Hilfsorganisationen überrascht von Ankündigung

Antigen-Tests: Helfen BRK und ASB aus?

Symbolfoto2020/03/CORONA.jpg

NÜRNBERGER LAND – Zweimal pro Woche sollen Mitarbeiter von Altenheimen künftig auf das Coronavirus getestet werden. So will es die Staatsregierung. Zum Einsatz sollen Antigen-Schnelltests kommen. Und: Geht es nach Wunsch des Gesundheitsministeriums, nehmen die Hilfsorganisationen den ohnehin stark ausgelasteten Pflegekräften einen Teil der Tests ab.

Von einer entsprechenden Ankündigung des Staatssekretärs Klaus Holetschek am Dienstag waren Rotes Kreuz (BRK) und Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) im Nürnberger Land aber überrascht.

„Wir klären momentan ab, was wir überhaupt tun können“, sagt Harald Leykauf, der stellvertretende Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands. Sicher ist für ihn aber: „Wenn wir Ehrenamtliche einsetzen, dann müssen wir diese erst schulen. Sie werden sicher nicht gleich morgen anfangen können.“ Die ersten telefonischen Anfragen von Altenheimen habe er bereits erhalten, so Leykauf.

Kein Wunder: Aus Sicht der meisten

Heimleitungen sind die vielen Tests zwar sinnvoll, weil sie zusätzliche Sicherheit versprechen, aber zugleich fehlt durch den erhöhten Zeitaufwand Personal an anderer Stelle.

Bei ihr sei eine Fachkraft fast nur noch mit dem Organisieren von Tests beschäftigt, berichtete Kristine Lütke, Geschäftsführerin der Seniorenbetreuung und – pflege „bei St. Otto“, am Dienstag im Gespräch mit der Pegnitz-Zeitung. Die Unterstützung durch BRK oder ASB wäre „eine große Entlastung“, so Lütke.

Nur kurzfristig

Tino Städler, ASB-Geschäftsführer, sieht den Einsatz von Ehrenamtlichen, wie von Holetschek ins Spiel gebracht, aber eher kritisch: Zur kurzfristigen Unterstützung eines Testbetriebs ja, „aber nicht zu dessen Sicherstellung“.

Gerade während der aktuellen Pandemie seien die Helfer privat wie beruflich ohnehin stark ausgelastet. So sieht es auch Leykauf vom BRK. Aber grundsätzlich, sagt er, sei das Rote Kreuz im
Kastastrophenfall „auch für so etwas mit da“. 

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren