Pattenhofen Schwarzachbrücke

Geschickter Kniff macht’s günstiger

Die in die Jahre gekommene Holzbrücke wird nächstes Jahr durch eine Stahlkonstruktion ersetzt. | Foto: Gisa Spandler2019/05/Pattenhofen-Bruecke.jpg

Pattenhofen. Durch die Erweiterung des Auftrags winken hohe Zuschüsse für die neue Schwarzachbrücke.

Der Gemeinderat hat auf seiner jüngsten Sitzung einer ziemlich teuren Brücke über die Schwarzach in Pattenhofen zugestimmt. Gleichzeitig hat er beschlossen, mit der Brückenerneuerung auch einen anschließenden Weg im Rahmen der Kernwegenetzerschließung ausbauen zu lassen, was wiederum durch hohe Zuschüsse den Gesamtbetrag abfedern dürfte. Michael Hacker vom beauftragten Planungsbüro Petter erläuterte den Entwurf. Der Gemeinderat hatte sich im vergangenen Jahr für eine Stahlbrückenkonstruktion über die Schwarzach entschieden, die alte Brücke muss ersetzt werden.

Verschiedene Eckpunkte des Entwurfs, der sich ohne den Wegausbau auf 615 000 Euro brutto beliefe, stellte Ingenieur Hacker in der Sitzung vor: Aufgrund der Nord-Süd-Ausrichtung erhält die Brücke ein Süd-Widerlager und ein Nord-Widerlager, und wird leicht gedreht, damit man weitgehend im Bestand bleiben kann.

Zu den Herausforderungen gehören ein Trafohäuschen in unmittelbarer Nähe und die Tatsache, dass die Schwarzach bei Hochwasser nah an die Brückensohle reicht. Zur Konstruktion gehören vier Hauptträger mit Verstrebungen, auf denen eine Stahlplatte liegt und auf die dann der Asphalt aufgetragen wird.

Verbesserter Hochwasserabfluss

Die Fahrbahnbreite soll 4,5 Meter betragen, beidseitig sind 0,5 Meter breite Randstreifen als Puffer für Fahrzeuge oder für Fußgänger vorgesehen. Der Oberbau wird leicht gekrümmt ausgeführt, und man hat sich für ein 1,30 Meter hohes sicheres Füllstabgeländer entschieden. Im Zuge der Errichtung wird auch für einen verbesserten Hochwasserabfluss gesorgt.

Hacker erläuterte, dass man bis August die Genehmigungen in puncto Wasserrecht und Naturschutz von den Behörden einholen will, die Ausschreibungen bis September und die Submissionen bis November erledigen möchte. Baubeginn könnte dann April/Mai 2020 sein, die Bauzeit dürfte fünf Monate betragen.

Kein großer Fußgängerverkehr

Heinz Holzammer (SPD) erkundigte sich nach dem Wasserablauf und erfuhr, dass das Oberflächenwasser seitlich ablaufen werde, weil die Brücke gewölbt ist, und dann in die Schwarzach abgeleitet werden könne. „Es ist keine Überflutung zu befürchten“, ergänzte Bürgermeister Heinz Meyer. Er wies zudem darauf hin, dass auf der Brücke ja kein großer Fußgängerverkehr zu erwarten sei.

Zunächst stimmten die Räte dem Entwurf und den vorgesehenen Kosten einstimmig zu. Der Bürgermeister teilte im Anschluss mit, dass die Verwaltung den Auftrag erweitern möchte, und zwar um den Ausbau eines etwa 200 Meter langen Weges vom Feuerwehrhaus bis zu einem bereits ausgebauten Bereich. Das komme zwar noch teurer, werde aber, weil es im Rahmen des geförderten Kernwegenetzausbaus geschehe, mit vermutlich mehr als 50 Prozent bezuschusst.

Legaler Trick machts billiger

Gefördert wird die Maßnahme durch das Arbeitsprogramm der Ämter für Ländliche Entwicklung oder Förderung über den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. Durch diesen legalen Trick fällt die Brücke als Teil des Weges mit in die Förderung. Diese Chance der Bezuschussung sollte man sich nicht entgehen lassen, fanden auch die Gemeinderäte und stimmten der Ergänzung ohne Gegenstimme zu.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler