Burgthann fördert Fledermausforschung

Flattermännern auf der Spur

SpandlerNiedlich und unheimlich zugleich: die nächtlichen Flieger, die über ungewöhnliche Fähigkeiten verfügen | Foto: Archiv2019/10/NL-fledermaus.jpg

BURGTHANN/FEUCHT – Um Fledermäuse dreht sich ein Projekt der Regionalgruppe Feucht des Landesbunds für Vogelschutz. Es wurde vom Burgthanner Gemeinderatsmitglied Bernd Michl, dem Vorsitzenden der Regionalgruppe, und dem Fledermausberater des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, dem Burgthanner Heinz Neudert, initiiert.

„Finden – schützen – beraten“

„Finden – schützen – beraten“ ist daher das Motto, und die Abkürzung F.U.N., unter der die Aktion geführt wird, steht für „Fledermäuse – (un)heimliche Nachtjäger“. Burgthanner Bürgermeister Heinz Meyer, der die wichtige Aktion unterstützt, übergab nun eine Spende für das umfangreiche Projekt .

Arten vom Aussterben bedroht

In Bayern gibt es noch 24 Arten von Fledermäusen, viele von ihnen sind jedoch vom Aussterben bedroht oder gefährdet. Interessante Aspekte dieser Lebewesen sind ihr Leben in der Dunkelheit, ihre Fähigkeit, per Ultraschallortung mit den Ohren zu sehen und mit 800 Herzschlägen pro Minute durch die Lüfte zu sausen.

Seit den 1950er Jahren sind die Fledermausbestände in Deutschland allerdings dramatisch eingebrochen, weil ihre Quartiere unwissentlich zerstört werden. Der Rückgang von Insekten ist ebenso ein Grund, weil dadurch die Nahrungsgrundlage der kühnen Flieger reduziert wird.

Mehr Erkenntnisse mit F.U.N.

F.U.N. will diesem Trend entgegenwirken. Sein Ziel ist die Erkundung bisher noch nicht erfasster Fledermausvorkommen im südlichen Landkreis Nürnberger Land. Einige Fledermausquartiere konnten bereits durch Begehungen lokalisiert werden: die evangelischen Kirchen in Rummelsberg, Feucht und Leinburg sowie der vorhandene Felsenkeller im Faberschloss in Schwarzenbruck gehören dazu.

Nach den Begehungen und vorhandenen Hinweisen sollen durch das Projekt gesicherte Daten über die Art der Fledermäuse und deren Anzahl ermittelt werden. Diese Erkenntnisse werden der Koordinierungsstelle für Fledermausschutz an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen zur Verfügung gestellt und nehmen letztendlich Einfluss auf die Risikobewertung in der Roten Liste der Arten.

Weitere Bestandteile des Projekts sind Informationen für die Besitzer der Quartiere, zum Beispiel bei rechtlichen und allgemeinen Fragen sowie die Beratung bei Problemfällen wenn es etwa um verletzte oder flugunfähige Tiere geht.

Bernd Michl (rechts) freut sich über den Zuschuss von Bürgermeister Heinz Meyer.
Foto: Gisa Spandler
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Fledermausdetektor Batlogger

Zur technischen Ausstattung für die Durchführung der Dokumentation gehören ein sogenannter „Batlogger M“. Dies ist ein automatisiertes Aufnahmesystem für Fledermausrufe. Die Ultraschalllaute der Tiere werden dadurch unverfälscht und in bester Audioqualität aufgezeichnet. Der Batlogger kann auch als Fledermausdetektor eingesetzt werden. Die eingebaute Live-Mithörfunktion per Lautsprecher oder Kopfhörer erleichtert dabei für die Forscher die Arbeit.

Punktgenau mit GPS

Die wichtigste Funktion ist das integrierte GPS, denn jedem Ruf werden die Koordinaten der Aufnahme zugeordnet. Außerdem wird die aktuelle Temperatur festgehalten. Aufgezeichnet werden ausschließlich Ultraschallrufe der Fledermäuse, Ort, Datum und Temperatur.

F.U.N. ist ein freiwilliges Projekt der Feuchter LBV-Gruppe und wird ehrenamtlich durchgeführt und ist daher für alle Beteiligten kostenfrei. Die gesamte Ausstattung dagegen schätzt Bernd Michl auf 4000 Euro. Umso willkommener sind Spenden, wie die der Gemeinde Burgthann, die dem Projekt 500 Euro zuschießt.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler