Franz Matzkowitz muss seine Fische umsetzen

Warmes Wasser ist für Karpfen tödlich

Jetzt muss alles ganz schnell gehen: Wegen des warmen Wassers hat Franz Matzkowitz schon ein Drittel seines Bestands verloren. Die noch lebenden Karpfen fischt er ab und setzt sie um. | Foto: Blinten2018/08/Doerlbach-Karpfen.jpg

DÖRLBACH – Franz Matzkowitz aus Dörlbach ist einer von zahlreichen Teichwirten, die derzeit viel Arbeit haben. Wer als Karpfenzüchter nicht schnell handelt, wenn die Wassertemperatur weiter steigt, verliert seinen gesamten Fischbestand.

In Matzkowitz‘ Teich auf der Dörlbacher Au ist das Wasser inzwischen über 30 Grad warm, der Sauerstoffgehalt sinkt immer weiter. Etwa ein Drittel des Bestands, so schätzt der Teichwirt, ist verendet. Im Frühjahr hat der Dörlbacher 95 Spiegelkarpfen und fünf Graskarpfen in den Teich eingesetzt. Normalerweise bleiben die Fische bis im Oktober im Weiher, dann werden sie geerntet.

In die Hälterungsanlage

In diesem Jahr ist alles anders. Matzkowitz holt die Karpfen aus dem Weiher und bringt sie nach Hause in einer Hälterungsanlage. Hier füttert er sie jetzt bis zur Ernte im Herbst durch. Die Fische müssen dabei noch ordentlich zulegen. „Denen fehlen noch mindestens 300 Gramm“, sagt der Teichwirt.

Die Teichwirtschaft ist das große Hobby des Kfz-Sachverständigen, seit Jahrzehnten hält er Karpfen und hat erst einmal eine ähnliche Situation erlebt wie jetzt. Das war im Sommer 2003, als er ebenfalls erschrocken feststellen musste, dass seine Fische wegen Sauerstoffmangels im Teich eingingen und er schnell abfischen musste.

Karpfen vorerst gerettet

Wie damals hat er jetzt eine Pumpe eingeschaltet und leert seinen Teich. Dann geht er mit dem Netz bei niedrigem Wasserstand durch den Weiher und holt die noch lebenden Karpfen heraus.

Dass sich das Wasser im Karpfenteich von Matzkowitz so schnell aufheizt, hängt zum einen damit zusammen, dass hier oben auf der Au kein Schatten auf die Wasserfläche fällt, zum anderen hat der Teich keinen Zulauf mehr. Er speist sich durch Oberflächenwasser, das von den umliegenden Wiesen und Feldern in die Senke hinabfließt. Seit Wochen ist die Au aber knochentrocken, hier fließt kein Wasser mehr.

Die Gegend ist so trocken, dass sich jetzt auch Rehe bis an den Karpfenteich von Matzkowitz wagen, um hier zu saufen. „Die finden hier ja sonst nichts mehr“, erzählt er. Die Rehe beobachtete er vor einigen Tagen. Da schwante ihm schon, dass er auch mit seinen Fischen Probleme bekommen würde. Die sind jetzt erst einmal gerettet. An die Schuppen geht es ihnen erst im Oktober.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten