Gemeinde will zusätzliche Parkfläche von der DB pachten

Weitere Park-and-Ride-Plätze im Visier

Der Park-and-Ride-Parkplatz am Halt in Burgthann platzt aus allen Nähten. Im Hintergrund die unbefestigte Parkfläche und das Waldgebiet mit Jungwuchs, in dem weitere Flächen fürs Parken zur Verfügung gestellt werden sollen. | Foto: Gisa Spandler2017/04/Park-and-Ride-Platz-Burgthann.jpg

BURGTHANN – Die Deutsche Bahn ist ein schwieriger Verhandlungspartner. Dieser Satz, den man in den Verwaltungen der Kommunen landauf landab immer wieder hört, fiel auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung, als es um die Vergrößerung des Park-and-Ride-Parkplatzes am Bahnhof ging. Dennoch haben die Gemeinderäte einstimmig die Verwaltung beauftragt, noch einmal mit der AG zu verhandeln, denn zusätzliche Parkplätze werden gebraucht und das Angebot, das die Bahn der Gemeinde bisher gemacht hat, erscheint allen indiskutabel.

Bereits seit 2011 ist man mit der Bahn in Kontakt, weil immer wieder Bürger darüber klagen, dass die Plätze auf der ausgebauten und der anschließenden geschotterten Fläche nicht mehr für die Fahrzeuge ausreichen.

Damit eine Förderung der Parkplatzerweiterung möglich ist, muss die Gemeinde im Besitz des Grundstücks sein oder es zumindest längerfristig – 15 bis 20 Jahre – pachten. Ein Kauf kommt jedoch nicht in Frage, da gewisse bahninterne Planungen vorliegen bzw. zwei Telekommunikationskabel, die die Bahn benötigt, vor dem Verkauf verlegt werden müssten, was mit mindestens 200.000 Euro zu Buche schlagen würde. Die Bahn hat daher eine Anmietung der Schotterfläche, die sich an den ausgebauten Parkplatz anschließt und jetzt schon von Pkw-Fahrern genutzt wird, sowie eines zusätzlichen Stückes in Richtung Kanal angeboten. Diese Zusatzfläche wäre etwa 600 Quadratmeter groß und darauf könnten etwa 15 bis 20 weitere Fahrzeuge parken, informierte Bauamtsleiter Roland Schmucker in der Sitzung. Ein Problem stellten bisher allerdings die Konditionen dar, die sich die Bahn für die Verpachtung vorstellt.

Der Gemeinderat hatte nun zu entscheiden, ob die Planung für die Anmietung der Flächen überhaupt vorangetrieben werden und daher nochmal mit der Bahn über die Bedingungen verhandelt werden solle. Wolfgang Lahm (SPD) bezweifelte, dass die Leitungsverlegung tatsächlich notwendig wäre und störte sich daran, dass die Gemeinde quasi gezwungen werde, viel Geld für Parkplätze für Kunden der Bahn auszugeben. Dieser Sicht schloss sich Bürgermeister Heinz Meyer nicht an. Es gehe weniger um die Kunden der Bahn als um Gemeindebürger, die die S-Bahn zum Pendeln benutzen: „Wir brauchen die Parkplätze für die Nutzer des ÖPNV.“ Margarete Becker (Grüne) wollte wissen, wie das deutschlandweit geregelt ist, wenn die Kommunen derartige Ansinnen der Bahn für überzogen halten. Der Bürgermeister erinnerte daran, dass es um die grundsätzliche Entscheidung geht, ob man dort einen größeren Parkplatz will. Außerdem gebe es das Problem, dass auf der Zusatzfläche einige sehr alte Eichen stehen, die nicht gefällt werden könnten.

„Bleibt nichts anderes übrig“

Günther Nedvidek (CSU) sah zwar auch das Interesse der Bahn hinter dem Wunsch, die Flächen zu verpachten, aber er fand gleichzeitig: „Uns bleibt nichts anderes übrig.“ Klaus Wagner (Freie Wähler) wollte wissen, ob man dort vielleicht jetzt schon parken könne. Dies musste Schmucker verneinen, weil sich auf dem Grundstück Jungwuchs und dahinter die alten Eichen befänden. Karin Gätschenberger-Bahler (SPD) erinnerte daran, dass auf jeder Bürgerversammlung Klagen über die unzureichende Parkplatzsituation kommen. „Wir sollten da reagieren“, fand sie. Ebenso sah das Monika Nette, die argumentierte, dass man doch möchte, dass mehr Pendler die Bahn nutzen.

Einen anderen Aspekt brachte Georg Reither (CSU) ins Spiel. Er habe gehört, dass die Planung für das dritte S-Bahn-Gleis nach Neumarkt schon fix und fertig sei. „Was ist, wenn wir da was bauen und die Bahn will das in ein paar Jahren wegreißen?“, fragte er.

Bürgermeister Meyer hatte andere Informationen. Über die Bundestagsabgeordneten habe er erfahren, dass das so nicht der Fall sei. Die Strecke sei im Bundesverkehrswegeplan enthalten und habe lediglich den Status „in Planung“. „Auf jeden Fall nur schottern“, forderte Peter Müller (CSU) abschließend, bevor die Räte beschlossen, die Planung zusätzlicher Parkplätze weiter zu verfolgen, nur eine wassergebundene Oberfläche anzuvisieren, die Eichen nicht anzutasten und vor allem noch einmal wegen der Pachtkonditionen mit der Bahn AG zu verhandeln.

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