Bürgerversammlung für Lauf/rechts

Bürger nutzen Chance zum Fragen

Ein Dauerbrenner ist die Parksituation in der Kunigundengasse. Die Verantwortlichen bei der Stadt Lauf hoffen auf eine Entspannung, wenn nächstes Jahr der neue Krankenhausparkplatz gebaut wird, der 50 Plätze mehr hat als der bisherige. Zu wenige, fürchten Anwohner. | Foto: Buchner-Freiberger2018/10/burgerversammlung-parken-kunigundengasse1.jpg

LAUF — Überraschend vielfältig waren die Themen, die die Besucher der Bürgerversammlung für Lauf/rechts und die nördlichen Ortsteile in der Stadtbibliothek ansprachen. Neben dem beherrschenden Punkt, nämlich der Parksituation am Krankenhaus, hakten die Bürger unter anderem in Sachen Kunigundenberg-Gaststätte und Zukunft des Heuchlinger Kindergartens nach.

Sie ist ein „Dauerbrenner“ bei Bürgerversammlungen: die angespannte Parksituation rund ums Krankenhaus und speziell im Bereich der Kunigundengasse. Eine ältere Dame aus der Robert-Koch-Straße beklagte sich, dass ihr Grundstück ein „Wendepunkt für alle“ sei. Weil das Müllauto nicht mehr durch die zugeparkte Straße komme, müsse sie mit ihrer Mülltonne weite Wege laufen. Ein anderer Anwohner berichtete von „Stop-and-Go-Verkehr“ in der Kunigundengasse, die Autos kämen hier nicht mehr aneinander vorbei. „Wenn jetzt das Hersbrucker Krankenhaus noch integriert wird, wird der Verkehr noch zunehmen“, befürchtete der Mann.

Reichen 50 zusätzliche Plätze?

Die Antwort von Bürgermeister Bisping, man werde im nächsten Jahr 50 zusätzliche Stellplätze bekommen, wenn statt des bisherigen Interims- ein neuer Parkplatz gebaut wird, wollte die Kritiker nicht recht zufrieden stellen. „Das sind immer noch zu wenige“, meinten die Anwohner. Eine Absage erteilte Bauamtsleiterin Nürnberger dem Vorschlag eines Besuchers, den Gehweg auf der Nordseite der Kunigundengasse abzusenken und so die Fahrbahn zu verbreitern. „Damit holen sie erst recht mehr Verkehr in die Straße.“ Geprüft werden soll dagegen die Idee, in dem Bereich eine Einbahnstraßenregelung einzuführen. Generell sagte Benedikt Bisping zu, man werde gemeinsam mit den Verantwortlichen im Krankenhaus weiter um Lösungen ringen. „Da werden wir uns anstrengen müssen.“

Ein ganz anderes Problem liegt nur einen Steinwurf entfernt: Der Reigenplatz sei zum Kunigundenfest eine „Staubwüste“ gewesen, monierte ein Besucher, der freilich einräumte, das dies auch dem Ausnahmesommer geschuldet gewesen sei. Ob man das Areal nicht besser wässern könne, fragte der Mann. Bürgermeister Bisping antwortete, das Problem sei bekannt, man habe eine Arbeitsgruppe gebildet und wolle die Zustände hier verbessern. Eine solche AG gibt es bereits seit längerem für das ehemalige Gasthaus am Kunigundenberg, das seit dem Auszug der Asylbewerber komplett leer steht. Wann denn hier endlich etwas passiere, wollte ein Mann wissen. Konkretes konnten Bürgermeister Bisping und seine Verwaltungsmitarbeiter ihm nicht sagen. Es sei sein „persönliches Ziel“, hier wieder Gastronomie anzusiedeln, einen Stadtratsbeschluss gebe es aber noch nicht, sagte Bisping. Und bevor man das alte Gebäude abreiße, müsse man wissen, was man wolle, um Baurecht zu schaffen.

Nach wie vor ungeklärt ist die Zukunft des ehemaligen Gasthauses am Kunigundenberg. Die Asylbewerber sind inzwischen ausgezogen. | Foto: Buchner-Freiberger2018/10/burgerversammlung-berggasthof-kunigundenberg3.jpg

Kritik an öffentlichem WC

Die Zustände im öffentlichen WC am Nürnberger Tor und die Ordnung auf dem Friedhof kritisierte ein Besucher der Versammlung. Im WC werde zu wenig geputzt, eine Klo­brille fehle seit längerem und auf dem Friedhof sei nicht genug Personal, um die Abfallkörbe zu leeren. Elke Neidel, Leiterin des Liegenschaftsamtes, erklärte, die Toilette werde einmal täglich gereinigt, „aber natürlich kann ein öffentliches WC niemals so sauber sein wie man es von zu Hause gewöhnt ist“. Ordnungsamtsleiter Thomas Wanke sagte, dass die Abfallbehälter auf dem Friedhof leider oft „zweckentfremdet“, also für Müll verwendet werden, der gar nicht auf dem Friedhof anfällt.

Wie es mit der Kita in Heuchlig weitergehe, wollte eine Besucherin wissen. Die Zustände seien „nicht mehr haltbar“, nach einem Wasserschaden seien Deckenelemente herunter gefallen. Es werde hier nächstes Jahr wohl noch keinen Spatenstich für einen Neubau geben, räumte der Bürgermeister ein. Zum einen habe sich der Meinungsbildungsprozess im privaten Kindergarten „Die Aktion“ länger hingezogen. Eltern und Vorstandschaft hätten sich jetzt entschieden, am bisherigen Standort zu bleiben und nicht, wie zur Diskussion stand, in einen möglichen Neubau der Stadt mit einzuziehen. Zum anderen müsse man nun erst konzeptionelle Überlegungen anstellen, wie es mit der Gesamtbetreuungssituation in Heuchling weiter geht. Denkbar wäre es dank eines ganz neuen Sonderinvestionsprogrammes nämlich, Krippen-, Kindergarten- und Hortkinder unter einem Dach zu vereinen, so Fachbereichsleiterin ­Alexandra Hintermaier gegenüber der PZ.

Weiteres Thema war der unbefestigte Gehweg in der Schützenstraße, in Richtung Freibad und SKL-Gelände. Ein Besucher fragte nach, ob man diesen nicht ausbauen könnte. Das Projekt habe bisher keine Priorität, antwortete Bisping, auch weil es mit dem Fußweg vom Parkplatz aus eine gut erschlossene Alternative gebe. Noch einmal anschauen wollen sich die Verantwortlichen der Stadt die Situation an der Einmündung Bärenschanzstraße, weil man von hier aus schlecht in die Eschenauer Straße einfahren könne, nachdem ein vorher weißer Balken überstrichen worden sei. Ebenso wie die Lage an der Ampel daneben. Als Fußgänger stehe man hier viel länger, seitdem die Schaltung verändert wurde, kritisierte ein Besucher. Bürgermeister Bisping und Bauamtsleiterin Nürnberger erwiderten aber auch, dass sich der Verkehrsfluss hier insgesamt verbessert habe, es gebe deutlich weniger Rückstau.

Private Patenschaften für „grüne Inseln“ im Stadtgebiet regte ein Bürger an. Nicht weiterhelfen konnte ­Bisping und Jürgen Ferfers, der Leiter der Städtischen Werke, einem Mann, der sich eine Bio-Erdgastankstelle in Lauf wünschte. Der Einsatz dieses Treibstoffs sei leider stark rückläufig, der Verkauf rechne sich einfach nicht mehr.

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