Inklusionspreis für Ezelsdorfer Stiftung

Sicheres Schwimmen für alle

Schwimmlehrerin Sophie Reiter trainiert mit einem ihrer Schützlinge von der Lebenshilfe in Schönberg im Wasser. | Foto: Spandler2018/08/Ezelsdorf-KinderLebenshilfe2.jpg

EZELSDORF – Schöner Erfolg für die Organisation „Deutschland schwimmt“. Der Stiftung, die Schwimmlehrer Alexander Gallitz aus Ezelsdorf vor zwei Jahren ins Leben gerufen hat, wird am Mittwoch, 26. September, der Inklusionspreis des Bezirks Mittelfranken verliehen. Aus über 50 Bewerbern wurde das Projekt ausgewählt, das sich das Motto „Sicheres Schwimmen ein Leben lang“ gegeben hat und sich dafür einsetzt, dass 100 Schwimmlehrer eine besondere Ausbildung erhalten, um auch geistig behinderten Menschen das Schwimmen beizubringen. 5000 Euro gibt es nun dafür vom Bezirk.

Hinter dem Projekt steckt die Idee, nicht nur Inklusionsschwimmen irgendwie zu fördern, sondern erst einmal eine gute Ausbildung für Schwimmlehrer zu ermöglichen, denn Menschen mit einem Handicap das Schwimmen beizubringen, erfordert andere Qualifikationen als normalen Schwimmunterricht zu betreiben, erklärt Alexander Gallitz, der federführend das Konzept mit ausarbeitet.

Alexander Gallitz setzt sich dafür ein, dass sich alle Menschen sicher im Wasser bewegen können. | Foto: Spandler2018/08/Ezelsdorf-Alexander-Gallitz.jpg

Der Präsident des Deutschen Schwimmlehrerverbands weist darauf hin, dass zum Beispiel ein erster Schritt sei, den Menschen mit Handicap die Angst vor dem Wasser zu nehmen, was bei Menschen mit bestimmten Einschränkungen auf spezielle behutsame Weise geschehen müsste.

Um dieses Anliegen durchzusetzen, gründete er zusammen mit Martha Fischer vor zwei Jahren die Stiftung.

Stiftung beschlossen

Die Gründe für das Unternehmen waren offensichtlich: Martha Fischer hat selbst ein Kind mit Behinderung und einfach keinen adäquaten Platz in einem Schwimmkurs gefunden und sich deshalb an Schwimmlehrer Gallitz gewandt. Da der weiß, wie wichtig es gerade für behinderte Menschen ist, sich im Wasser zu entspannen, aber sich auch sicher darin bewegen zu können, und wie teuer und oft auch ineffektiv Privatstunden sind, beschloss man gemeinsam, die Stiftung ins Leben zu rufen. Im Dezember 2016 wurde sie offiziell anerkannt, letztes Jahr startete man durch mit nur drei Leuten und etlichen Ehrenamtlichen, darunter auch Gallitz’ Tochter Sophie, die eine Ausbildung zur Schwimmlehrerin für behinderte Kinder durchlaufen hat.

Momentan wird der Unterricht samstags im Langwasserbad bei normalem Schwimmbetrieb durchgeführt. Das findet Gallitz wichtig, denn im „wirklichen Leben“ schwimmen die Kinder ja auch nicht in einem abgeschirmten Bereich, sondern sollen sich in jedem Gewässer sicher bewegen können. „Damit haben wir auch gute Erfahrungen gemacht, es hat nie Probleme gegeben“, ist die positive Bilanz des Experten. Unterrichtet werden bis dato Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren, die Eltern zahlen die Hälfte des regulären Preises einer Schwimmkursstunde, die andere Hälfte übernimmt die Stiftung. Am Schwimmtraining nehmen derzeit sechs Kinder der Lebenshilfe Schönberg teil.

Konzept gesichert

Aufmerksam auf die Auslobung des Preises hat ihn Angelika Feisthammel, die Kreis-Behindertenbeauftragte, gemacht. „Mit den 5000 Euro können wir jetzt ein Konzept für die Ausbildung der 100 Schwimmlehrer entwickeln“, freut sich Gallitz.

Natürlich muss der Stiftungsleiter auch weiterhin hausieren gehen, um Mittel zu generieren, die die Stiftung am Laufen halten. Vom Elternbeirat der Lebenshilfe in Schönberg wurde die Stiftung letztes Jahr mit stolzen 2000 Euro unterstützt. Bei der Gemeinde und einigen Burgthanner Firmen war er dagegen nicht erfolgreich.

Nun hat er eine weitere Idee: Er bietet Privatleuten und Unternehmen eine Fördermitgliedschaft an, die sie zum Beispiel anstelle von Weihnachtsgeschenken für ihre Kunden finanzieren sollen. Mit 1000 Euro wären Firmen dabei, Ärzte und Privatmenschen zahlen 500 Euro, alle erhalten eine Urkunde und sorgen dafür, dass ein (500 Euro) beziehungsweise zwei Kinder mit Einschränkung (1000 Euro) schwimmen lernen dürfen.

Unterstützen kann man die Stiftung übrigens nicht allein durch Geldspenden. Schwimmvereine können zum Beispiel kostenlose Plätze in ihren Kursen anbieten oder Badbetreiber das Schwimmbad kostengünstig zur Verfügung stellen. Ein Nürnberger Hotel etwa überlässt den Schwimmlehrern und -schülern seinen Pool kostenlos für den Unterricht. Und natürlich können sich alle Schwimmlehrer weiter qualifizieren, um im Sinne der Stiftung „Schwimmunterricht für und mit Kindern mit Behinderung“ zu geben.

Spendenkonto: IBAN: DE29 5206 0410 0005 0070 11 bei der Evangelischen Bank.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler