Renaturierung droht zu scheitern

Echte Lach-Nummer

Außer dem Lach Weiher sei nichts umgesetzt worden, so die Burgthanner SPD. Die Partei möchte wissen, wie es in Sachen Renaturierung weiter vorangeht.2019/11/Unterferrieden-Lach-Weiher.jpg

UNTERFERRIEDEN/OBERFERRIEDEN – Ein Antrag der SPD-Fraktion zur Renaturierung des Lachgrabens ist im Gemeinderat in Burgthann auf geteiltes Echo gestoßen.

Die Sozialdemokraten wollten wissen, was aus der Planung geworden ist, die im Jahr 2007/8 angestoßen und beschlossen wurde. Damals waren detaillierte Maßnahmen vorgeschlagen worden, doch außer dem naturnahen Weiher als Regenrückhaltebecken sei nicht viel passiert. Nun wollte die SPD wissen, welche der beschlossenen Maßnahmen umgesetzt worden seien und was noch für die Zukunft geplant ist.

Bauamtsleiter Roland Schmucker verlas die Maßnahmen, die im Gewässerentwicklungsplan für den Lachgraben vorgesehen sind: zusätzliche Bachwindungen, das Ersetzen von Verrohrungen oder die extensive Nutzung der dortigen Grünlandflächen.

Förderung kann nicht abgerufen werden

Für die Umsetzung hat es 2008 eine Kostenschätzung gegeben, die sich auf 62000 Euro beläuft, für Grundstücksankäufe waren 115 000 Euro vorgesehen. Bereits 2007 stand fest, dass vom Wassserwirtschaftsamt keine Bezuschussung zu erwarten ist. Die Verwaltung informierte nun, dass man zwar von der Regierung von Mittelfranken eine 75-prozentige Förderung in Aussicht gestellt bekam, die aber nicht abgerufen werden konnte, weil viele der Grundstückseigentümer nicht bereit waren, ihre Flächen zu verkaufen.

SPD-Fraktionschef Wolfgang Lahm hakte trotzdem nach. Er bezog sich auf die Flächen, die der Gemeinde gehörten und zu denen noch einige geschenkte kamen: „Es gab doch einen Beschluss zu gestalten, was uns gehört.“ Bürgermeister Heinz Meyer sah das anders. Er erklärte, es hätte sich nicht gelohnt, an den wenigen Flächen anzusetzen, die im Besitz der Gemeinde sind. Zudem würden die meisten Flächen in der Lach ohnehin extensiv genutzt und unterlägen Programmen, über die die Besitzer mehr einnähmen, als wenn sie ihre Wiesen an die Gemeinde verkauften. Außerdem sei man der Meinung, dass die extensive Nutzung nachhaltig und wertvoll genug sei: „Wenn wir die Natur ruhen lassen, machen wir nichts falsch“, fand der Bürgermeister.

Verschwendete Zeit

Dennoch wollte Lahm wissen, wie es in der Lach weitergehen soll. Auch sein Fraktionskollege Dr. Eckhard Töpert zeigte sich mit dem aktuellen Zustand dort nicht zufrieden: „Dann hätten wir uns ja schon vor zwölf Jahren sparen können, uns so viele Gedanken zu machen, da uns ja die Grundstücke nicht gehören.“

Während Reinhard Graf (CSU) darauf verwies, dass man ja den Weiher umgesetzt habe, hielt es Peter Müller (CSU) für ausreichend, dass man die Gebiete dort der Natur überlässt. Anders sieht das nach wie vor Wolfgang Lahm: „Das ist dann nicht die Nummer mit der Lach, sondern eine echte Lach-Nummer, wenn wir nichts unternehmen und alles so bleibt, wie es ist“, fasste er seine Ansicht zum Thema zu sammen und schlug vor, noch einmal nachzufragen, ob denn nicht doch mehr Grundstücke zu erwerben seien.

Bürgermeister Meyer hielt ihm jedoch entgegen, dass die Lach insgesamt in einem guten Zustand sei und dort noch Grundeigentümer ihre Flächen bewirtschafteten, die sicher „nicht begeistert“ seien, wenn man mit Baggern und schwerem Gerät dort anrücke, um größere Veränderungen vorzunehmen.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler