Stahlbetonträger eingesetzt

B-14-Brücke bei Ottensoos nimmt Gestalt an

Insgesamt 15 Stahlbetonträger, jeder 30 Tonnen schwer und 18 Meter lang, verbinden Widerlager (links) und Pfeiler (rechts) der neuen B-14-Brücke. Sie tragen später eine Betonplatte, über die schon Ende des Jahres der Verkehr fließen soll. | Foto: Fischer2018/06/brucke-b14-trager-neu-ottenoos.jpg

OTTENSOOS — Die neue Überführung der B14 bei Ottensoos nimmt Gestalt an. Heute wurden die ersten acht Stahlbetonträger auf Pfeiler und Widerlager eingehoben. Morgen und übermorgen sollen weitere sieben dieser 18 Meter langen und 30 Tonnen schweren Betonteile mit einem Autokran eingebaut werden. Auf diese Träger wird in den nächsten Wochen die Betonplatte betoniert, anschließend kommt darüber der Asphalt für die Straße.

Die neue Überführung der B14 bei Ottensoos ist eine sogenannte Drei-Felder-Brücke. Das heißt, zwischen den beiden Widerlagern Richtung Lauf und Richtung Hersbruck ruht die Konstruktion mit ihren über 50 Metern Gesamtspannweite auf zwei Betonpfeilern. Dadurch wurden auch die relativ kurzen Einzelspannweiten möglich. Was wiederum dazu führt, dass die Stärke (Dicke) der Überführung nicht zu mächtig ausfällt und das Bauwerk so auch optisch leichter wirkt. Unter der Brücke führt die Rings­­traße des neuen Kreisverkehrs unter dem östlichen und westlichen Brückenfeld hindurch.

Die Konstruktion ist also eine Kombination aus Ortbeton und Fertigteilen. Die in der Fabrik gefertigten und mit dem Tieflader angelieferten Teile konnten so sowohl optisch ansehnlicher als auch technisch hochwertiger als vor Ort gestaltet werden, wie der zuständige Ingenieur beim Straßenbauamt Nürnberg, Stefan Grötsch, erläutert. Die schmalen Träger bilden zudem gleichzeitig die untere Schalung für die Betonplatte, die in den nächsten Wochen darauf betoniert wird. Diese ganze Platte wiederum ist nicht starr mit den Pfeilern und Widerlagern verbunden, sondern ruht auf sogenannten Elastomerlagern. Zusammen mit den flexiblen Anschlüssen der Brücke an die eigentliche Straße kann sich die Überführung dann je nach Temperatur und Jahreszeit ausdehnen oder zusammenziehen.

Ein halbes Dutzend Baustellen

Parallel zu den Arbeiten an der Brücke, die Ende August abgeschlossen werden, laufen entlang der neuen B14 auf der gesamten Länge zwischen dem Faunberg und der Abzweigung nach Speikern gleichzeitig die Arbeiten an einem halben Dutzend Stellen. So wird beispielsweise die östliche Rampe hinter der mächtigen Stützwand aufgefüllt während Richtung Lauf die neue Straße schon asphaltiert wird. Der Verkehr in dieser Richtung läuft deshalb seit Anfang der Woche auch schon nördlich der Straße auf dem künftigen Radweg, der aktuell nur für den Baustellenverkehr verbreitert wurde.

Während der Verkehr auf der B14 selbst auch in den nächsten Wochen weiter den gewohnten Weg durch die Baustelle nehmen wird, müssen sich die Ottensooser und Autofahrer, die nach Ottensoos wollen oder aus dem Dorf kommen, seit gestern Abend und noch ein oder zwei Tage lang wieder auf eine neue Situation einstellen. Damit die Träger für das letzte Brückenfeld heute eingehoben werden können, muss der Verkehr auf einer Schotterpiste durch das erste schon fertige Feld umgeleitet werden. Weil von hier aus an der Einmündung in die B14 allerdings keine Ampelregelung möglich ist, sondern ein Stoppschild steht, kann von Ottensoos aus nur Richtung Hersbruck abgebogen werden. Autofahrer, die Richtung Lauf wollen, müssen deshalb kurzzeitig den Umweg durch das Gewerbegebiet Bräunleinsberg in Kauf nehmen.

N-Land Clemens Fischer
Clemens Fischer