Ein Morgen im Schwaiger „Pegnitzaue“

Bad sitzt nicht auf dem Trockenen

Schwimmmeister Jan Gottschalk, Betriebsleiter im Schwaiger Bad, vor dem leeren Schwimmerbecken. Für das Foto hat er die „Ambiente“-Beleuchtung eingeschaltet. | Foto: Buchner-Freiberger2020/12/pegnitzaue-schwaig-hallenbad-gottschalk1.jpg

SCHWAIG – Morgens um halb neun, wenn normalerweise sein Arbeitstag erst richtig beginnt, macht Jan Gottschalk zurzeit schon wieder Feierabend. Eineinhalb Stunden „Notbetrieb“ im Schwaiger Hallenbad „Pegnitzaue“ liegen dann hinter dem Schwimmmeister. Mit Beginn des „Lockdown light“ Anfang November musste das Bad ein zweites Mal zusperren. Sich selbst überlassen werden kann es trotzdem nicht.

Durch die großen Fenster blickt man auf den schneebedeckten Pegnitzgrund, aus den Lautsprechern spielt Musik, die beiden Becken sind menschenleer – da möchte man sofort ein paar Bahnen schwimmen. „Wir haben allerdings zurzeit nur 18, 19 Grad Wassertemperatur“, bremst Betriebsleiter Jan Gottschalk die Euphorie. Denn seit Kurzem fährt man in Schwaig „Teillast“, wie es offiziell heißt.

Das Wasser in den Becken wird nicht mehr beheizt, nur die Hälfte der Umwälzpumpen ist in Betrieb, die Chemie wurde reduziert. Das Außenbecken in der „Pegnitzaue“ ist ganz abgelassen. „Die Reparatur möglicher Frostschäden ist immer noch günstiger, als wenn das Wasser ständig umgewälzt werden müsste“, erklärt Gottschalk.

Zeit für Wartungsarbeiten

Als Anfang November der „Lockdown light“ begann, da nutzte das Personal in Schwaig die überraschend freie Zeit erst einmal für die normalen Wartungsarbeiten, für die das Bad normalerweise immer Mitte September für zwei bis drei Wochen geschlossen hat. Die Becken wurden entleert und gereinigt, ebenso wie die Schwallwasserbehälter.

Danach wurden das Schwimmer- und das Nichtschwimmerbecken wieder mit Wasser befüllt – insgesamt 700 Kubikmeter. „Wir könnten innerhalb einer Woche wieder mit dem Badebetrieb starten“, betont Gottschalk, der seit 21 Jahren als Schwimmmeister in Schwaig beschäftigt ist.

Wöchentlicher Wechsel

Doch weil daraus erst einmal nichts wird, sind die zwölf Mitarbeiter – Schwimmmeister und Reinigungspersonal – in Kurzarbeit, die meisten auf null Prozent. Nur Jan Gottschalk und sein Stellvertreter Daniel Klünder schauen im wöchentlichen Wechsel, unterstützt von einer Auszubildenden, täglich für eineinhalb Stunden nach dem Rechten.

Dazu gehört neben den Filterrückspülungen auch das „Offenspülen“ der Wasserleitungen, zum Beispiel in den Duschen. So wird verhindert, dass sich gefährliche Legionellen ansammeln. Außerdem müssen die Wasserwerte kontrolliert werden.

Hohe Fixkosten für Energie und Wasser

Trotz der Schließung belaufen sich aktuell die Energie- und Wasserkosten für den Stand-by-Betrieb auf fast 12 000 Euro monatlich. Die Gemeinde hofft nach einer aktuellen Information jedoch, die staatlichen Hilfsprogramme abrufen zu können.

Der coronabedingte Schichtbetrieb mit limitierter Besucherzahl im Sommer und Herbst sei gut gelaufen, berichtet Gottschalk, auch wenn das für ihn und seine Kollegen mehr Arbeit bedeutet habe. So musste das Personal beispielsweise die Anmeldungsplattform im Internet managen und die Besucher abgleichen.

Der Schwimmmeister weiß, dass vor allem viele Stammgäste traurig sind, ob der erneuten Schließung. „Gerade für die Senioren geht es nicht nur ums Schwimmen, sondern auch um die zwischenmenschliche Komponente.“

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