Treppenraupe für Patrick Schönbach

Endlich wieder raus ins Freie

Ein Treppauf – Treppab macht die Raupe für die Schönbachs möglich. | Foto: Hornung2016/11/Oberferrieden-Rotarier-Treppennraupe-Spende.jpg

OBERFERRIEDEN – Lange Zeit konnte Patrick Schönbach seine Wohnung nicht mehr oder nur mit großem Aufwand verlassen. Dank einer Treppenraupe, die ihm der Rotary Club Nürnberg-Sebald finanzierte, kann der körperbehinderte Programmierer und Komponist endlich wieder ins Freie.

Patrick Schönbach ist Tetraspastiker. In seinen Bewegungsmöglichkeiten ist er sehr eingeschränkt. Er kann sich unterhalten und mit den Händen einen Computer bedienen, auf seinen Rollstuhl ist er jedoch angewiesen.

Die Architektur des Schönbach‘schen Wohnhauses ist denkbar ungünstig für einen Menschen mit Rollstuhl. Sechs Treppenstufen sind von der Wohnungs- bis zur Haustür zu überwinden, zwei weitere draußen vor dem Haus. Mit Hilfe einer neuen Treppenraupe sind die Stufen nun kein unüberwindbares Hindernis mehr.

Die Raupe ist ein niedriges Gefährt, das unter den Rollstuhl geschoben wird. Der wird an ihr befestigt. An einem langen Griff hinter dem Rollstuhl lässt sie sich bedienen. Ihr Kettenblatt überrollt die Stufen der Treppe und verhakt sich dabei an den Kanten, sodass der Rollstuhl nicht wegrutschen kann. Als Tetraspastiker kann Schönbach die Raupe nicht selbst steuern. Seine Frau Larissa aber probierte das neue Gefährt gleich aus. Sie habe etwas gezogen, aber eigentlich funktioniere es fast ohne Kraft, erzählt sie.

So sieht die Treppenraupe aus.
So sieht die Treppenraupe aus.2016/11/Oberferrieden-Schoenbach-Raupe.jpg

Spende des Rotary Club

Die Treppenraupe hat Patrick Schönbach der Rotary Club Nürnberg-Sebald gesponsert. Den lernte Schönbach schon 1982 kennen. Er war damals Schüler in einer Klasse des Rotariers Konrad Barthel am Leibniz-Gymnasium in Altdorf. Bei einer Jubiläumsfeier trafen die beiden nun wieder aufeinander.

Patrick Schönbach ist ein Kämpfer. Schon am Gymnasium hatten die Lehrkräfte seine außerordentliche musikalische Begabung entdeckt. Nach dem Abitur studierte er Musikwissenschaften, doch trotz guter Ergebnisse fehlten ihm die Berufsaussichten. Parallel zum Studium baute er seine Informatikkenntnisse autodidaktisch auf ein professionelles Niveau aus. Heute ist er Spezialist für Computersicherheit.

Noch immer komponiert er. Hauptberuflich aber arbeitet er fest angestellt als Programmierer für eine renommierte Firma – von Zuhause aus. Schönbach hat vieles erreicht. Der Hof vor seinem Haus, das Stückchen Wiese daneben blieben lange unerreichbar.

„Heute gibt es Auflagen, die barriere- und behindertengerechteres Bauen vorschreiben“, erzählt Christoph Fuchs, ehemaliger Präsident des Rotary Clubs und Bauunternehmer, der gemeinsam mit Konrad Barthel die Raupe übergab. In den 1950er Jahren, als das Wohnhaus der Schönbachs gebaut wurde, war das nicht so. Dank der Raupe kann die Familie das nun verschmerzen.

N-Land Julia Hornung
Julia Hornung