„Am Mühlbach“ beschäftigt Gemeinderat Burgthann

Neuer Investor für Baugebiet

Eine der Varianten, die im vergangenen Jahr keine Gnade vor den Augen der Gemeinderäte fand. So nicht, kritisierten sie den Entwurf der Vorgänger des aktuellen Planers, und auch das neueste Konzept muss noch nachgebessert werden. Nun sind unter anderem im Norden statt der Fünfspänner, die zwischenzeitlich Siebenspänner waren, sechsspännige Reihenhausriegel gewünscht, die massiven Mehrfamilienhäuser im Zentrum werden durch acht Doppelhäuser ersetzt. | Foto: Hartmann Planwerk2020/04/Mimberg-Muehlbachgrund-Planungsbuero-Skizze-scaled.jpg

MIMBERG – Das geplante Baugebiet Am Mühlbach beschäftigt den Gemeinderat weiterhin.
 Auch das Konzept, das ein neuer Entwickler nun vorstellt, überzeugt noch nicht gänzlich.

„Keine Gnade mit dem Planer“ titelte der Bote im März vergangenen Jahres nach einer Gemeinderatssitzung. Wie am vergangenen Dienstag ging es damals um die Vorstellung der Planung eines Neubaugebiets auf der ehemaligen Fensterfabrik im Mühlbachviertel, die allerdings nicht den Vorstellungen der Mehrheit im Gemeinderat entsprach. Nicht viel anders war es in der jüngsten Sitzung, zweieinhalb Jahre, nachdem man das Projekt ins Auge gefasst hatte. Unterdessen hat man den Investor gewechselt und dementsprechend auch das Planungsbüro, doch die strittigen Punkte sind immer noch die gleichen: zu massive Bebauung, Stellplatzprobleme, schwer zu regelnde Zufahrten …

Deutlich geändert hat sich allerdings der nun anvisierte Charakter des Neubaugebiets und die Philosophie des Investors, der nun UDI GmbH heißt und zwar wie der alte auf Ökologie setzt, aber nicht mehr auf hochwertige und damit teure Wohneinheiten, sondern auf erschwingliche Häuser. Geplant wird mit HBP, einem regionalen Bauträger.

B-Plan noch nicht rechtskräftig

Bauamtsleiter Roland Schmucker erläuterte kurz die Sachlage. Ein Bebauungsplan für das Gebiet existiert schon, war auch bereits öffentlich ausgelegen, ist aber noch nicht rechtskräftig. Das neue Konzept, das sich nicht so gravierend von dem zuletzt diskutierten unterscheidet, würde diesem Plan nicht widersprechen. Wesentlicher Unterschied wären die acht Doppelhäuser, die statt der bisher vorgesehenen Mehrfamilienkomplexe nun in der Planung enthalten sind. Jürgen Stigler und sein Kollege von UDI legten in ihrer Präsentation Wert darauf, dass man bald, möglichst im Herbst, mit der Maßnahme beginnen würde.

Zum Konzept gehören weiterhin Reihen- und Doppelhäuser, entweder mit begrüntem Flach- oder Satteldach, begrünten Carports und ein für alle verbindlicher Anschluss an ein Blockheizkraftwerk. Die Erstellung sei zuschussfähig, „so sprechen wir junge Familien an“, schloss Stigler. Von der ursprünglich vorgesehenen hochwertigen Siedlung mit ökologischem Modellcharakter sprach nun allerdings niemand mehr, wenngleich die Fachleute von UDI den grünen Charakter ihrer Planungen betonten.

Interesssant ist auch die Entwicklung der Anzahl der Wohneinheiten. Auf der 32 000 Quadratmeter großen Fläche sollten zunächst 22, dann 31 Wohneinheiten entstehen, „13 Sitzungen später“, wie Georg Reither (CSU) bemerkte, waren es 47, nun seien 58 vorgesehen, nachdem zwischendurch auch mal 64 im Gespräch waren. Die Planung pendelt seit zweieinhalb Jahren zwischen den Polen möglichst aufgelockert, also weniger Bebauung, und möglichst erschwinglich, also verdichtete Bebauung, hin und her. Die Wirtschaftlichkeit ist letztendlich der Faktor, der den Ausschlag für die Beteiligung eines Geldgebers und damit die Umsetzung des Ganzen bestimmt.

Bisher hat man es noch nicht geschafft, die Wünsche der Gemeinderäte und die wirtschaftlichen Vorstellungen der Entwickler in Einklang zu bringen, so dass das erste Set Planer und Investoren mittlerweile verschlissen ist. Das zweite gab sich redlich Mühe, Räten und Verwaltung die Neuauflage der Planung schmackhaft zu machen, doch die kritischen und auch die mittlerweile genervten Geister im Gremium hielten mit ihrer Unzufriedenheit nicht hinter dem Berg.

Heinz Holzammer (SPD) hatte immer noch Bedenken wegen der Zufahrt und der Massivität der Anlage. Durch die Auflockerung im Mittelbereich sei eine Verdichtung im Norden entstanden, was Alexander Bock (CSU) ebenso sah. Dem schloss sich Günther Nedvidek (CSU) an. Parkplatzprobleme befürchtete Klaus Wagner (FW) und Dr. Eckhard Töpert (SPD) monierte, dass man trotz der Reduktion der Wohneinheiten die gleiche Fläche bebauten Raumes vorsieht. Man habe schon lange diskutiert, gab Reinhard Graf (CSU) zu bedenken und schlug vor: „Wir müssten uns jetzt mal in der Mitte treffen.“

BHKW obligatorisch

Nicht verhandelbar war der Vorschlag Wagners, den Käufern die Art der Heizung selbst zu überlassen. Das Konzept sehe vor, alle Einheiten an das gemeinsame Blockheizkraftwerk anzuschließen, erläuterte Stigler, der zudem Wagners Bedenken zerstreute, dass bei einem Ausfall das gesamte Viertel ohne Heizung auskommen müsste. „Wir sind hier doppelt abgesichert“, versprach er.

Quer durch alle Fraktionen wurde der Entwurf in der Abstimmung allerdings knapp mit 13:11 Stimmen abgelehnt. Gegen nur eine Stimme wurde dann aber beschlossen, Bürgermeister Heinz Meyer möge sich mit den Entwicklern einigen und einen städtebaulichen Vertrag aufsetzen, wenn es eine abgeänderte Planung gebe, bei der die Reihenhäuser im Norden wieder auf sechs Wohneinheiten reduziert würden, im Zentrum die acht Doppelhaushälften erhalten blieben, die Stellplatzproblematik sauber gelöst und ein Blockheizkraftwerk für alle vorgesehen würde.

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