Kindergarten leidet unter Umleitungsverkehr

Der Donner der Vierzigtonner

Vor dem Kindergarten von Sophia, Jakob und Lena sollte es eigentlich gemächlich zugehen. Leiterin Brigitte Portain möchte dafür mehr Bewusstsein schaffen. | Foto: Mock2018/09/Oberferrieden-Pfiffikus-quer.jpg

OBERFERRIEDEN – Die Ortsdurchfahrt in Oberferrieden ist gesperrt. Bis die Bauarbeiten beendet sind, fließt der Verkehr über die schmale Ringstraße mitten durchs Wohngebiet. Vorbei am Kindergarten Pfiffikus. An die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit hält sich fast niemand. Das Verhalten der Verkehrsteilnehmer vor Schulen und Kindergärten im südlichen Nürnberger Land ist laut Polizei jedoch allgemein vorbildlich.

„Die fahren hier teilweise durch wie die Irren“, sagt Brigitte Portain und zieht die Brauen zusammen. Die Oberferriedener Kindergartenleiterin ist besorgt. Seit geraumer Zeit fließt ein Teil des Verkehrs, der eigentlich sonst durch den Ort führen würde, direkt vorbei am Kindergarten Pfiffikus. Eine zweite Umleitung lenkt den restlichen Verkehr über die B8. Zwar ist die Ringstraße im Kindergartenbereich als Spielstraße gekennzeichnet, doch an die vorgegebene Geschwindigkeitsbegrenzung hält sich kaum jemand.

Autos im Minutentakt

„Ich glaube, vielen ist gar nicht bewusst, dass sie hier Schrittgeschwindigkeit fahren müssen“, sagt Portain. Da die Straße normalerweise sehr ruhig gewesen sei, wäre das nicht besonders ins Gewicht gefallen. Seit der Umleitung vergehe jedoch keine Minute, ohne dass ein Auto vorbeifahre. Problematisch seien vor allem massige Transporter, die bergab zu viel Geschwindigkeit aufnähmen und am Kindergarten vorbeidonnerten. „Letztens ist hier tatsächlich ein Vierzigtonner mit Autoladung durchgerauscht“, erzählt Portain.

Eine unmittelbare Gefahr für die Kinder sieht sie trotzdem nicht. Der Kindergarten ist zurückgesetzt und ein Stück von der Straße entfernt. „Im Kindergartenbereich sind die Kleinen ja auch geschützt“, sagt sie, gibt aber zu Bedenken: „Manche Vorschulkinder kommen jedoch mit dem Laufroller oder Fahrrad hier her. Und die Eltern sind zu den Bring- und Abholzeiten besonders gefordert.“

Die Leiterin möchte das Problem stärker ins Bewusstsein der Autofahrer rücken. Eine Geschwindigkeitsanzeigetafel direkt vor dem Kindergarten wäre ideal, um den Weg für ihre Schützlinge sicherer zu gestalten, findet Portain. Es gibt zwar eine solche Tafel, doch diese befindet sich in Fahrtrichtung erst hinter dem Gebäude und ist derzeit zudem nicht in Betrieb. In gut einer Woche sollte sich die Lage in der Ringstraße wieder beruhigt haben. Bis dahin werden die Bauarbeiten in Oberferrieden abgeschlossen sein und der Verkehr wieder in seinen gewohnten Bahnen fließen.

Vorbildliches Verhalten

Das Thema Schulwegsicherheit beschäftigt auch die Altdorfer Polizei. Zum Schulbeginn hat sie im Bereich von Schulen und Kindergärten verstärkt kontrolliert. Die Beamten haben vor allem die Sicherheit der Kinder im Fahrzeug geprüft: Sind sie richtig angeschnallt, haben sie den passenden Kindersitz? Nach der Aktion zieht die Polizei positive Bilanz: In den gut sieben Stunden, in denen die Beamten in Altdorf, Feucht, Schwarzenbruck, Burgthann, Winkelhaid und Leinburg im Einsatz waren, hatten sie nur in sieben Fällen Kleinigkeiten zu beanstanden. Insgesamt freuen sie sich über vorbildliches Verhalten der Verkehrsteilnehmer.

N-Land Magdalena Mock
Magdalena Mock