In ganz Mittelfranken

Böllerverbot auch auf privaten Flächen

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NÜRNBERGER LAND – Nun ist es offiziell: Auch für das Nürnberger Land wird an Silvester ein Böllerverbot auch auf privaten Flächen, wie Gärten oder Terrassen, gelten. Das hat das Landratsamt Nürnberger Land soeben in einer Pressemitteilung gemeldet. Die Entscheidung haben alle Kreisverwaltungsbehörden in Mittelfranken gemeinsam getroffen.

Demnach ist das Mitführen und Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen am Donnerstag, 31. Dezember 2020, und am Freitag, 1. Januar 2021, zu untersagen.

Das Verbot bezieht ausdrücklich auch private Flächen wie den eigenen Garten oder Balkone mit ein. Grund ist die angespannte Situation in den Krankenhäusern in Mittelfranken.

Zur Entlastung der Kliniken

In der Pressemitteilung heißt es: „Die Belegung der Kliniken und damit die Belastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat längst eine kritische Grenze überschritten. Mit dem Abbrennen von Feuerwerkskörpern geht eine hohe Verletzungsgefahr einher.

Zusätzliche Patienten würden die Arbeit in den bereits jetzt stark überlasteten Krankenhäusern durch Covid-19- und andere Notfallpatienten zusätzlich erschweren.

Mehr Einsätze an Silvester

Weiter gibt das Landratsamt in der Meldung einen Überblick über die Notfall- und Notarzteinsätze an Silvester 1029/2020: Allein für den Bereich der Rettungsleitstelle Nürnberg seien an diesem Tag zwischen 18 und 6 Uhr rund 186 Notfall- und Notarzteinsätze sowie 90 Brandeinsätze mehr angefallen als an anderen Tagen. „Die Notrufzahlen verdoppeln sich erfahrungsgemäß an Silvester“, so die Behörde.

Bei der derzeitigen Auslastung der Kliniken sei zu befürchten, dass aufgrund vermeidbarer, silvestertypischer Verletzungen die Behandlungs- und Bettenkapazitäten soweit belastet werden, dass die Versorgung von kritisch erkrankten oder verletzten Patienten nicht mehr mit ausreichender Sicherheit gewährleistet werden kann.

Böllerverbot in ganz Mittelfranken

Das Böllerverbot gilt in ganz Mittelfranken – in allen Landkreisen sowie den Städten Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach. Der Verkauf von Pyrotechnik vor Silvester ist durch die 11. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (BayIfSMV) bereits verboten. An Silvester gilt zudem grundsätzlich eine Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr.

Niemand darf ohne triftigen Grund die Wohnung verlassen. Da aber Feuerwerkskörper im Internet bestellt werden oder Vorräte aus dem letzten Jahr vorhanden sein können, besteht die Gefahr, dass dennoch Böller oder Raketen vor eigenen Häusern, auf eigenen Balkonen, im eigenen Garten oder bei erlaubten Spaziergängen vor 21 Uhr abgebrannt werden.

Nach übereinstimmender Ansicht aller Kreisverwaltungsbehörden in Mittelfranken genügt es deshalb nicht, ein Feuerwerksverbot auf bestimmte Gebiete oder Plätze zu beschränken.

Jugendfeuerwerk bleibt erlaubt

In Allgemeinverfügungen haben deshalb die Behörden entsprechende Regelungen erlassen, die das Abbrennen von Feuerwerkskörpern auch auf Privatgrund verbieten. Das Verbot bezieht sich jedoch ausdrücklich nicht auf Feuerwerk der Kategorie F1, also ganzjährig erhältliche Feuerwerksscherzartikel und -spielwaren, Tischfeuerwerk sowie Jugendfeuerwerk.

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