Was tun im Katastrophenfall?

Bundesweiter Warntag: Die Sirenen heulen auf

Mit dieser App werden Handynutzer rechtzeitig und sehr gezielt vor Katastrophen gewarnt. | Foto: Bbk2020/09/Bundesweiter-Warntag.jpg

NÜRNBERGER LAND – Damit im Katastrophenfall auch jeder weiß, was zu tun ist, findet am Donnerstag, 10. September, zum ersten Mal ein bundesweiter „Warntag“ statt.

Zwischen 11 und 11.20 Uhr werden nicht nur die Katastrophensirenen rund um das Happurger Oberbecken läuten, sondern auch Warn-Apps wie „NINA“ und Rundfunksender die Bevölkerung in Texten und über Mitteilungen im Radio informieren.

Die Sirenen wird man im PZ-Gebiet allerdings nicht hören, da sich diese ausschließlich in Gemeinden rund um Hersbruck befinden. Sie wurden ursprünglich nämlich installiert, um die Bewohner rund um den Stausee vor einer drohenden Überflutung, zum Beispiel nach einem Dammbruch oder einem Zwischenfall im Kraftwerk, zu warnen.

Apps als gute Alternative

Doch nicht nur in einem solchen großen Einsatz, sondern auch bei „kleineren Katastrophen“, wie Kreisbrandrat Norbert Thiel sagt, sei es wichtig, die Menschen überall schnell zu erreichen. Vor allem Apps auf dem Smartphone böten hier eine gute und vor allem lokal begrenzte Alternative, wie der Kreisbrandrat anführt.

NINA löst bei einer Gefährdung im Umfeld des Wohnorts aus. Das kann zum Beispiel bei einer Rauchgaswolke bedingt durch einen Brand nötig sein, wenn eine Fliegerbombe gefunden wurde, oder wenn das Wasser verunreinigt ist und natürlich bei drohenden Naturkatastrophen“, erklärt Thiel.

Zwar wird in vielen Städten die Feuerwehr nicht mehr über die Sirene auf dem Wachen-Dach, sondern elektronisch alarmiert, doch in vielen Dörfern wie Schönberg oder Weigenhofen sei das noch der Fall.

Umrüstung ist nötig

In Zukunft, so Thiel, soll es auch möglich sein, die Bevölkerung über Feuerwehrsirenen zu erreichen. Doch diese müssten erst technisch umgerüstet werden, damit sie den einminütigen, durchgängigen Warnton abgeben können – anders als der zweimal unterbrochene Ton, der zur Alarmierung der Feuerwehr dient.

Ein solcher „Warntag“ soll nun jährlich immer am zweiten Donnerstag im September stattfinden. Bund und Länder bereiten ihn in Abstimmung mit kommunalen Vertretern, wie dem Landratsamt Nürnberger Land, gemeinsam vor.

Nachbarn informieren

Ziel dieser Aktion ist nicht nur, die Warnmittel zu proben, sondern die Bevölkerung mit dem Ablauf und den verschiedenen Warnmitteln vertraut zu machen, damit im Ernstfall alle wissen, was zu tun ist. „Wer einen durchgehenden Alarmton hört, sollte das Radio einschalten oder den Informationen aus der Katastrophenwarn-App folgen und vor allem auch Nachbarn informieren“, rät Norbert Thiel.

Wie haben Sie den Warntag erlebt?

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