Ein einmaliges Reise-Erlebnis

Safari-Trip in Namibia

Ein Sechs-Meter-Krokodil wärmt sich am Morgen in der Sonne, aber die Büffeldame nebenan ignoriert das. | Foto: Behr2017/02/Namibia2.jpg

BURGTHANN/WINDHOEK – Fragt man, was bei seinem dreiwöchigen Safari-Urlaub Ende des vergangenen Jahres das Beeindruckendste war, dann fällt Norbert Behr nicht so schnell eine Antwort ein. Zu vielfältig waren die Impressionen, zu interessant die Erlebnisse, zu bezaubernd Landschaften, Menschen und Tierwelt in Namibia. Festlegen will sich der Burgthanner nicht, aber seine 1200 Fotos sprechen Bände.

Wochenlang musste Norbert Behr die 1200 Fotos auswählen, sichten, ordnen, beschriften. Seltene Aufnahmen sind in Namibia entstanden – und ein Reise-Erlebnis, das er sein Leben lang nie mehr vergessen wird.

Kudus an einer Wasserstelle im Buschmännerland.2017/02/Namibia5.jpg

 

Bereits im Februar vergangenen Jahres wurde mit der Planung begonnen. Dass die Reise kein Touristen-Trip von der Stange werden würde, war klar. Denn Behr hätte niemals pauschal gebucht, schließlich konnte er sich auf erfahrene Begleiter verlassen, insbesondere auf Harry Wedel, den gebürtigen Burgthanner, der vor Jahren nach Namibia ausgewandert ist und schon viele Safaris organisiert hat, weil er sich vor Ort bestens auskennt.

Zusammen mit Behr und Wedel, dem Sohn des ehemaligen Burgthanner Bürgermeisters und Chronisten, war auch der Burgthanner Schreiner Reinhard Rupprecht unterwegs sowie vier weitere Teilnehmer aus Feucht und anderen Teilen der Republik, darunter drei Frauen.

Elefanten gut zu Fuß im Chobe-Nationalpark. Alle gesichteten Dickhäuter trugen nur kurze Stoßzähne, die Artgenossen mit den langen sind wohl Elfenbeinwilderern zum Opfer gefallen. | Foto: Behr2017/02/Namibia7.jpg

 

Das Abenteuer begann mit einem Flug nach Windhoek und der Weiterfahrt in den Nordwesten nach Omaruru, wo Harry Wedel sein Zuhause hat. Dort nahm man das einzige Mal den Luxus eines Hotels in Anspruch, ansonsten nächtigte man in Zelten, möglichst zwei bis drei Nächte am gleichen Ort, damit man nicht so oft auf- und abbauen musste. Die erste Tour am Morgen danach führte Richtung Osten bis über die Grenze nach Botsuana. Mit zwei Geländewagen waren die sieben Safari-Urlauber unterwegs und sahen sich prompt mit zwei heftigen Autopannen konfrontiert. Doch beide ließen sich nach kurzer Zeit beheben.

Ein eitles Goldweber-Männchen, das sich fast stündlich im Außenspiegel des geparkten Geländewagens betrachtete.2017/02/Namibia3.jpg

 

Zu Gast beim Naturvolk

Als besonders spannend erlebte Behr schon den zweiten Tag, an dem man einen der wenigen Naturstämme mit Buschmännern besuchte. Die leben dort in einer Art Reservat nach ihren alten Sitten und Gebräuchen. Die Besucher erhielten Einblicke in die ursprüngliche Lebensweise des Stammes, es wurde ihnen zum Beispiel gezeigt, dass noch mit Pfeil und Bogen gejagt wird. Auch wie sie diese Waffen selbst herstellen, erfuhren die Safariteilnehmer und wurden gleich in die Produktion mit eingebunden.

Nach diesem Abstecher in das ursprüngliche Afrika ging es mit Jeep oder Boot von Nationalpark zu Nationalpark. Bis zu den Victoriafällen in Simbabwe fuhren die Teilnehmer der Reise, wobei Norbert Behr im Nachhinein nicht verhehlt, dass ihn dieser Ausflug etwas enttäuschte. „Zu touristisch“, lautet sein Urteil, der Kontrast zur unberührten Natur auf der einen Seite und River Rafting und Bungeejumping auf der anderen erschien ihm zu krass. Gern fuhr er wieder zurück in den Chobe Nationalpark, der eines Tages ein riesiges zusammenhängendes Schutzgebiet bis nach Kenia verbinden soll.

Mutter Warzenschwein mit ihren Vierlingen ist eigentlich ein Wildtier, lässt sich aber auch dazwischen mal ungerührt auf einem Parkplatz blicken.2017/02/Namibia9.jpg

 

Ebenso wenig, wie ihm das schönste Erlebnis einfallen will, kann er sich an das gefährlichste erinnern, es hat schließlich alles geklappt. Doch dann muss er doch an die traurige Tatsache erinnern, dass etliche der Tiere, die er selber noch auf anderen Afrika-Reisen vor vielen Jahren sehen konnte, mehr oder weniger verschwunden sind. Schuld ist die zeitweise exzessive Wilderei, die nicht nur die Elefanten wegen ihrer Stoßzähne betraf, sondern auch die Flusspferde und – was noch viel auffälliger ist – die Wildkatzen. Keinen einzigen Löwen, keine Geparden hat man auf dem ganzen dreiwöchigen Trip gesehen.

Die Löwen seien wohl durch eine tödliche Infektion dort ausgestorben, weiß Naturfreund Behr, man will sie wieder ansiedeln. Aber die anderen Raubkatzen? „Wurden weggeschossen“, vermutet nicht nur er.

Natur pur in Afrika

Natur pur im südlichen Afrika zu erleben, war aber nicht der einzige Zweck der Reise. Die Sarafi-Teilnehmer Wedel und Rupprecht hatten schon öfter eine Schule in der Nähe von Omaruru finanziell unterstützt, und auch der aktuelle Trip führte wieder mit einem dicken vierstelligen Scheck zu den Verantwortlichen der Bildungseinrichtung: Ein Sportplatz soll mit dem Geld gebaut werden, das die Deutschen in ihrem Freundes- und Verwandtenkreis gesammelt haben. Bei der Spendenübergabe war die Freude riesig, ein richtiges traditionelles Festprogramm mit Musik und Tänzen hatte man zum Dank für die Gäste zusammengestellt.

Traditioneller Tanz vor der Schule bei einer Feier, die aus Freude über die Spendenübergabe für die Gäste aus Deutschland organisiert wurde.2017/02/Namibia6.jpg

 

Fazit der außergewöhnlichen Urlaubsreise: Diese war nicht die letzte Namibia-Tour für den Burgthanner, der während der dreiwöchigen Exkursion seinen 79. Geburtstag feierte. Die nächste will er nur zu zweit mit Harry Wedel machen, dieses Mal in den Norden dieses faszinierenden Landes.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler