Gemeindliche Gottesäcker kosten in Zukunft zehn Prozent mehr

Gebühren für Friedhöfe steigen

Im Container auf dem Burgthanner Friedhof wurde allerhand entsorgt, und es ist sehr fraglich, ob all dieser Müll tatsächlich von den Gräbern stammt, meinte gestern eine Friedhofsbesucherin. Entsorgen muss die Gemeinde, das treibt die Kosten in die Höhe, letztendlich die der Friedhofsnutzer. | Foto: Spandler2016/10/burgthann-friedhofscontainer.jpg

BURGTHANN – Gegen sieben Stimmen, hauptsächlich aus den Reihen der SPD, Grünen und Freien Wähler beschloss der Gemeinderat eine neue Friedhofsgebührensatzung, die eine zehnprozentige Erhöhung der Kosten vorsieht. Der Schritt war im Gremium aber Anlass zu längerer Diskussion. Die eine Seite stellte die Forderung, kostendeckend zu arbeiten, in den Vordergrund, die andere befürchtete, dass weitere Gräber aufgelassen würden, wenn die Gebühren anstiegen.

Kämmerer Heinz Rupprecht erläuterte zu Beginn, dass man aktuell einen Kostendeckungsgrad von 73,83 Prozent der Ausgaben erreiche, wobei eine 100-prozentige Deckung nie zu erreichen sei. Dies sei aber anzustreben, weswegen die Verwaltung die Erhöhung vorschlage. Wolfgang Lahm war das zu viel. Man habe erst deutlich erhöht, eine weitere Steigerung sollte moderater ausfallen, vielleicht entsprechend des Preisindexes.

Bürgermeister Heinz Meyer fand das unlogisch, mit der Preisindex-Entwicklung hätten die Gebühren nichts zu tun. „Wir müssen das, was wir investieren, wieder reinbekommen“, argumentierte er und bezog sich auf die erhöhten Ausgaben im vergangenen Jahr, die sich durch die Ausbesserung von Wegen sowie die Pflasterung im Bereich der Urnenwände am Friedhof Burgthann auf 141.186 Euro beliefen. Im nächsten Jahr stünde vielleicht nichts an, aber gerade im Bereich der Burgthanner Aussegnungshalle könnten schon bald die nächsten Arbeiten anfallen, so Meyer. Für ihn sei eine Kostendeckung von 90 Prozent erstrebenswert, dafür müssten aber die Besitzer der Gräber tiefer in die Tasche greifen.

Werden Gräber aufgelöst?

Darin sah Klaus Wagner (FW) aber den Grund, dass in Zukunft mehr Gräber aufgelöst werden könnten, wenn sie mehr Geld verschlängen.
Der Bürgermeister erinnerte daran, dass die neue Satzung allerdings nicht die aktuellen Grabbesitzer betreffe, sondern die künftigen, und der Kämmerer erläuterte die Kostenfaktoren bei den Friedhöfen. Dabei stellte sich heraus, dass die Abfallentsorgung ein nicht zu unterschätzender Faktor ist. Aus seiner Sicht sei eine moderate Erhöhung, etwa von nur fünf Prozent, keine Lösung: „Dann können wir‘s gleich lassen, damit nähern wir uns nicht der Kostendeckung an.“ Der Meinung von Lahm schloss sich auch Heinz Holzammer (SPD) an. Er hätte nichts gegen eine Erhöhung, aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt nach der massiven Aufstockung in 2015 von fast 25 Prozent seien zehn Prozent einfach zu viel. Bürgermeister Meyer erinnerte daran, dass diejenigen, die die 25 Prozent zu tragen hatten, ja nicht schon wieder mit zehn Prozent belastet würden und er auch nicht glaube, dass in Burgthann Gräber aus finanziellen Gründen aufgelassen würden.

Wenig Beifall ernteten Klaus Wagner, der vorschlug, die Besitzer der Gräber sollten selber ihren alten Blumenschmuck wieder mit nach Hause nehmen, und Monika Nette (CSU), die eine Abfalltrennung ins Spiel brachte, um die Beseitigungskosten zu reduzieren.

„Das wird nicht klappen“, ist sich Meyer sicher. Er wies außerdem darauf hin, dass immer mehr Angehörige nur die billigeren Urnengräber kauften, wodurch bei den Friedhöfen die Kosten wegbrächen. Am Ende entschieden sich 16 Gemeinderäte für die Anhebung der Gebühren um zehn Prozent.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler