Ezelsdorf braucht mehr Hortplätze

Kinderflut an der Bayernstraße

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EZELSDORF – In der Sitzung des Burgthanner Gemeinderats ging es weniger um die Notwendigkeit weiterer Hortplätze – darin waren sich alle Gemeinderäte einig – sondern darum, welches Gremium hier in Planung und Beschluss einsteigen solle.

Von verschiedenen Seiten wurde nämlich Kritik laut, der alte Gemeinderat könnte hier Fakten schaffen, die der neue dann abzuarbeiten hätte. Klaus Wagner, der Fraktionschef der Freien Wähler, forderte daher zu Beginn der Sitzung, den Tagesordnungspunkt zu vertagen, wurde allerdings überstimmt.

Kämmerer Heinz Rupprecht sprach zu Beginn der Diskussion von einer überraschend angestiegenen Betreuungsquote in Ezelsdorf, so dass eine Übergangsgruppe eingerichtet werden müsse, die dann in einen neuen Hort überführt werden könne. Im Januar sei diese Entwicklung noch nicht abzusehen gewesen, nun wolle man wie sonst auch schnell reagieren. Schließlich sei durch das Baugebiet Bayernstraße mit einer weiteren „Kinderflut“ zu rechnen – wie schon bei der Eröffnung der Hirschberger Gärten.

Die Verwaltung schlug daher vor, jetzt schon zu planen, damit man bei einem demnächst aufgelegten Zuschuss-Programm schon vorbereitet sei und einen fertigen Entwurf in der Schublade habe. Außerdem, so bemerkte Bürgermeister Heinz Meyer, wolle man dem Kindergarten Unterferrieden seinen Gymnastikraum wieder zurückgeben, der vor Jahren als Hortunterkunft zweckentfremdet wurde.

„Da geht es doch um Millionen“

Wolfgang Lahm (SPD) äußerte sich überrascht, wie schnell man hier vorwärts kommen wolle. „Da geht es doch um einige Millionen, das sollte man doch dem neuen Gemeinderat überlassen“, schlug er vor. Für Meyer sprach dagegen, dass am 12. Mai die konstituierende Sitzung des neuen Gremiums stattfinde, so dass man erst im Juni die reguläre Arbeit aufnehmen werde und über die weiteren Pläne entscheiden könne.

Mit Blick auf die noch im April (21. und 28.) geplanten Sitzungen, in denen Beschlüsse gefasst werden sollen, schlug Lahm aber vor, diese Treffen auf den Mai zu verschieben, damit der neu zusammengesetzte Rat ein Wörtchen mitreden könne. Ihm pflichtete Wagner bei, der auch an die Empfehlung des Gemeindetags erinnerte, nicht eilbedürftige oder fristgebundene Tagesordnungspunkte möglichst zu vertagen.

„Das hat mit Demokratie wenig zu tun“

Das von der Verwaltung angestrebte Vorgehen lehne er ab: „Das hat mit Demokratie wenig zu tun“, urteilte er und erinnerte daran, dass das Konzept für die Hortplätze der neue Gemeinderat beschließen sollte. Georg Reither (CSU) ging einen Schritt mit und schlug vor, zumindest den zusätzlichen Bedarf von 101 weiteren Hortplätzen anzuerkennen.

Dr. Eckhard Töpert (SPD) sah zumindest „eine gewisse Dringlichkeit“, störte sich aber daran, dass man so viel Geld ausgeben werde, wenn man jetzt schon in die Planung einsteige, wie es der Verwaltungsvorschlag vorsieht. Das sahen Günther Nedvidek (CSU) und Dennis Kummarnitzky (Wahlgemeinschaft Grub) genauso.

Am Ende der Sitzung entschied der Gemeinderat einstimmig, den Bedarf der 101 Plätze – ab dieser Zahl wird eine größere Baufläche genehmigt – anzuerkennen. Angebote von Architekturbüros für den Neubau, die eine Planungsvergabe in der nächsten Sitzung am Dienstag, 21. April, möglich gemacht hätten, sollen aber erst vom neuen Gemeinderat eingeholt werden.

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