AWO-Kreisverband spendet ausrangiert Gestelle

Mimberger Betten auf dem Weg nach Charkiw

Packten ordentlich mit an beim Verladen der Bettgestelle (v.l.): Fritz Körber, Karl Beyler, Jonas Körber und Roland Seitz. | Foto: Spandler2016/09/koerber-mimberg.jpg

MIMBERG/SCHWAIG/CHARKIW – Seit 1992 werden auf Veranlassung der Arbeiterwohlfahrt Hilfstransporte in die Ukraine gefahren. Fritz Körber, der ehemalige Bezirkstagspräsident und Bürgermeister der Gemeinde Schwaig, engagiert sich besonders für die ukrainische Stadt Charkiw, Partnerstadt von Nürnberg. Immer wieder besucht er die Stadt und organisiert  Hilfsgüter dorthin. Nun veranlasste er, dass über 120 Krankenhausbetten, die normalerweise trotz guten Zustands in den Müll gewandert wären, nach Charkiw bzw. Prabuty in Polen verschickt werden.

Über 2300 Betten hat man in den vergangenen Jahren bereits in die Ukraine geschafft. „Und alle haben wir selber in der Hand gehabt“, berichtet Roland Seitz aus Ottensoos, der auch bei dem aktuellen Transport wieder mit Hand anlegt. Drei Sattelzüge werden benötigt, um die Betten nach Charkiw bzw. Prabuty, wo etwa ein Drittel der in Mimberg ausrangierten Betten hingeliefert werden, zu verladen.

Elektrische Nachfolger

Im Mimberger AWO-Altenheim werden derzeit die Krankenbetten durch modernere elektrische ersetzt, die vom Träger der Einrichtung, dem AWO-Kreisverband, angeschafft werden. Körber, der die Verhältnisse in Charkiw und Polen durch seine zahlreichen Besuche kennt, weiß nur zu gut, dass dort die Krankenhausbetten, die an sich sehr gut in Schuss sind, noch sehr willkommen sind, denn die Pflege-Einrichtungen sind weder in Charkiw noch in Prabuty so gut ausgestattet wie hier. Wert legt er darauf, dass alle mit nagelneuen Matratzen versehen werden, bevor sie wieder eingesetzt werden. Zwei der drei benötigten Sattelzüge sind bereits unterwegs, der eine nach Polen, der andere in die Ukraine.

Viel Arbeit

Wie immer war Fritz Körber bei der Aktion persönlich mit vor Ort: Auch dieses Mal hat der 77-Jährige mit Unterstützung von Roland Seitz, Karl Beyler aus Pfeifferhütte und seinem Enkel Jonas Körber Kärrner-Arbeit geleistet, um die Bettgestelle in den dritten Sattelschlepper zu hieven, der am Mittwoch dann zum AWO-Ortsverein nach Schwaig-Behringersdorf gefahren wurde, von wo es weiter in die Ukraine geht. Dass alles unter Zeitdruck geschehen musste, war in diesem Fall klar. Schließlich kamen am gleichen Tag schon die neuen Betten für die Altenheimbewohner, so dass der Bettentausch sich nicht lange hinziehen durfte. „Vorne werden die neuen angeliefert, hinten kommen die alten raus“ schmunzelt Körber. Noch vor kurzem sind er und Helfer der AWO selber in die Ukraine gefahren, doch das ist mittlerweile durch all die Formalitäten an den Grenzen zu aufwändig.  Sowohl in Charkiw als auch in Prabuty werden Krankenhäuser von den Hilfslieferungen profitieren.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler