Zehn neue Fahrzeuge

Bescherung für die Laufer Feuerwehren

Aufgereiht auf der Heldenwiese: vorne die Mannschaftstransportwagen (MTW) aus Neunhof und Günthersbühl, dann das Laufer Mehrzweckfahrzeug, die Tragkraftspritzenfahrzeuge, die in Weigenhofen und Bullach stehen, die Schönberger und Heuchlinger MTW, zwei kompakte Löschfahrzeuge, von denen das erste in Simonshofen, das zweite in Lauf stationiert ist, und das Tanklöschfahrzeug der Stützpunktwehr. | Foto: Sichelstiel2019/12/neue-feuerwehrfahrzeuge-lauf-feuerwehr-auto-scaled.jpg

LAUF — Es mutet wie ein Weihnachtsgeschenk an: Die insgesamt zwölf Laufer Feuerwehren freuen sich über zehn neue Einsatzfahrzeuge. Rund 1,7 Millionen Euro hat die Stadt 2019 damit investiert. Erst am vergangenen Mittwoch wurden die letzten drei Wagen nach Lauf überführt.

Noch nie in der 156-jährigen Geschichte der Laufer Feuerwehren gab es ein derartiges Beschaffungsprojekt. „Dass wir gleich zehn neue Fahrzeuge binnen weniger Monate in Dienst stellen konnten, war ursprünglich nicht beabsichtigt“, sagt der federführende Kommandant, Oliver Heinecke. Doch weil man Feuerwehrfahrzeuge eben nicht in einem Autohaus kaufen kann, sondern sie in einem komplexen Verfahren ausgeschrieben werden müssen und die Hersteller volle Auftragsbücher haben, ging es jetzt Schlag auf Schlag. Zwischen Juni und Dezember erreichte eine Sammellieferung acht Feuerwehren im Stadtgebiet. Drei der neuen Fahrzeuge stehen am Laufer Stützpunkt.

Jede Freiwillige Feuerwehr hatte ihre Vorstellungen, wie sie ihr in die Jahre gekommenes Fahrzeug ersetzt sehen wollte. Für Verwaltung und Stadtrat war es oft schwierig, zu bewerten, ob der Wunsch im jeweiligen Ortsteil wirklich vonnöten ist, oder ob auch „eine Nummer kleiner“ ausreichend sein könnte.

Bedarfsplan als Neuheit

Daher beschritt die Stadt Lauf 2015 als erste Kommune im Nürnberger Land neue Wege und ließ den tatsächlichen Bedarf an Feuerwehrfahrzeugen durch ein externes Ingenieurbüro auf Basis gesetzlicher Vorgaben begutachten. Daraus entstand ein Feuerwehrbedarfsplan, der alle notwendigen Investitionen in den Jahren 2016 bis 2020 umfassend auflistete.

Mindestens 20 Jahre müssen Feuerwehrfahrzeuge im Freistaat genutzt werden, so will es der Gesetzgeber. Die nun „ersatzbeschafften“ Wagen waren aber deutlich älter. Spitzenreiter war das Simonshofener Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) mit 36 Jahren, gefolgt vom TSF der Feuerwehr Weigenhofen (35 Jahre), den beiden Mannschaftstransportwagen (MTW) der Feuerwehren Heuchling und Schönberg (beide 33 Jahre) und dem Großtanklöschfahrzeug der Laufer Wehr (32 Jahre).

Das „erst“ 31 Jahre alte TSF der Feuerwehr Bullach, das ebenfalls durch ein neues Modell mit Atemschutzausrüstung ersetzt wurde, wird hingegen noch im Dienst bleiben. Es wird künftig von den Ehrenamtlichen in Oedenberg genutzt werden, die als letzte Feuerwehr im Stadtgebiet nur über einen Tragkraftspritzen­anhänger verfügt hatten. „Das Vorgehen, dass Landwirte bei einem Alarm mit ihrem Bulldog zunächst zum Feuerwehrhaus eilen und von dort mit einem Anhänger ausrücken, ist im 21. Jahrhundert nicht mehr zeitgemäß“, sagt Kommandant Heinecke.

Als jüngstes Fahrzeug wurde das 25 Jahre alte Mehrzweckfahrzeug (MZF), das Führungsfahrzeug in Lauf, ersetzt, das mit Hunderten von Einsätzen im Jahr ganz anders beansprucht wird als die Fahrzeuge in den Ortsteilen.

Drei zusätzliche Wagen

Der Bedarfsplan legte der Stadt aber nicht nur nahe, in die Jahre gekommene Technik zu ersetzen, er empfahl auch die Anschaffung von drei zusätzlichen Fahrzeugen. So verfügen die Feuerwehren in Günthersbühl und Neunhof jetzt beide über einen eigenen Mannschaftstransporter. Hinzu kommt ein kompaktes Löschfahrzeug, das bei Fahrzeugausfällen zur Verfügung steht, um die gesetzlich geforderte Hilfsfrist von zehn Minuten einzuhalten.

Die Entscheidung fiel auf ein sogenanntes Mittleres Löschfahrzeug (MLF), baugleich dem an Simonshofen gelieferten Modell. „Dieses nutzen wir aber nicht nur bei Fahrzeugausfällen, sondern auch für die Sicherheitswachen bei Feuerwerken, Großveranstaltungen oder dem Altstadtfest“, beschreibt Kommandant Heinecke das Konzept. Apropos Altstadt: „Hier spielt uns das kleine, wendige Löschfahrzeug natürlich in die Karten.“

Vom Freistaat gab es für die 1,7-Millionen-Euro-Investition rund 300.000 Euro Zuschuss. Weitere 70 000 Euro kamen vom Landkreis für das neue Tanklöschfahrzeug.

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