Bürger stellten kritische Fragen an den Bürgermeister

Unterschriftensammlung für Nachbesserungen bei den Burganbauten?

Einer der Anbauten, die zu hitzigen Diskussionen Anlass geben. Bürger fragen sich, welche Möglichkeiten es gibt, jetzt noch auf die Gestaltung Einfluss zu nehmen. Foto: Spandler2015/05/burganbau_New_1432217132.jpg

BURGTHANN – Obwohl die Burganbauten gar nicht auf der Tagesordnung der jüngsten Gemeinderatssitzung standen, waren sie doch wieder ein beherrschendes Thema, sowohl vor der offiziellen Tagesordnung als auch danach. Insbesondere der Bürgermeister musste sich im Rahmen der Bürgerfragestunde kritischen Vorhaltungen stellen.

Sechs junge Burgthanner wollten wissen, ob die momentane Umsetzung der Brandschutzvorschriften endgültig sei, oder ob man von „den Kästen“ doch noch wegkommen könnte. Der Bürgermeister verwies auf den einstimmigen Gemeinderatsbeschluss zur Gestaltung. Der Fragesteller allerdings hätte sich gewünscht, dass die Bürger mehr einbezogen gewesen wären. Ein anderer wollte wissen, ob es denn Alternativen bei der Planung gegeben hätte. Die hätten den Rittersaal und den großen Kellerraum betroffen, die man aber möglichst verschonen wollte, antwortete Heinz Meyer.

Kritisch wurde auch die Wahl des Architekten gesehen. Ob nur ein einziger Architekt an diesem Auftrag beteiligt gewesen sei oder ob es eine Ausschreibung gegeben habe, interessierte die jungen Leute. „Es gab keine Ausschreibung, weil wir der Meinung waren, der beauftragte Architekt macht das gut“, erwiderte der Rathauschef.

Erfahrung mit ähnlichen Aufgabenstellungen habe er aber nicht gehabt, räumte er ein. Dies konnten die sechs Burgthanner nicht nachvollziehen: „Bei zwei oder drei Meinungen wären vielleicht ansehnlichere Vorschläge herausgekommen“, gab einer zu bedenken. Meyer verwies darauf, dass es eben gesetzliche Zwänge gebe, die den Handlungsspielraum einschränkten. Eine Ausschreibung habe man bei der relativ kleinen Maßnahme nicht für nötig gehalten.

Den Vorwurf, die Fördergemeinschaft Burg Burgthann sei nicht einbezogen gewesen, wies der Rathauschef zurück. Gemeinsam habe man beraten, wo die Fluchttreppen verlaufen sollten, und habe sich auf den Außenbereich festgelegt, weil im Innern zu viel Platz verloren gegangen wäre. Ebenso wie mit dem Leiter des Eppelein-Festspiels habe es mehrere Termine gegeben, und als der Plan fertig war, habe man den dem Burgverein ausführlich vorgestellt, auch an Hand von Beispielbildern.

Nochmal Geld in die Hand nehmen

Den Vorschlag, noch einmal Geld in die Hand zu nehmen und einen weiteren Architekten zu beauftragen, einen Weg zu finden, doch noch auf die „Käfige“ zu verzichten oder das dahinter liegende Mauerwerk wieder sichtbarer zu machen, wiegelte der Bürgermeister erneut ab. Er glaube nicht, dass die Mehrheit die eingehauste Treppenlösung ablehne. Er gab sich sogar überzeugt, dass die Kritiker der Ausführung nur einzelne seien: „Es gibt welche, die sich jetzt nicht mehr äußern trauen, weil sie total verschreckt sind, obwohl es ihnen gefällt,“ mutmaßte er.

Außerdem versicherte er, dass man mit der Stahlkonstruktion auch einen Hingucker erzeugen wollte. Das konnten die kritischen Besucher der Sitzung nicht nachvollziehen. Die meisten hätten sich doch eher etwas Dezentes gewünscht, waren sie überzeugt und kamen noch einmal auf die eingangs gestellte Frage zurück, ob und auf welchem Weg sich denn noch Änderungen herbeiführen ließen. Wäre die Gründung einer Bürgerinitiative denkbar oder eine Unterschriftensammlung? Nachdem der Bürgermeister versicherte, er würde eine entsprechende Unterzeichnerliste seinem Gemeinderat zur Beurteilung vorlegen, gaben sich die Sechs zunächst zufrieden.

Kritik aus dem Gremium

Auch wenn der Gemeindechef die Ablehnung der Sicherheitstreppen nur wenigen zuschrieb, sah er sich dennoch am Ende der Sitzung auch mit Kritik aus dem Gremium konfrontiert. Insbesondere die Freien Wähler, die zwar wie alle anderen Gemeinderatsmitglieder der Planung zugestimmt hatten, haderten – allerdings leicht verspätet – auch mit der Vorgehensweise bei der Vergabe des Auftrags. „Ein Architekt muss nicht alles können“, stellte Klaus Wagner (FW) fest und spielte damit wohl darauf an, dass man mit einem Planer, der sich auf derartig sensible Maßnahmen spezialisiert hat, wohl bessere Erfahrungen gemacht hätte. Und Dr. Alexander Ebert (FW) präsentierte einmal mehr die Sichtweise des Burgfördervereins, man sei in die Planungen nicht eingebunden gewesen.

Dies veranlasste den Bürgermeister, sich gegen die Darstellung zu verwahren, er würde an dieser Stelle in öffentlicher Sitzung die Unwahrheit sagen. Bleibt festzuhalten, dass Mitglieder des Burgfördervereins mit Sicherheit über die Planungen informiert wurden.

Ob aber ihre Wünsche und Interessen in ausreichendem Maß berücksichtigt wurden, ist eine ganz andere Frage.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler