Diskussion um Stromtrasse

Arbeitsgruppe soll es richten

Derzeit verläuft die 220 kV Trasse in Ezelsdorf quer durchs Wohngebiet. Nach Aufrüstung der Leitungen auf 380 kV soll die Trasse aus dme Ort heraus genommen werden. Innerhalb des Gemeindegebiets gibt es eine Reihe neuralgischer Punkte, die noch für viel Diskussionsstoff sorgen werden. Foto: Alex Blinten2020/07/Ezelsdorf-Stromtrasse-scaled.jpg

BURGTHANN – In Burgthann gibt es ab sofort einen kommunalen Arbeitskreis, der sich mit der Stromtrasse P 53 befasst. Die darin vertretenen Mitglieder des Gemeinderats sollen eng mit der Bürgerinitiative Allianz P 53 zusammen arbeiten.

Gegründet hat die Kommune den Arbeitskreis auf Antrag der Fraktionen der Freien Wähler und der SPD. Dabei hat 2. Bürgermeister Hermann Bloß den Antrag ausdrücklich begrüßt. „Weil die Gemeinde von der Trasse P 53 betroffen ist.“

Franz Matzkowitz (FW) erinnerte daran, dass er vor einem Jahr als Ortssprecher für Dörlbach noch „eine Watschn“ im Gemeinderat bekommen habe, als er das Thema überhaupt angesprochen hatte. Er sieht innerhalb der Bürgerschaft immer noch ein großes Informationsdefizit, was die Trassenplanung angeht. „Es ist traurig, dass viele immer noch nicht wissen, um welche Stromtrassen es sich hier handelt.“ Die Gemeinde sieht er den Bürgern gegenüber in der Bringschuld, „wir müssen irgendwann aktiv werden.“ Genauso sieht das Björn Reese (FW), der deshalb den Antrag zur Gründung der kommunalen Arbeitsgruppe mit auf den Weg brachte. Den fraktionsübergreifenden ARbeitskreis braucht es laut Resse auch deshalb, weil sich in Burgthann wegen der konkurrierenden Trassenverläufe bei der Leitung P 53 besondee Probleme auftun.

Für Wolfgang Lahm (SPD), der sich mit dem Thema Stromtrassen schon seit Jahren befasst, ist es besonders wichtig, dass im Arbeitskreis Mitglieder vertreten sind, „die sich wirklich reinhängen.“ Und die natürlich mit der Materie vertraut sind.

Als Heinz Holzammer (SPD) vorschlug, aus jeder Fraktion einen Vertreter in den Arbeitskreis zu entsenden, sorgte das für Unmut bei Alexander Bock (CSU), der von einem „ungeheuerlichen Vorgang“ sprach. „Das ist keine Demokratie“, stellte Bock fest. Weil eine wie von Holzammer vorgeschlagene Zusammensetzung des Arbeitskreises nicht die Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat berücksichtige.

Am Ende stimmte eine Mehrheit der Bürgervertreter auf folgende Besetzung des neuen Gremiums: Die CSU entsendet Alexander Bock in den Arbeitskreis, für die Wahlgemeinschaft Grub ist Dennis Kummarnitzky dabei, für die Freien Wähle Franz Matzkowitz und Björn Reese, für die Grünen Bernd Michl und für die SPD Stefan Vitzthum.

Bürgermeister Heinz Meyer wies den Vorwurf von Heinz Matzkowitz zurück, dass die Gemeinde in der Vergangenheit in Sachen Information etwas versäumt habe. „Wir haben eine klare Position“, betonte Meyer. Demnächst werde sich die Kommune im Rahmen des Raumordnungsverfahrens äußern. Der Arbeitskreis solle sich jetzt eng mit interessierten Bürgern abstimmen.


Von der sich noch in Gründung befindenden Bürgerinitiative Burgthann, die einen möglichen Trassenverlauf über den Förresbühl ablehnt, waren eine Reihe von Mitgliedern im Zuhörerraum. Die Burgthanner bedauerten es nach der öffentlichen Sitzung außerordentlich, dass der Gemeinderat keine Mitglieder der Bürgerinitiative in die Arbeitsgruppe Stromtrasse P 53 aufgenommen hatte.

Mit Informationsständen am kommenden Samstag, 25. Juli, will die neue Bürgerinitiative von 9 bis 12 Uhr auf den Parkplätzen der Burgthanner Supermärkte Netto und Rewe auf ihr Anliegen aufmerksam machen.

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