Kein neues Baugebiet in Ezelsdorf

Ackerland bleibt Ackerland

An dem von der Frankenstraße zum Österreicher Viertel führenden Feldweg hätte ein 7500 Quadratmeter großes Baugebiet entstehen können, die Grundeigentümer wollen aber nicht verkaufen. | Foto: Alex Blinten2020/06/Ezelsdorf-Baugebiet-scaled.jpg

BURGTHANN/EZELSDORF – Das Einheimischenmodell der Burgthanner, vor Jahren in Ezelsdorf realisiert, ist zwischenzeitlich Vorbild für andere Kommunen im Landkreis. Die Gemeinde hat in Ezelsdorf Ackerland gekauft zu einem Preis, der deutlich über dem normalerweise für Felder und Wiesen üblichen Preis lag, aber weit unter dem für Bauland. Dann hat die Kommune das angekaufte Land entwickelt und die baureifen Grundstücke schließlich günstig an ortsansässige Familien verkauft.

Vor vier Jahren hat sich der Gemeinderat schon mit einer eventuellen Erweiterung des bestehenden Baugebiets in Richtung Frankenstraße befasst. Jetzt ist diese Erweiterung vom Tisch, weil die Grundeigentümer nicht mitziehen.

2016 hatte der Gemeinderat bereits über einen Bebauungsplan für eine rund 7500 Quadratmeter große Fläche zwischen Frankenstraße und dem Baugebiet „Österreicher Siedlung“ nachgedacht. Damals wussten die Bürgervertreter aber nicht, wie die Grundeigentümer zu dem Vorhaben standen. 30 Euro wollte die Kommune für den Quadratmeter landwirtschaftlicher Fläche zahlen.

Grundeigentümer lehnen Verkauf ab

Dazu gab es im Oktober 2019 eine Informationsveranstaltung für die Eigentümer, die damals auch erfuhren, dass sie bei einem Verkauf ihrer Grundstücke und nach deren Entwicklung durch die Gemeinde den Grund auch selbst wieder zurückkaufen könnten. Von den betroffenen zehn Grundeigentümern lehnen sechs den Verkauf an die Gemeinde ohne Begründung ab, vier weigern sich, für einen Quadratmeterpreis von 30 Euro zu verkaufen.

Wolfgang Lahm will wissen, wie der 30-Euro-Preis zustande kam. „In der Bayernstraße haben wir doch deutlich mehr bezahlt“, stellt er im Gemeinderat fest. Stimmt so nicht, hält ihm Bürgermeister Heinz Meyer entgegen. Im großen Baugebiet Bayernstraße sei nur da mehr bezahlt worden, wo bereits Baurecht bestanden habe. „Bei landwirtschaftlichen Flächen nicht“, betont Meyer. Außerdem gibt es einen Gemeinderatsbeschluss über den Ankauf von Ackerland für 30 Euro.

„Nicht für 30 Euro“

Einzelne Gemeinderäte hatten Kontakt zu Grundstückseigentümern, so auch Stefan Vitzthum von der SPD, dem nach eigener Aussage Eigentümer versicherten, dass sie verkaufen würden, aber nicht für 30 Euro. „Dann müssen wir uns grundsätzlich mal über die Einkaufspolitik der Gemeinde in einer eigenen Sitzung unterhalten“, hakte hier Bürgermeister Meyer ein.

Franz Matzkowitz (FW) kann das ganze Modell des Grundstücksankaufs durch die Gemeinde nicht nachvollziehen: „Wenn ich ein Grundstück für meine Kinder habe, warum soll ich zuerst an die Gemeinde verkaufen und dann teuer zurückkaufen?“ Weil das Ackerland entwickelt werden muss, erläutert Meyer. Das kostet die Gemeinde Geld.

Einverständnis herrscht im Gemeinderat über den Erwerb von Ackerland, das dann zu Bauland entwickelt wird. Man müsse sich aber noch einmal darüber unterhalten, ob der Preis von 30 Euro pro Quadratmeter passt, merkt Peter Müller (CSU) an. Björn Reese (FW) ergänzt, die Gemeinde solle doch die zehn Eigentümer von Grund an der Frankenstraße anschreiben und nachfragen, welche Preisvorstellungen sie denn haben.

Keine Extrawurst für Ezelsdorf

Hier warnt der Bürgermeister vor einer Extrawurst für Ezelsdorf. Es gebe ja auch in anderen Ortsteilen Wünsche nach neuen Baugebieten. Und in diesem Zusammenhang ist es wichtig, das macht Georg Reither (CSU) deutlich, alle Bürger gleich zu behandeln. „Hier müssen die Bürger eine Sicherheit haben, nur so kann die Gemeinde Grundstücke erwerben.“ Reither warnt auch davor, das Gebiet an der Frankenstraße mit dem Baugebiet Bayernstraße zu vergleichen, weil es dort einen alten Bebauungsplan gibt, an der Frankenstraße aber nicht.

Am Ende steht die Frage im Raum, ob die Gemeinde bei ihrer Willensbekundung bleibt, ein Baugebiet als Einheimischenmodell an der Frankenstraße zu entwickeln oder ob man davon abrückt. „Ich verstehe nicht, warum wir das jetzt in der Schwebe lassen sollten“, stellt Hermann Bloß (CSU) dazu fest. Wenn die Eigentümer nicht wollen, dann ist aus seiner Sicht die Angelegenheit gestorben. „Vielleicht wollen die Leute aber in ein paar Jahren“, gibt Dr. Eckhart Töpert zu bedenken.

Am Ende stimmen 15 Bürgervertreter dafür, das Vorhaben nicht weiter zu verfolgen, zehn hätten sich lieber diese Möglichkeit für die kommenden Jahre offen gehalten.

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