Brückenschlag nach Pfitsch offiziell

Die Bürgermeister Dr. Hans Frei (r. ) und Erich Odörfer bei der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde in Pfitsch. Foto: Märtl2010/10/Pfitsch2.jpg

ALTDORF – Zwei Cornell-Kirschbäume sind das Symbol der frisch besiegelten Partnerschaft zwischen Altdorf und Pfitsch. Der eine schlägt im Garten der Altdorfer Grundschule Wurzeln, der andere wurde am letzten Wochenende am Haus der Dorfgemeinschaft in Pfitsch gepflanzt. Die beiden Kirschbäume spendierte der Partnerschaftsverein den neuen Partnern. Bürgermeister Erich Odörfer war sich mit seinem Pfitscher Kollegen Dr. Johann Frei einig, dass die Partnerschaft wie diese beiden Bäume wachsen soll. „Es sollen viele unserer Bürgerinnen und Bürger diese Partnerschaft mitgestalten, dass sie geprägt wird von Harmonie, Fröhlichkeit und gegenseitigem Verständnis.“

Beim Festakt betonte Odörfer, dass man Brücken schlagen werde, ohne sich gegenseitig mit einer überzogenen Erwartungshaltung zu belasten. Im Prozess der europäischen Einigung gewinne dieses „Brücken schlagen“ an Bedeutung.

Wirtschaftliche, kulturelle und auch soziale Interessen hätten sich zu einem wichtigen Faktor und Motor für Städtepartnerschaften entwickelt .

Der persönliche Kontakt sei die Basis, um sich partnerschaftlich zu unterstützen. Nur so könne der Gedanke eines „Miteinanders“ dauerhaft im Bewusstsein verankert werden.

Das Fundament der Gemeinsamkeiten sei durch den Alpenverein, dessen Ehrenvorsitzenden Konrad Holz und Vorsitzenden Uli Reichert, der den Altdorfer Bürgermeister als Geburtshelfer der Partnerschaft bezeichnete, seit mehr als zwei Jahrzehnten vorhanden. Man werde das gute Miteinander der Menschen in den Bereichen Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft, Jugendaustausch und Schulpartnerschaften weiter vertiefen. Gerade die Jugend sei es, die zukünftig diese Partnerschaft über Länder-Grenzen hinweg fortführen soll.

Die Pflege der Kontakte auf Ebene der Bürger und Vereine strich auch Pfitschs Bürgermeister Dr. Frei heraus. Die nun besiegelte Partnerschaft sei das Ergebnis eines langen Prozesses.

„Wenn man eine gute Ernte einfahren will, dann braucht man eine gute Aussaat“, brachte er es auf den Punkt und nannte auf Wiesener Seite den leider allzu früh verstorbenen Richard Bacher als Wegbereiter.

„Unsere Partnerschaft soll leben, sich weiter entwickeln und neue Wurzeln schlagen“, war sein Wunsch, bevor er mit Erich Odörfer die Unterschrift unter die Urkunde setzte. Die Altdorfer hatten als Gastgeschenk eine Stadtfahne und ein Aquarell des historischen Rathauses und der Laurentiuskirche mitgebracht.

Über den neuen Partner der Pfitscher freute sich auch die Delegation aus dem Landkreis Cuxhaven. Pfitsch und der Landkreis Cuxhaven sind ebenfalls durch eine Partnerschaft verbunden.

Der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Peter Grimm, wünschte der neuen Verbindung „viele Ideen und gute Kontakte für die Zukunft“, was bei der guten Vorarbeit des Alpenvereins nicht schwierig sei.

DAV-Vorsitzender Uli Reichert blendete kurz zurück und erinnerte daran, dass es Musik und Brauchtum waren, die die ersten Brücken schlugen. Das Beispiel zeige, dass – verglichen an der Einwohnerzahl – auch kleine Partner sehr wertvoll sein können. Für die örtliche ÖAV-Sektion Wiesen freute sich Willi Eisendle auf viele weitere Begegnungen. Er verglich die Partner mit großen Seilschaften, die immer wieder zu neuen Zielen aufbrechen.

Am Vorabend waren die Altdorfer Zeuge des eindrucksvollen und auf hohem Niveau stehenden Gedächtniskonzerts in memoriam Richard Bacher der Musikapelle Wiesen unter Leitung von Joachim Bacher. Er leitete sowohl das Bezirksblasorchester Wipptal als auch die Musikapelle Wiesen, die in diesem Jahr 170-jähriges Bestehen feiert. Weiter wirkte die Musikapelle Mauls mit. Mit diesem Gedächtniskonzert erinnerte die Musikkapelle Wiesen an Bachers ehrenamtlichen Einsatz als Kapellmeister.

Zur Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde waren die Altdorfer mit einer großen Delegation angereist, die einen bunten Querschnitt aus Politik, Schulen und Vereinsleben repräsentierte. Das von den Pfitschern vorbereitete Programm war dicht gedrängt, wobei man aber vor allem den persönlichen Begegnungen viel Raum gab.

Für drei Reiseteilnehmer wird es schon bald ein Wiedersehen geben: Bobisch, Beuschel und Kießling hatten bei einer Verlosung Glück und gewannen je einen zweitägigen Aufenthalt für zwei Personen, gestiftet vom Fremdenverkehrsverein.

Peter Grimm und Wolfgang Rösch vom Partnerschaftsverein führten vielversprechende Gespräche im Hinblick auf den diesjährigen Weihnachtsamarkt. Vielleicht klappt es, dass die Pfitscher mit Südtiroler Spezialitäten zumindest an einem Wochenende in Altdorf vertreten sind.

LORENZ MÄRTL

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