamen, sondern durch den an die Wiese angrenzenden Wald vorfuhren.

„Vielleicht haben ja Jogger im Wald einen mit Heuballen vorbeifahrenden Traktor gesehen“, hofft er. „Ich will alle Kollegen warnen, auf Futter, Stroh und Heu, das sie im Freien lagern, acht zu geben.“ Er selbst will künftig seine Heuballen mit einem GPS-System sichern, demselben, mit dem man auch Holz im Wald sichern kann.

Stefan Igelhaut bewirtschaftet einen kleinen Bio-Betrieb mit sechs Hektar Fläche, hat Ziegen und Schafe und eine Imkerei, deren Honig bereits mehrfach preisgekrönt wurde (wir berichteten).

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten