Wasserball-Talent Sophie Reither

Endlich unter Frauen

Sophie Reither freut sich auf ihren einjährigen Aufenthalt in Heidelberg, wo sie schließlich in einer weiblichen Wasserballmannschaft trainieren darf. | Foto: privat2018/08/sophiereither.jpg

EZELSDORF – Zwei Jahre hat Sophie Reither bei den Barracudas in Nürnberg trainiert, einer reinen Jungsmannschaft, denn wasserballspielende Juniorinnen oder Damen gibt es in der Umgebung nicht. Nun aber hat sie sich für das Training in einem weiblichen Team entschieden und spielt gleich auf Bundesliga-Niveau.

Schwimmen ist in der Familie Reither-Gallitz keine Freizeitbeschäftigung oder ein beliebiger Ferienspaß, sondern eine Leidenschaft und eine Herausforderung. Das 18-jährige Wettschwimmtalent Paul trainiert am Olympiastützpunkt in Heidelberg und räumt in seiner Altersklasse eine Medaille nach der anderen ab.

Sein Vater Alexander Gallitz ist Präsident des Deutschen Schwimmlehrerverbands, war selbst aktiver und erfolgreicher Wettkämpfer und stellt ab und zu noch immer Rekorde im Freiwasserschwimmen auf. Tochter Sophie schließlich hat sich für Wasserball entschieden und sucht nun die Herausforderung in einer Juniorinnen-Mannschaft.

Noch fehlt es an Spielpraxis

Die Mittlere Reife ist geschafft, ein Orientierungsjahr steht an, und Sophie freut sich auf ihr Freiwilliges Soziales Jahr, das sie ab September in Heidelberg absolvieren wird. Mehr noch freut sie sich aber auf die Möglichkeit, dort in einer richtigen Bundesligamannschaft Wasserball spielen zu können, bei den U18-Juniorinnen des SV Nika Heidelberg.

Bereits im Frühjahr hat sie dort probeweise mittrainiert, auch schon ein erstes Spiel absolviert, weil ihr Trainer fand, die 16-Jährige sei nun soweit, dass sie in einer richtigen Frauenmannschaft spielen sollte. Noch fehlt es ihr an Spielpraxis, aber ihr Talent und ihre körperlichen Voraussetzungen mit fast 1,80 Meter Körpergröße versprechen einiges. Ab Herbst ist sie festes Mitglied in der weiblichen Mannschaft, und bis dahin arbeitet sie schon zu Hause in Ezelsdorf mit dem Theraband am Muskelaufbau und ihrer Stabilisation.

Sophie Reither freut sich auf ihren einjährigen Aufenthalt in Heidelberg, wo sie schließlich in einer weiblichen Wasserballmannschaft trainieren darf. | Foto: Spandler2018/08/Ezelsdorf-Sophie-Reither.jpg

Damit sie die Zeit in Heidelberg aber auch für ihr berufliches Fortkommen nutzt, macht sie dort die C-Trainer-Lizenz, denn die Ausbildung zur Schwimmtrainerin beim Bayerischen Schwimmverband hat sie schon absolviert. Daneben ist sie Botschafterin der Stiftung „Deutschland schwimmt“ und wurde ein Jahr lang vom Papa ausgebildet als Schwimmlehrerin für behinderte Menschen.

FSJ am Beckenrand

Im Anschluss an das Überbrückungsjahr in Heidelberg will sie in München die dreijährige Ausbildung zum Sportlehrer im Freien Beruf machen. Und Sophie wäre keine echte Reither, wenn nicht auch ihr FSJ-Job mit Sport und Schwimmen zu tun hätte: Sie arbeitet zum Teil für den Bayerischen Schwimmverband, für den sie Büroarbeit erledigt, und zur Hälfte für ihren Verein Nika, durch den sie Schwimmkurse für Kinder gibt.

Große Pläne hat nicht nur sie selbst, auch ihr Papa Alexander Gallitz, der viel von Schwimmtalenten versteht, vermutet großes Potenzial bei ihr und sieht sie schon bald in der Bundesliga der Frauen und vielleicht in der Nationalmannschaft spielen. Auf Heidelberg freut sie sich jetzt schon sehr. „Natürlich werde ich meine Familie vermissen“, gesteht sie dennoch ein. Aber da ja Bruder Paul auch in Heidelberg lebt, muss sie nicht ganz ohne familiäre Unterstützung auskommen, und letzten Endes überwiegt die Spannung auf den neuen Lebensabschnitt.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler