Hort-Neubau in Ezelsdorf

Die Standortfrage ist geklärt

Die schraffierte Fläche zeigt, wo der neue Hort gebaut wird. Der Abstand zum nördlich gelegen Grundstück beträgt rund sieben Meter. Das darunter liegende Kleinspielfeld muss weichen und verlagert werden. | Foto: Graf Architekten Burgthann2020/12/Ezelsdorf-Hort_4c.jpg

EZELSDORF – Auf dem Gelände der Ezelsdorfer Grundschule soll ein neuer Hort für 100 Kinder entstehen. Der Burgthanner Gemeinderat hat entschieden, wo er gebaut werden soll. Ein neuer Standort für das Kleinspielfeld ist noch nicht gefunden.

Da die Gemeinde Burgthann mehr Platz für die Betreuung von Schulkindern benötigt, soll auf dem Gelände der Ezelsdorfer Grundschule ein neuer Hort entstehen. Der Neubau wird insgesamt 100 Kinder in vier Gruppen beherbergen können. Verantwortlich für die Umsetzung ist Arndt Kellner vom Architekturbüro Graf Architekten Burgthann, der am vergangenen Dienstagabend dem Gemeinderat in der Sporthalle drei potenzielle Varianten vorstellte.

In Variante zwei würde der zweigeschossige Bau entlang der südlichen Grundstücksgrenze angesiedelt sein. Dadurch könnte zwar das Kleinspielfeld erhalten bleiben, dafür würde jedoch die Tartanbahn entfallen. Das Gebäude würde dabei an die bestehende Turnhalle angebaut werden, was wiederum zu höheren Kosten führen würde, wie Architekt Arndt Kellner betont. Erweitert werden könnte der Bau bei Bedarf künftig nur noch in östlicher Richtung, außerdem müsste Baumwuchs im südlichen Geländebereich entfernt werden.

Variante drei sieht das Gebäude ebenfalls im südlichen Bereich vor, allerdings freistehend neben dem Grundschulgebäude. Hierbei würde es zur Überschneidung mit der bestehenden Hort-Außenfläche kommen, außerdem wäre auch hier ein erheblicher Teil Baumwuchs zu entfernen.

Der Favorit: Variante 1

In der von Kellner favorisierten Variante eins hingegen befindet sich das Gebäude direkt vor der Turnhalle auf dem jetzigen Basketballfeld (Kleinspielfeld), das dann jedoch weichen müsste. Die Idee, das Spielfeld umzusiedeln und im südöstlichen Bereich hinter das Schulgebäude zu rücken, fand jedoch wenig Gegenliebe innerhalb des Gemeinderats. Die Position des Hortgebäudes hingegen schon – der Rat stimmte schließlich mit 18:6 Stimmen für diesen Entwurf.

Gemeinderatsmitglied Gudrun Hartmann von den Freien Wählern gab jedoch zu bedenken, dass „die Anwohner des Hauses in der Schulstraße 36 nicht sehr erfreut darüber sein dürften, dass sie jetzt so einen Bau vor die Nase gesetzt bekommen.“

Mehr als der doppelte Mindestabstand

Um einem Konflikt vorzubeugen, hat das Archtitekturbüro Graf Architekten Zugeständnisse gemacht, wie Architekt Kellner erklärt: „Bei einer Wandhöhe des Neubaus von sechs Metern beträgt der vorgeschriebene Mindestabstand drei Meter. Wir halten aber nicht nur die vorgeschriebenen drei Meter ein, sondern haben rund sieben Meter Abstand zu diesem nördlich gelegenen Grundstück. Außerdem müssen wir ja nicht unbedingt den Gruppenraum in diese Richtung ausrichten.“

Rund 800 Quadratmeter auf zwei Stockwerken sind geplant, von denen 527 Quadratmeter durch den Freistaat Bayern gefördert werden können. Darin enthalten sind unter anderem ein Lagerraum/Wirtschaftsraum, ein Personalraum, Küche mit Vorratsraum sowie ein Speiseraum.

„Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“

Um die Förderung jedoch auch zu erhalten, muss es schnell gehen. „Wir müssen schauen, den Förderantrag schnellstmöglich zu stellen und eine genehmigungsfähige Planung für das Landratsamt auszuarbeiten. Denn die Fördergelder stehen zum Abruf bereit. Doch das läuft nach dem Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wir sollten also nicht zu spät dran sein“, stellt Architekt Arndt Kellner auf Nachfrage des Boten klar.

Nach derzeitigem Stand könne man „im Herbst oder gegen Ende des nächsten Jahres“ mit dem Bau des neuen Hortes beginnen, sagt er. Bis dahin sollte auch der Gemeinderat einen neuen Standort für das entfallende Kleinspielfeld gefunden haben.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren