An der Bayernstraße in Ezelsdorf wird bald gebaut

Interessenten wollen große Grundstücke

Die ersten Erdbewegungen auf dem Gelände der Bayernstraße, wo das neue Baugebiet entstehen wird.Foto: Gisa Spandler2019/07/Ezelsdorf-Bayernstrasse-baubeginn.jpg

Ezelsdorf. Der Gemeinderat hat den Bebauungsplanentwurf für das Baugebiet Bayernstraße auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Nun wird er noch einmal öffentlich ausgelegt, so dass Bürger und Behörden ihre Meinung dazu äußern können.
Bauamtsleiter Roland Schmucker umriss kurz die wichtigsten Änderungen gegenüber dem ursprünglichen Plan, die vor allem das Regenrückhaltebecken betreffen.

Regenbecken wird kleiner

Das Wasserwirtschaftsamt und die Untere Naturschutzbehörde forderten ein Heranrücken des Beckens an das Baugebiet Richtung Norden. In den Verhandlungen mit den Behörden konnte immerhin erreicht werden, dass das Becken um ein Drittel verkleinert geplant wurde und nun noch 900 Quadratmeter umfasst und damit 700 Kubikmeter Wasser fassen kann. In diesem Zusammenhang sind nun für jedes Grundstück gleich Versickerungsmöglichkeiten eingeplant.

Maximal neun Wohneinheiten

Ansonsten hat sich an den bisher vorgesehenen Haustypen – Einfamilienhäuser, Doppelhäuser, Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser mit maximal neun Wohneinheiten – nichts geändert.
Die Lage der größeren Wohnblöcke wurde nicht geändert, aber im Innenbereich sind neben den Satteldächern, die für den südlichen Bereich vorgeschrieben sind, auch Pult- und Flachdächer zulässig, um Photovoltaikanlagen zu ermöglichen. Dies entspricht den Wünschen der Grünen, die sich aber mit ihren anderen Vorstellungen, eben der Verlagerung der hohen Mehrfamilienhäuser und vor allem einer generell verdichteteren Bauweise, nicht durchsetzen konnten.

Kleine oder große Parzellen

Schmucker erläuterte das Ergebnis einer Abfrage von Bau-Interessenten, bei der sie ihre Wunschbauweise und -grundstücksgröße angeben konnten.
Denn in vorangegangenen Gemeinderatssitzungen ging die Diskussion häufig darum, ob es nicht zeitgemäßer sei, kleinere Parzellen und Wohnmöglichkeiten auszuweisen, um auch eine weniger betuchte Klientel anzusprechen. Natürlich hatten die Grünen bei dieser Forderung auch ein günstiges Verhältnis von Wohnangebot und versiegelter Fläche im Auge. 184 Interessenten wurden vom Bauamt angeschrieben, 79 Rückmeldungen gingen ein, von denen 66, also 84 Prozent, ein Grundstück für ein Einfamilienhaus suchten.
Vier der Bauwilligen bevorzugten eine Doppelhaushälfte und weitere vier sprachen sich für ein Doppelhaus oder Einfamilienhaus aus. Bei der Größe der Grundstücke wünschten sich 44 der Interessenten (56 %) eine Fläche zwischen 500 und 700 Quadratmetern, 21 ein Grundstück kleiner als 500 Quadratmeter und zwölf eines, das größer als 700 Quadratmeter ist. An einer Eigentumswohnung war nur einer interessiert.
Bürgermeister Heinz Meyer informierte, dass man den Bebauungsplan bewusst nicht „parzellenscharf“ umrissen, also auf genaue Grundstücksangaben verzichtet habe, um ihn nicht bei jedem geänderten Wunsch neu anpassen zu müssen.
Tobias Eckert (CSU) wollte wissen, ob sich durch die veränderte Lage und Verkleinerung des Regenrückhaltebeckens mehr Bauflächen ergäben. Dies verneinte Roland Schmucker, nannte aber den Vorteil, dass man durch die Verschiebung schon hochwertige Ausgleichflächen vor Ort hätte. SPD-Fraktionssprecher Wolfgang Lahm nannte den Plan nicht ideal, aber einen guten Kompromiss: „Die lange Diskussion hat sich ausgezahlt.“

Ergebnis nicht erwartet

Allerdings war er überrascht über den Ausgang der Abfrage. Man hätte nicht erwartet, dass doch relativ große Grundstücksflächen so gefragt sind. Zustimmung signalisierte auch der Fraktionssprecher der CSU, Günther Nedvidek.
Margarete Becker, Sprecherin der Grünen, dagegen konnte sich mit ihrer Fraktion nicht zu einer Billigung entschließen. Man hätte sich aus den bekannten Gründen gewünscht, mehr Menschen auf gleicher Fläche unterzubringen. Der Bürgermeister verwies allerdings auf die Rückmeldung bei der Befragung: „Der Bebauungsplan soll ja dem Bedarf entsprechen.“ Außerdem gebe es in dem Größenmix doch auch kleinere Einheiten.
Gegen die drei Stimmen der Grünen wurde der Plan beschlossen, dem Beschlussvorschlag zur öffentlichen Auslegung stimmten dann alle Gemeinderäte zu.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler