Nürnberger Land

Nachtbuslinien werden deutlich teurer

Umstritten war die Einführung der Nachtbuslinie von Anfang an. Burgthanner Haltestellen wurden nur an die Nightliner-Strecke angeschlossen, weil ein Aktionsbündnis einen Bürgerentscheid erzwang, in dem sich eine knappe Mehrheit dafür entschied. | Foto: Rüsing2017/11/nl-nightliner.jpg

BURGTHANN – Mit einer Gegenstimme beschloss der Gemeinderat, auch in Zukunft die Nightliner-Linie mitzufinanzieren, obwohl dies nun deutlich teurer für die Kommunen im Landkreis wird.

Bei einer Besprechung im Landratsamt wurde mitgeteilt, dass der Landkreis künftig nicht mehr als Leistungsträger auftreten werde. Deshalb wurde vereinbart, dass die Nightliner-Gemeinden eine Kostenübernahmevereinbarung mit dem Landkreis treffen, damit der mit der Stadt Nürnberg die entsprechenden Verkehrsleistungen in Auftrag geben kann. In den weiteren Verhandlungen mit der Stadt und der VAG stellte sich heraus, dass diese die gesamten Kosten auf die Gemeinden umlegen müssen, was den finanziellen Anteil, den die Kommunen zu tragen hätten, kräftig erhöhen würde. Bürgermeister Heinz Meyer rechnete zunächst mit einer annähernden Verdopplung der bisherigen Kosten von jährlich 15.000 bis 18.000 Euro.

Zehn Fahrten am Wochenende

Hauptamtsleiter Johannes Strobel erläuterte den Gemeinderäten, die darüber zu entscheiden hatten, ob man die Nachtbuslinie auch in Zukunft unterstützen wolle, wann die Fahrten stattfinden und wie sie genutzt werden. Normalerweise fährt der Nightliner in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag jeweils fünf mal zwischen ein und fünf Uhr. Das entspricht also zehn Fahrten pro Wochenende.

Im Oktober führte die VAG eine Zählung durch, die für ein Wochenende 8,5 Nutzer von Burgthann nach Nürnberg registrierten und 42,5 Fahrgäste von Nürnberg nach Burgthann. Hochgerechnet aufs Jahr ergäben sich so 408 Gäste, die nach Nürnberg fahren und 2040 die von Nürnberg nach Burgthann die Nachtbuslinie nutzen. Bisher hätte diese Modellrechnung die Burgthanner 16.000 Euro gekostet, nach der neuen Regelung, die ab 2020 gelten würde, müsste die Gemeinde 28.800 Euro berappen, was pro Fahrgast 11,76 Euro entspräche.

„Höchst problematisch“

Der Bürgermeister hielt mit seinen Bedenken nicht hinter dem Berg. Mit der Kostensteigerung subventioniere man die Nightliner ziemlich stark: „Ich halte das mittlerweile für höchst problematisch.“ Diejenigen, die morgens zur Arbeit fahren, würden nicht unterstützt, die Nachtschwärmer dagegen schon.

Wieso der Landkreis denn den Nightliner-Verkehr nicht mehr regelt, wollte Dr. Eckhard Töpert wissen. Kämmerer Rupprecht erklärte, dass der Landkreis laut Gesetz der Auftraggeber für Leistungen des Öffentlichen Personen Nahverkehrs (ÖPNV) ist, nun aber die Meinung vertrete, die Nachtbuslinien seien gar keine ÖPNV-Aufgaben. Zuständig seien eigentlich die Gemeinden, die dadurch auch die Vertragspartner der Stadt Nürnberg sind. Reinhard Göhring von der Wahlgemeinschaft Grub kündigte an, dass er gegen die Kostenübernahme durch die Gemeinde stimmen werde, weil der Ortsteil, dessen Bürger er im Gemeinderat vertritt, davon ohnehin nicht profitiert. Alle anderen Gemeinderäte stimmten der Vereinbarung zu.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler