Kostensteigerung bei Gemeindehaus

Pfarrer muss zum Rapport

Schön geworden, aber auch entschieden teurer als geplant: Die Sanierung des Gemeindehauses kostet mehr als das Doppelte der ursprünglich veranschlagten Summe. Nun wünscht sich die Kirchengemeinde mehr finanzielle Unterstützung von der politischen Gemeinde. | Foto: Spandler2019/02/Oberferrieden-ev-Gemeindehaus.jpg

OBERFERRIEDEN – Der Gemeinderat konnte sich in seiner Februar-Sitzung nicht zu einer schnellen Zustimmung zu einer zusätzlichen Förderung für die Renovierung des evangelischen Gemeindehauses durchringen. Statt der informell übergebenen Rechnung fordert das Gremium nun eine Erklärung, wie es zur Kostensteigerung und der damit verbundenen Bitte um weitere gemeindliche Unterstützung kam.

Zur Vorgeschichte: Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Oberferrieden hat 2012 einen Zuschussantrag für die Renovierung des Gemeindehauses neben der Marienkirche in Oberferrieden gestellt. Der Gemeinderat hat damals in seiner Juni-Sitzung beschlossen, der Kirchengemeinde wie üblich einen Zuschuss in Höhe von zehn Prozent aus der maximalen Kostensumme von 136.000 Euro zu gewähren.

Nun ging ein Schreiben im Rathaus ein, in dem die Kirchengemeinde mitteilt, dass die Renovierung nach langem Hin und Her endlich abgeschlossen ist, die Schlussrechnung sich aber auf 277.677 Euro beläuft. In der Mitteilung bittet die Kirchengemeinde nun darum, den Zuschuss in Höhe von zehn Prozent auf die tatsächliche, deutlich erhöhte Summe zu leisten.

Summe mehr als verdoppelt

In der Sitzung erläuterten Bürgermeister Heinz Meyer und Kämmerer Heinz Rupprecht die Situation und stellten fest, dass in anderen Bereichen eine derartige Nachförderung unüblich sei. Meyer wies darauf hin, dass man diese Bitte auch gleich ablehnen hätte können, da ja eine maximale Fördersumme schon 2012 festgelegt worden war.

Die Frage aus dem Gemeinderat, weshalb sich die Endsumme mehr als verdoppelt habe, konnte der Kämmerer nicht beantworten, Gründe seien ihm nicht genannt worden. Bürgermeister Meyer wurde noch deutlicher: „Ich bin verwundert, dass man das Gespräch hier nicht mit uns gesucht hat.“

Rupprecht erläuterte die Förder-Richtlinien. Man habe sich darauf festgelegt, Maßnahmen im kirchlichen Bereich immer mit zehn Prozent zu bezuschussen. Erstrecke sich das Einzugsgebiet einer Kirchengemeinde über zwei politische Gemeinden, so werde die Förderung anteilig ausgezahlt. Dr. Eckhard Töpert meinte sich zu erinnern, dass man hier auch einmal eine Fördergrenze festgelegt habe. Dies sei nur bei Projekten im sportlichen Bereich der Fall, erläuterte der Kämmerer.

Vorwurf an die Kirche

Ob man denn dann die gesamte Summe gewährt hätte, wenn die zu Beginn schon in der jetzigen Höhe festgestanden hätte, wollte Grünen-Gemeinderat Wolfgang Seitz wissen. Davon gehe er aus, antwortete der Bürgermeister. Heinz Holzammer (SPD) forderte, dass die Kirchengemeinde bei einer solchen Kostensteigerung eben einen neuen Antrag stellen müsste: „Die können doch jetzt nicht einfach das Doppelte veranschlagen, hätten sie halt vernünftig geplant“, lautete sein Vorwurf Richtung Kirche.

Der Bürgermeister schlug schließlich vor, man solle von den Verantwortlichen eine Erklärung einholen, „damit der Pfarrer sagen kann, wie es zu der Kostensteigerung kam“, denn „so halten wir das Verfahren nicht für korrekt“.

Am Ende herrschte Einverständnis darüber, die Kirchengemeinde mit ihrem verantwortlichen Pfarrer Volker Dörrich zu einer Erläuterung aufzufordern, wie es zu der gravierenden Abweichung kam, für die Bürgermeister Meyer allerdings in Aussicht stellte: „Wir werden es aber am Ende wahrscheinlich zahlen.“

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler